Knaur-Fantasy: Das Herbstprogramm 2019

Herbstprogramm 2019 Knaur-Fantasy

Das Herbstprogramm 2019 von Knaur-Fantasy fällt etwas dünner aus als sein Vorgänger. Foto: Jörn Käsebier

Knaur-Fantasy: Im Herbstprogramm 2019 gibt es ein Wiederlesen mit bekannten Autoren. Darunter sind N.K. Jemisisn, Leigh Bardugo und mehrere deutschsprachige Autoren. Sie alle setzen frühere Werke fort oder beginnen neue Fantasy-Stoffe.

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Jahresrückblick: Die besten Fantasy-Bücher 2018

Die Advents- und Weihnachtszeit sind zugleich die Zeit der Jahresrückblicke. Da soll der auf die Fantasy-Bücher 2018 nicht fehlen. Mit 24 Rezensionen ist es sogar noch eine mehr als im vergangenen Jahr geworden. Auf dieser Grundlage erfolgt der subjektive Jahresrückblick mit einem kleinen Ausblick auf 2019.

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Zerrissene Erde von N.K. Jemisin – eine Rezension

Zerrissene Erde von N.K. Jemisin

Zerrissene Erde von N.K. Jemisin   Foto: Jörn Käsebier

Für „The Fifth Season“ bekam N.K. Jemisin 2016 ihren ersten Hugo Award. Mit „Zerrissene Erde“ ist Anfang August die deutsche Übersetzung erschienen. So können sich nun auch deutschsprachige Leser davon überzeugen, ob es sich bei dem Roman um ein Meisterwerk handelt.

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Knaur 2018: Fantasy mit Heitz, Husberg und Bardugo

Knaur Fantasy 2018: Das Frühjahrsprogramm      Foto: Jörn Käsebier

Knaur 2018: Das Fantasy-Frühjahrsprogramm. Foto: Jörn Käsebier

Wann kann das Frühjahr beginnen, wann wird es enden? Blickt man auf die Verlagsprogramme, dann können die Termine ziemlich abweichen, oder zumindest überschneiden sich Frühjahr und Herbst recht stark. So auch bei Knaur 2018 in der Fantasy.

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N.K. Jemisin: Die Rivalin der Götter – Das Erbe der Götter 3

Cover von Die Rivalin der Goetter

N.K. Jemisin: Die Rivalin der Götter

Nachdem in den ersten zwei Bänden von „Das Erbe der Götter“ die drei großen Götter im Mittelpunkt standen, wendet sich N.K. Jemisin in „Die Rivalin der Götter“ dem ersten Gottkind zu: Si’eh. Seine Natur ist es, Kind zu sein und sich nicht an die Regeln zu halten, sondern die Grenzen zu testen. Jahrhundertelang war er ein Sklave der menschlichen Herrscher, den Arameri. Nach seiner Befreiung hielt er sich nur selten im Reich der Sterblichen auf.

„Die Rivalin der Götter“ ist Band 3 der Reihe „Das Erbe der Götter“

Bei einem seiner seltenen Besuche trifft Si’eh im Palast von Elysium auf zwei Kinder. Die Geschwister Shahar und Dekarta Arameri sind fasziniert vom Gottkind und auch Si’eh kann sich ihrer Ausstrahlung nicht entziehen. Doch bei einem Aufeinandertreffen geschieht etwas Merkwürdiges – der Gott findet sich im jugendlichen Körper eines Menschen wieder. Wider seiner kindlichen Natur ist er gealtert und dem Großteil seiner Macht beraubt. Doch Si’eh muss sich als Mensch beweisen und zeigen, ob seine Freundschaft zu Shahar und Dekarta noch gilt, denn die Welt steht vor einer Zerreißprobe. Die Herrschaft der Arameri, aber auch die der Götter ist bedroht.

N. K. Jemisin lässt den Kindgott reifen

Der deutsche Titel führt ein wenig in die Irre. Denn während bei den beiden Vorgänger-Bänden zwar jeweils ein starker Frauencharakter dominierte, ist dies in „Die Rivalin der Götter“ nicht der Fall. Shahar spielt nicht die Hauptrolle – im Mittelpunkt steht Si’eh, der beide Geschwister liebt. Jemesin wählt erneut – wie bereits bei den großen drei Göttern, die für Licht, Dunkelheit und Schatten stehen – eine Dreieckskonstellation.

Außerdem geht es ihr dieses Mal nicht nur um das Menschliche in Göttern und das Göttliche in Menschen, sondern sie legt einen Schwerpunkt auf Eltern-Kind-Beziehungen. Si’eh reift, überdenkt das Verhältnis zu seinen Eltern und verliert seine Kindlichkeit. Auch bei den Arameri spielt das Verhältnis zwischen den Generationen eine wichtige Rolle.

