Steinerner Himmel – Die große Stille 3 von N. K. Jemisin

Die große Stille 3: Steinerner Himmel

Abschluss der Trilogie „Die große Stille“: Steinerner Himmel von N. K. Jemisin. Foto: Jörn Käsebier

Die Ausgangslage in „Steinerner Himmel“ von N. K. Jemisin ist klar: Es geht um die Rettung der Stille. Ihre Gem hat Essun zwar zunächst retten können – zu einem schrecklichen Preis. Doch ob die Menschheit überlebt, hängt davon ab, ob die Orogene den Mond wieder in seine Umlaufbahn um die Erde holen kann. Und eigentlich möchte Essun zuvor ihre Tochter Nassun finden …

„Steinerner Himmel“ ist der schwächste der drei Bände der Trilogie „Die große Stille“. „Zerrissene Erde“ war formal der gelungenste, mit seinen drei Frauenfiguren, deren Handlungsstränge am Ende zusammenlaufen. „Brennender Fels“ enthielt die meiste Action und rückte Nassun stärker in den Mittelpunkt, endet aber damit, dass die großen Kämpfe von Nassun und Essun am Ende gekämpft sind.

Steinerner Himmel – ein Mutter-Tochter-Drama

Anders als bei anderen Trilogien gleicht „Die große Stille“ im Aufbau mehr einem klassischen Drama. Und da geht der Spannungsbogen Richtung Ende nach unten. In „Steinerner Himmel“ ist von Beginn an klar, dass sowohl Essun als auch Nassun versuchen werden, den Mond zur Erde zurück zu holen. Weil beide jedoch unterschiedliche Ziele dabei verfolgen, kommt es zum Mutter-Tochter-Konflikt – auch wenn beide ihn nicht suchen.

Dass der Handlungsverlauf klar absehbar ist, mindert dennoch nicht die Qualität des Buches. Besonders Lesern, die nicht so genreaffin sind, dürfte es willkommen sein, dass das Buch nicht ganz so handlungsgetrieben ist. N. K. Jemisin gibt hier nämlich der Vorgeschichte breiten Raum. Wie es zur Versklavung der Orogenen kam, wie der Konflikt mit Vater Erde seinen Anfang nahm und wie die Steinesser entstanden. Diese Fragen werden im dritten Band von Hoa beantwortet, aus dessen Sicht erzählt wird. Jemisin rückt so noch einmal ihre zentralen Themen, Sklaverei, Freiheit und Naturschutz, in den Mittelpunkt. Das alles in ihrem präzisen, knappen Stil, der wenig Schnörkel enthält, aber viel Informationen transportiert.

Von der Stille ins laute New York

Steinerner Himmel von N. K. Jemisin

N. K. Jemisin: Steinerner Himmel

Ein Rückkehr in die faszinierende Welt der Stille dürfen wir nicht erwarten. Jemisin hat sich vorerst ihrer Heimat New York zugewandt. In „The City We Became“ schildert sie die Metropole als lebendiges Wesen, fleischgeworden in fünf Figuren, die für einzelne Bezirke stehen. Sie müssen die Stadt verteidigen, ganz wie in so vielen Superheldenfilmen. Ob und wann eine deutsche Übersetzung erscheint, ist noch nicht bekannt.

„Steinerner Himmel“ von N. K. Jemisin ist bei Knaur erschienen. Die Klappenbroschur-Ausgabe von „Die große Stille 3“ geht über 432 Seiten (mit Anhang) und kostet 14,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Susanne Gerold.

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