„Windjäger“ von Jim Butcher – Rezension des Fantasy-Buchs

Jim Butcher: Windjäger

Jim Butcher: Windjäger

Bereits der Titel und das Cover legen die Vermutung nahe – der Himmel spielt in „Windjäger“ von Jim Butcher eine wichtige Rolle. Aeronauten durchqueren ihn mit ihren Luftschiffen. Nun haben es Fantasy-Bücher mit Luftschiffen und Maschinen in Deutschland in den vergangenen Jahren nicht leicht gehabt. Die Steam-Punk-Welle schwappte nicht so recht aus dem anglo-amerikanischen Raum in den deutschsprachigen. Doch so steam-punkig ist „Windjäger“ am Ende nicht – auch wenn die Luftschiffe futuristisch anmuten und fast schon Raumschiffen gleichen.

Windjäger und Katzenpfoten

Die Geschichte ist nämlich nicht im Viktorianischen Zeitalter angesiedelt, sondern spielt in einer Fantasy-Welt. Die Schiffe sind darin die einzigen Transportmittel, um zwischen den Türmen, in denen die Menschen leben, hin und her zu reisen. Die Türme haben jeweils ihre eigene Regierung und wohl auch unterschiedliche Staatsformen – in „Windjäger“ lernen wir allerdings nur Turm Albion kennen. In diesem gibt es einen Archon, der seiner Macht offiziell entsagt hat, hinter den Kulissen jedoch viele Strippen zieht und auch noch eine Garde unterhält. So spielt er auf den Ebenen des Turms, die Habbel genannt werden, eine wichtige Rolle. Das wird deutlich, als Schiffe des Turms Aurora Turm Albion angreifen.

Leser lassen sich bei dem Fantasy-Roman von Jim Butcher aber nicht nur auf eine Geschichte mit Luftschlachten und Magie ein, sondern müssen auch tierische Protagonisten und Kriegerstämmige, eine Art Tiermenschen, akzeptieren. Eine der Erzählstimmen gehört gar einer Katze. Diese teilt nicht nur einen Teil ihrer Gedanken mit den Lesern, sondern unterhält sich in der Katzensprache auch mit ausgewählten Menschen.

Jim Butcher mag sprechende Namen

Zu diesen Auserwählten zählt Bridget. Die Tochter aus ehemals gutem Hause trifft über die Garde des Archons auf Gwen Lancaster. Deren Familie züchtet die für Luftschiffe wichtigen Kristalle (ob Butcher nur auf die adelige Familie anspielt, die aus den Rosenkriegen bekannt ist, oder auch auf den gleichnamigen Bomber, bleibt dahin gestellt). Zu den weiteren Figuren zählen Kapitän Grimm und Folly, eine junge Äthermagierin. Gegen Ende des ersten Drittels von „Windjäger“ haben sich die Protagonisten versammelt und das Abenteuer beginnt. Grimm als Aeronaut und Kapitän eines Luftschiffs nimmt die wichtigste Rolle ein, und mit Major Espira vom Turm Aurora ist auch die Perspektive des Gegners vertreten. Die sprechenden Namen einiger Figuren, wie Grimm und Folly, werden leider nicht übersetzt – was in Fantasy-Büchern aber nicht unüblich ist. Wer darüber hinaus ein wenig Latein kann, erschließt sich auch die Namen der Türme.

Das Fantasy-Buch „Windjäger“ soll nur den Auftakt zu einer ganzen Reihe bilden. Jim Butcher hat jedoch noch keine Angaben zum Veröffentlichungsdatum der Fortsetzung gemacht, daher werden sich die Leser ein wenig gedulden müssen und hoffen, dass es dann auch eine deutsche Übersetzung geben wird. Und auf die darf man sich freuen, denn Jim Butcher ist eine spannende und unterhaltsame Geschichte gelungen, die sich nicht immer ernst nimmt (und dies nicht nur in den Katzenkapiteln) und nur wenige Schwächen hat.

„Windjäger“ von Jim Butcher ist bei Blanvalet erschienen. Die Ausgabe geht über 768 Seiten und kostet 9,99 Euro, das E-Book 8,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Andreas Helweg, der auch die Codex-Alera-Bücher von Jim Butcher übersetzt.

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