Die Handlung von „Die Rivalin der Götter“ ist in sich abgeschlossen

Porträtfoto von NK Jemisin

Fantasy-Autorin N.K. Jemisin, Foto: Eugene C. Myers

„Die Rivalin der Götter“ ist zwar Teil der Reihe „Das Erbe der Götter“. Die Handlung steht aber für sich selbst. Die beiden Vorgänger „“Die Erbin der Welt“ und „Die Gefährtin des Lichts“ gelesen zu haben, erleichtert aber das Verständnis, da die Mehrzahl der handelnden Personen dann bereits bekannt ist, ebenso die Konstellationen in der von Jemisin erschaffenen Welt.

Im Anhang zu „Die Rivalin der Götter“ ist ein Kapitel mit Namen „Die Rückkehr des Lichts“ abgedruckt. „Das Erbe der Götter“ wird vorerst aber nicht weitergehen, den N.K. Jemisin hat mit „The Kingdom of Gods“ – so der Originaltitel von „Die Rivalin der Götter – die Inheritance Trilogy abgeschlossen. Sie wendet sich zunächst einer neuen Geschichte zu, „The Dreamblood Duet“ genannt. Die Welt darin ist an das alte Ägypten angelehnt, und erneut spielen Götter und ihre Anhänger eine große Rolle. Im Original erscheinen „The Killing Moon“ und „The Shadowed Sun“ im Mai beziehungsweise Juni 2012. Weitere Fragen zu den Büchern beantwortet Jemisin auf ihrer Homepage. Informationen über eine deutsche Übersetzung gibt es noch nicht.

„Die Rivalin der Götter“ von N.K. Jemisin ist bei Blanvalet erschienen. Die Handlung von „Das Erbe der Götter 3“ erstreckt sich im broschierten Taschenbuch über 608 Seiten (mit Anhang) und kostet 9,99 Euro. Die Übersetzung stammt wie bei den Vorgängern von Helga Parmiter.

Das Böse in der Fantasy

Das Böse – es ist schwer zu fassen. Aktuell versuchen drei Bücher zu definieren, was das Böse in seinem Kern ist, was es ausmacht, was es charakterisiert. Glaubt man Burkhard Müller und seiner Rezension in der Süddeutschen Zeitung, scheitern alle drei Autoren, die es im Format eines Sachbuchs probieren. Auch Müller selbst kommt am Ende nicht weit; Stephen King und sein Alien in „Es“ müssen am Ende für eine Definition des Bösen herhalten.

Dabei ist an „Es“ die Auflösung eigentlich das Langweilige, verliert das Böse seinen Zauber und wird banal, gerade wie es Müller an den drei Autoren kritisiert. Die phantastische Literatur hat viel bessere Versionen des Bösen zu liefern, und besonders die Fantasy tut sich in diesem Punkt hervor.  Das Böse ist in erster Linie die Versuchung, die Verführung und die Verlockung. Klassisch steht dafür in der Fantasy der Ring, den Frodo in Mordor vernichten soll. Gandalf, Galadriel und alle klugen Helden Mittelerdes widerstehen dem Bösen, indem sie es ablehnen, den Ring zu übernehmen. Und selbst der reine (und in der Verfilmung so weinerliche) Frodo ist dem Bösen des Rings am Ende ausgeliefert, sodass nur die Gier des Gollum am Ende die Katastriophe verhindert. Doch dann gibt es da noch Sauron, der ganz märchenhaft klassisch, für das Böse steht – unterwerfen und herrschen will er sowie die bisherige Ordnung zerstören und ablösen.

Das Böse in der Fantasy ist vielfältig

In modernen Fantasy-Romanen ist das Böse oft viel exotischer. Es müssen gar keine Aliens, Monster und Dämonen gefunden werden, die vom Leid der Menschen leben. Das Böse entsteht aus einer Position der Stärke und Allmacht, wie etwa bei Joe Abercrombie, bei dem vor allem der Gegenentwurf – also das Gute – fehlt. Oder es ernäht sich vom Hass der Unterdrückten, Diskriminierten und Verstoßenen wie bei Ken Scholes und David Anthony Durham. Manchmal ist es auch nur eine Frage der Perspektive, wie N.K. Jemisin es meisterhaft zeigt, was Gut und was Böse ist.

Am stärksten aber bleibt das Böse, solange es undefiniert bleibt. Die Macht des Unbekannten fördert die Angst vor dem Bösen. Es zu fassen, bedeutet häufig, es zu banalisieren. Das mag ihm zwar die Fanszination nehmen und beim Einzelnen auch die Angst vor dem Bösen – doch am Ende wird es langweilig, fad und alltäglich. So, als würde das Böse in jedem von uns stecken. Was vielleicht stimmt, am Ende aber eine ziemlich banale Erkenntnis wäre.