Christopher Buehlman: Der schwarzzüngige Dieb

Christopher Buehlman Der schwarzzüngige Dieb
Durch Wälder, über das Meer und durch Städte führt die Reise der Figuren in „Der schwarzzüngige Dieb“ von Christopher Buehlman. Foto: Jörn Käsebier

Die Ausbildung zum Dieb ist teuer. Kinsch Na Shannack ist bei der Nehmergilde hoch verschuldet. Die Begegnung mit Galva, einer Veteranin der Koboldkriege, verschafft ihm die Gelegenheit, seine Schulden auf einen Streich zu begleichen. Dafür muss sich der schwarzzüngige Dieb allerdings mit Riesen anlegen und darf sich mit seiner Mission auch nicht zu viel Zeit lassen.

Zunächst zu zweit begeben sich Galva und Kinsch auf eine Reise und Quest. Dank einer Karte am Ende des Buches lassen sich die Stationen auch geografisch gut verfolgen. Ein Kalender hilft zudem, die Frist nicht aus dem Blick zu verlieren, die Kinsch gesetzt ist. Über die Länder selbst erfährt man nur wenig. Meist beschränkt es sich auf eine Charakterisierung der Herrschenden (in der Regel machtversessen, grausam oder dumm) und auf einen kurzen Hinweis, wie sich das Land in den zurückliegenden Koboldkriegen verhalten hat. So taucht man nicht tief in die Fantasy-Welt ein, kann sich aber ein grobes Bild machen.

Der simpel gehaltene, schwarzzüngige Dieb

Der Plot ist eher simpel. Wer auf welcher Seite steht, lässt sich schnell erkennen (im Zweifel treffen die Vermutungen zu). Die Erfüllung der Quest verläuft zwar nicht gradlinig, doch Hindernisse gehen die Figuren direkt an und versuchen sie zu überwinden.

Ähnlich simpel gestrickt ist auch die Hauptfigur. Kinsch wird anfangs zwar als weit unten in der Diebeshierarchie vorgestellt und als eher jung und unerfahren. Doch auch wenn ihm nicht alles gelingt, so kann er doch sehr viel, lernt wenig und lässt sich kaum durch die Ereignisse erschüttern. Es hätte dem Buch vielleicht gutgetan, nicht nur seine Perspektive einzunehmen, sondern sie auch mal zu wechseln (auch wenn es sonst schon fast eine Abwechslung ist, dass es nur eine Erzählstimme gibt).

Humor ist diffizil

Gut gelungen ist Buehlman in seinem ersten Fantasy-Roman Magie ohne großes System einzuführen, mit ihr viel möglich zu machen, zugleich aber Grenzen zu setzen, sodass magisch Begabte nicht allmächtig oder unbesiegbar sind.

Ob einem dieses Buch gefällt, steht und fällt so damit, ob man die Erzählstimme des schwarzzüngigen Diebs mag oder nicht. Nervig kann sein, dass Kinsch einige Wendungen seiner Geschichte selbst vorwegnimmt und verrät. Nervig kann auch der sarkastisch-ironische und derbe Humor sein. Wer ihn hingegen mag, wird das Buch mit großem Vergnügen lesen (ähnlich wie bei den Büchern von Nicholas Eames).

Christopher Buehlman schreibt weiter

Schwarzzungendieb
Christopher Buehlman: Der schwarzzüngige Dieb

Der Roman könnte auch für sich stehen, denn er hat ein klares Ende. Bei „Der schwarzzüngige Dieb“ handelt es sich jedoch um den ersten Band einer Trilogie. Wann es mit Band 2 weitergeht, ist derzeit noch nicht bekannt. Denn auch im Original ist er noch nicht angekündigt.

„Der schwarzzüngige Dieb – Schwarzzungendieb 1“ von Christopher Buehlman ist bei Klett-Cotta erschienen. In der gebundenen Ausgabe geht das Buch der Hobbitpresse über 528 Seiten und kostet 26 Euro. Die Übersetzung stammt von Michael Pfingstl und Urban Hofstetter.

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