Schattenklingen – eine Anthologie von Joe Abercrombie

Buchcover von Schattenklingen

Schattenklingen – eine Anthologie von Joe Abercrombie

Schwertkämpfe auf dem schlammigen Boden des Nordens, Diebstähle in den Städten Styriens und Inkompetenz in der Armeeführung der Union – in der Anthologie „Schattenklingen“ führt Joe Abercrombie seine Leser durch bekannte Szenarien seiner Welt der Klingen-Romane.

„Schattenklingen“ (Sharp Ends) ist eine Sammlung von 13 Geschichten. Zeitlich betrachtet geht es mehr als zehn Jahre vor den Ereignissen in „Kriegsklingen“ los und endet nach dem Ende von „Blutklingen“. Jede Geschichte der Anthologie hat Bezug zur Handlung eines der Klingen-Romane, sei es die Trilogie oder einer der Einzelbände, „Racheklingen“, „Heldenklingen“ und „Blutklingen“. Die Protagonisten und Nebenfiguren der Geschichten von Joe Abercrombie sind zum Teil gute Bekannte, zum Beispiel Inquisitor Glokta (bevor er Inquisitor wurde), der Blutige Neuner (aus der Sicht seines Gegners Bethod) und Scheu, die das friedliche Bauernleben nicht erträgt.

Abercrombie wechselt die Perspektive

Auch die Schauplätze sind aus den Romanen vertraut. Verbunden werden sie durch die styrische Meisterdiebin Schev und die Amazone Javre, Löwin von Hoskopp, die zusammen durch die Welt ziehen – meist auf der Flucht vor jemandem. Sie sind typische Abercrombie-Figuren: Sie wollen aus ihren Verhältnissen ausbrechen und werden doch immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt.

Nicht alle Geschichten in „Schattenklingen“ sind gelungen. Bei mancher ahnt man das Ende gleich zu Beginn. Doch einige Geschichten stechen heraus: „Gestern, bei einem Dorf namens Barden“ mit Bremer dan Gorst zeigt im Kleinen die Schwierigkeiten der Kriegsführung im Norden und die Folgen des Krieges für die Zivilbevölkerung. „Allzeit harte Zeiten“ bringt alle Qualitäten eines Heist-Movies mit – überraschende Wendungen und Gangstern, die sich gegenseitig austricksen inklusive. Und „Erschuf ein Ungeheuer“ zeigt den Konflikt um den Norden aus der Sicht von Bethod und beleuchtet sein Verhältnis zu Logen genauer.

„Schattenklingen“ bereitet neue Trilogie vor

Mit der Veröffentlichung von „Schattenklingen“ hat sich Joe Abercrombie etwas Zeit erkauft. Denn seine Fans warten bereits ungeduldig auf die nächste Trilogie, in der der Kampf zwischen Union und Gurkhisen in die nächste Runde geht. Einen Erscheinungstermin für das erste Buch gibt es noch nicht. Abercrombie hat bislang erst verraten, dass die Handlung zwei bis drei Jahrzehnte nach „Königsklingen“ spielen wird. Als Schauplätze dienen die Union und der Norden, erstere an der Schwelle zur Industrialisierung. Zudem dürften altbekannte Figuren nur am Rande auftauchen, da sich Abercrombie vorgenommen hat, nicht mehr die Perspektive von Charakteren zu schildern, aus deren Sicht er bereits erzählt hat.

„Schattenklingen“ von Joe Abercrombie ist bei Heyne erschienen. Die Anthologie geht in der Klappenbroschur-Ausgabe über 432 Seiten und kostet 12,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Kirsten Borchardt.

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