Ken Liu: Seidenkrieger – Die Stürme von Dara

Ken Liu Seidenkrieger - Die Stürme von Dara

Auf zu neuen Ufern: In „Die Stürme von Dara“ thematisiert Ken Liu die Folgen von Entdeckerreisen. Foto: Jörn Käsebier

Ken Liu widmet sich in „Seidenkrieger – Die Stürme von Dara“ einer originellen Frage: Was, wenn große Entdecker auf eine fremde Zivilisation treffen, die ihnen militärisch überlegen ist? Was, wenn diese Fremden sich die Technologie der Entdecker zunutze machen und nun umgekehrt in deren Heimatland einfallen? Denn genau das passiert in der Seidenkrieger-Reihe. Und die Landung erfolgt zu einem ungünstigen Zeitpunkt, nämlich als der Hof um den Löwenzahnthron gespalten ist und die beste Strategin des Hochverrats angeklagt ist.

Die Stürme von Dara spülen Invasoren an Land

Dieses Szenario entspräche in etwa einer Landung der Azteken in Spanien. Während das nicht passierte, gibt es in der chinesischen Geschichte durchaus Ereignisse, die Ken Liu für seinen Fantasy-Roman anpasste und veränderte. Die Seidenkrieger-Reihe handelt von der Entstehung der Han-Dynastie. Diese war in Konflikte mit Reiternomaden aus der heutigen Mongolei verwickelt. Im Roman sind es nur nicht Pferde, die die Lyucu verwenden, sondern Garinafin genannte Wesen, die fliegen und Flammen spucken können. An deren Fähigkeiten müssen sich die Heerführer und Soldaten aus Dara erst einmal gewöhnen.

In „Die Stürme von Dara“ geht Ken Liu zudem der Frage nach, welche Auswirkungen Invasionen auf den Glauben der Einheimischen haben. Denn in der Seidenkrieger-Reihe spielen die Götter im Hintergrund eine entscheidende Rolle. Ihre Überlegungen und Wege einzugreifen gehören zu den besten Passagen des Buches.

Ken Liu nimmt stärkste Figur aus dem Spiel

Schade für die Seidenkrieger-Reihe ist, dass Ken Liu nach dem fulminanten ersten Band mit seiner tollen Hauptfigur Kuni Garu, diese im zweiten und dritten Band in den Hintergrund treten lässt. Da die Thronfolge eine wichtige Rolle spielt, ist dies inhaltlich nachvollziehbar, doch leider wird die interessante und gewitzte Figur marginalisiert.

Dafür treten seine Frauen und Kinder stärker in den Vordergrund – mit all ihren Stärken und Schwächen. Die wichtigsten Rolle nimmt dabei Théra ein. Hinzu kommen Berater wie Zomi Kidosu und Freunde sowie die geheimnisvollen Lyucu. Insgesamt reichen Band 2, „Die Götter von Dara“, und 3 nicht an den ersten, „Die Schwerter von Dara“, heran, sind aber dennoch originell und lesenswert.

Seidenkrieger-Reihe geht weiter

Ken Liu: Seidenkrieger - Die Stürme von Dara

Band 3: Die Stürme von Dara

Man darf daher gespannt sein, wie Ken Liu seine – im Original – Trilogie abschließt. In der deutschen Übersetzung könnten erneut zwei Bände daraus werden. Bleibt zu hoffen, dass diese überhaupt erscheinen. Dass Band 3 nur elektronisch herausgekommen ist, ist kein gutes Zeichen.

„Seidenkrieger – Die Stürme von Dara“ von Ken Liu ist bei Knaur erschienen. Das E-Book kostet 9,99 Euro und geht über 448 Seiten. Die Übersetzung stammt von Christiane Steen.

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