Die schwarze Schar von Nicholas Eames – eine Rezension

Die schwarze Schar von Nicholas Eames eine Rezension

Die Blutige Rose ist die Anführerin der Fabel in „Die schwarze Schar“ von Nicholas Eames. Foto: Jörn Käsebier

Sechs Jahre sind seit des Sieges über die Horde bei Castia vergangen. Rose, zu deren Rettung ein ganzes Söldnerheer unter Führung ihres Vaters gekommen war, ist Kopf der legendären Söldnertruppe „Fabel“. Bevor sich die schwarze Schar auflöst, will sie einen letzten großen Auftrag übernehmen. Ihnen fehlt nur noch eine Bardin, die hinterher davon erzählen kann. Wie gut, dass die junge Tam Laute spielen kann.

Fabelhafte Söldner

Der berüchtigte zweite Band ist oft schwerer zu schreiben als der erste. Das meint auch Nicholas Eames im Nachwort von „Die schwarze Schar“. Er hat sich offenkundig bemüht, ein Buch zu schreiben, das sich vom Vorgänger abhebt, aber zugleich genügend Ähnlichkeiten aufweist. So sollen die Leser gebunden und neue gefunden werden.

Die Parallelen sind zum Beispiel, dass es um eine Söldnertruppe geht, die in ihren letzten großen Kampf zieht. Und dass eine große Horde die Menschheit bedroht. Außerdem gibt es Wiedersehen mit ein paar der Helden aus „Könige der Finsternis“. Allerdings ganz so, wie es etwa auch Joe Abercrombie handhabt, nämlich nur aus der Außenperspektive.

Die schwarze Schar ist vielfältig

Ganz anders ist, wie die Schar zusammengesetzt ist. Frauen, Männer, Monster – sie alle sind vertreten. Und die Hauptfigur ist mit der Bardin Tam dieses Mal weiblich. Durch ihre Augen lernen wir den Rest der Fabel kennen. Und sie alle sind interessantere Figuren als die Protagonistin. Allen voran Rose, die dem Original als „Bloody Rose“ auch den Titel verleiht.

Was Nicholas Eames leider nicht gelingt ist, den humorvollen Ton des ersten Bandes wieder zu treffen. Das heißt nicht, dass es in „Die schwarze Schar“ bierernst zuginge. Doch es fehlen vielleicht die zynischen alten Säcke. So gelingt dem kanadischen Fantasy-Autor am Ende ein guter Nachfolger, der aber nicht an das sehr gute Debüt heranreicht.

Nicholas Eames zum Dritten

Nicholas Eames Die schwarze Schar

Nicholas Eames: Die schwarze Schar

Wer sich an die Welt mit Monstern und Menschen gewöhnt hat, darf sich auf einen weiteren Band freuen. 2021 soll Nummer 3 im Original erscheinen. Dieses Mal will Nicholas Eames 14 Jahre zwischen den Bänden vergehen lassen. Erneut steht eine Söldnertruppe im Mittelpunkt.

„Die schwarze Schar“ von Nicholas Eames ist bei Heyne erschienen. Die Paperback-Ausgabe geht über 640 Seiten und kostet 16,99 Euro. Das E-Book kostet 13,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Michael Siefener.

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5 Gedanken zu „Die schwarze Schar von Nicholas Eames – eine Rezension

  1. Ich fand den zweiten Teil tatsächlich in nahezu jeder Hinsicht schwächer als das Debüt. Was beispielsweise den Humor angeht, so war der schon im ersten Teil nicht immer wirklich treffsicher, hatte aber noch so etwas wie einen trashigen Charme. In Teil zwei wirkt der Humor dagegen fast nur noch infantil.

    Darüber hinaus litten sowohl die Haupt- als auch irgendwie alle Nebenfiguren der „Fabel“ unter massiven Eltern-Kind-Konflikten, was in Summe einfach überzogen wirkte.

    Und dann erst dieses Erzähtempo … 🙂

    • Der Hinweis auf die Eltern-Kind-Konflikte ist gut. Für mich schien es ein verbindendes Element innerhalb der Fabel zu sein.
      Ja, das Erzähltempo. Das war schon in Band 1 nicht gut …

  2. Mir hat der zweite tatsächlich ein bisschen besser gefallen. Allerdings braucht es ein bisschen Stehvermögen, um bis zum Ende zu kommen. Trotzdem mag ich den frischen Wind, den das Buch mitbringt.

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