Bänder der Trauer von Brandon Sanderson

Brandon Sanderson: Bänder der Trauer

Brandon Sanderson: Bänder der Trauer

Die Bänder der Trauer sollen einmal dem Obersten Herrscher gehört haben. Nach seinem Sturz gingen sie verloren, doch die magischen Artefakte könnten dem verbrecherischen Kreis dabei helfen, eine mächtige Armee aufzustellen. Auch ohne Unterstützung durch den Einträchtigen gehen Wax, Wayne und ihre Gefährten auf die Suche nach den Bändern, in Band 6 der Nebelgeborenen-Romane von Brandon Sanderson.

Wax Wayne und die Bänder der Trauer

In „Bänder der Trauer“ ändern sich die Aufgaben von Wax und Wayne. Waren sie im Rauland, dem Wilden Westen nachempfunden, eine Art Wyatt Earp und Doc Holliday, sind sie nun als Indiana-Jones-Team unterwegs. Erstmals spielt die Handlung nicht im Rauland, kaum in Elantel, sondern im südlichen Teil des Beckens von Elantel. Nach Neu-Seran reisen die beiden zusammen mit Marasi, ihrer Schwester Steris und der Kandra MeLaan.

Erzählt wird, bis auf wenige Ausnahmen, aus den Perspektiven von Marasi, Wax und Wayne. Brandon Sanderson bemüht sich aber, allen fünf Figuren breiten Raum zu geben. Immer wieder wechselt er die Konstellationen, in denen sie unterwegs sind. Dadurch geht ein wenig der Reiz des Gegensatzpaares Wax und Wayne verloren, dafür wiederholt sich der amerikanische Fantasy-Autor auch nicht zu sehr. Der Erzählton ist überwiegend leicht und locker, wie er die zweite Trilogie um die Nebelgeborenen überwiegend prägt. Anders als der Titel vermuten lässt, gibt es auch weniger schwermütige Passagen bei Wax als noch im Vorgänger, „Schatten über Elantel“.

Phantastische Begegnung im Fantasy-Roman

„Bänder der Trauer“ ist sehr actionlastig. Neben die selbstverständlich eingesetzte Magie treten technische Hilfsmittel immer weiter in den Vordergrund. Hier zeigt sich der rasante Fortschritt in der industriellen Welt, wie er einer Welt des nachempfundenen späten 19. Jahrhunderts angemessen ist. Allerdings bringt Brandon Sanderson noch eine Begegnung mit einer anderen Zivilisation hinein, wie man sie eher bei einer Space Opera oder einem Science-Fiction-Roman erwarten würde. Das hat etwas von den Teilen bei Indiana Jones, die überzogen und kitschig geraten sind. Gibt es in den Filmen wenigstens noch eine ironische Brechung, so fehlt sie in den Nebelgeborenen-Romanen leider (allenfalls Wayne sorgt für ironische Momente). Das mindert ein wenig den Genuss dieses ansonsten gelungenen Buches.

Mit Band 6 endet die Nebelgeborenen-Reihe noch nicht. „The Lost Metal“ ist der Titel von Band 7, der die Romane mit Wax und Wayne abschließen wird. Das bedeutet aber nicht, dass Brandon Sanderson mit den Nebelgeborenen dann fertig ist. Er plant noch eine ganze Trilogie, die in einer Zeit spielen soll, die der des Kalten Krieges in den 1980ern ähnelt. Bis davon etwas zu lesen sein wird, dürfte noch einige Zeit vergehen. Mit dem siebten Nebelgeborenen-Roman etwas weniger, mit ihm ist aber auch erst frühestens im Herbst 2018 im Original zu rechnen.

„Bänder der Trauer“ von Brandon Sanderson ist bei Piper erschienen. Die Klappenbroschur-Ausgabe geht über 592 Seiten und kostet 17 Euro. Die Übersetzung stammt von Karen Gerwig.

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2 Gedanken zu „Bänder der Trauer von Brandon Sanderson

  1. Ich habe ja nach der ersten Nebelgeborenen- Trilogie aufgehört. Ich fand diese toll, aber irgendwie konnte ich mich mit dem neuen Setting nicht anfreunden. Mag Sandersons Bücher ansonsten aber sehr.

  2. Pingback: Nicholas Eames: Könige der Finsternis | Der Fantasy Weblog

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