Nicholas Eames: Könige der Finsternis

Nicholas Eames Könige der Finsternis

Zeit für verwitterte Helden: Könige der Finsternis von Nicholas Eames. Foto: Jörn Käsebier

Braucht die Welt noch alte Männer? Dieser Tage lautet die Antwort zumeist „Nein“. Doch in „Könige der Finsternis“ von Nicholas Eames ist dies anders. In diesem Fantasy-Buch lautet die Antwort „Ja“. Denn ohne die alten Kämpen steht die Menschheit vor einem Riesenproblem.

Die Geschichte vom letzten Coup, letzten Kampf oder der letzten Schlacht ist schon viele Male erzählt worden. Nur selten jedoch ist dabei eine so lustige und unterhaltsame Geschichte herausgekommen wie in „Könige der Finsternis“. Im angehängten Interview erläutert Nicholas Eames, dass er als Vorbild für die alten Söldner Musiker gewählt hat. Unter dem Namen „Die Saga“ wurden sie zu den Rockstars ihrer Welt.

Könige der Finsternis wiedervereinen

Am Anfang steht die Reunion. Gabriel, der Frontman der Truppe, gesteht Clay, aus dessen Sicht die Handlung erzählt wird, dass seine Tochter in Gefahr ist. Mit ihrer Söldnertruppe wird sie von einer Horde Monster in einer fernen Stadt belagert. Mit Clays Hilfe gelingt es Gabriel, Ganeelon, Moog und Matrick wieder zusammen zu bringen. Allerdings liegt noch der Herzwyld zwischen ihnen und ihrem Ziel. In diesem Wald lauern nicht nur Monster, sondern auch eine tödliche Krankheit.

Bis wir an diesem Punkt sind, ist allerdings schon ein großer Teil der Handlung vorbei. Nicholas Eames nimmt sich viel Zeit, um „Die Saga“ wiederzuvereinen. Dabei unterläuft er immer wieder die Erwartungen des Protagonisten und der Leser. Das sorgt für einige komische und spannende Szenen und bringt manche überraschende Wendung.

Nicholas Eames setzt auch mal auf Zufall

Da aus Clays Perspektive erzählt wird, bietet auch nur er Einblick in die Gedankenwelt. Der Mann mit dem Schild ist zwar nicht der schlaueste, doch er reflektiert gut seine Gefühle. Nur selten gibt er sich der Nostalgie hin, verklärt die Vergangenheit nicht so wie seine Mitstreiter. Seine ruhige Entschlossenheit ist es, die die Söldner zusammenhält.

Zu den Schwächen des Buchs gehört, dass der Spannungsbogen schon mal ein wenig durchhängt. Auch sind es doch sehr viele magische Kreaturen, die kurze Auftritte haben. Die Helden verdanken ihr Überleben ein wenig zu oft dem Zufall und das Ende kommt ein wenig plötzlich.

Debüt macht Hoffnung auf mehr

Könige der Finsternis von Nicholas Eames

Nicholas Eames: Könige der Finsternis

Da die Geschichte in sich abgeschlossen ist, wird es wohl nicht zu einem Wiedersehen mit Clay, Gabriel, Ganelon, Moog und Matrick kommen. Dafür wird Nicholas Eames hoffentlich weitere Werke schreiben. Hoffentlich ist dem Kanadier mehr Erfolg beschienen als seinem Landsmann Sebastien DeCastell, der Eames unterstützt hat. Denn sein Debüt ist ihm gelungen: feine Unterhaltung für Fantasy-Fans.

„Könige der Finsternis“ von Nicholas Eames ist bei Heyne erschienen. Die Paperback-Ausgabe geht über 640 Seiten und kostet 16,99 Euro, das E-Book 13,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Michael Siefener, der zum Beispiel auch die bei Heyne erschienenen Bücher von Brandon Sanderson übersetzt hat.

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