A. K. Larkwood: Die dunklen Pfade der Magie – eine Rezension

A. K. Larkwood Die dunklen Pfade der Magie
„Die dunklen Pfade der Magie“ oder „Die Jagd nach dem geheimnisvollen Artefakt in der Schachtel“. Foto: Jörn Käsebier

Csorwe wählt das Leben. Ihre Rolle des Orakels und dann Opfers des Unaussprechlichen, einer Gottheit, folgt sie Belthandros Sethennai auf die dunklen Pfade der Magie in die großen weiten Welten. Dort erwartet sie eine Ausbildung zur Schwertkämpferin und all das, was zu einem Leben dazu gehört – inklusive Liebe und Tod.

Die Britin A. K. Larkwood hat mit ihrem Debüt „Die dunklen Pfade der Magie“ für einigen Marketingrummel gesorgt. Das liegt weniger am Weltenentwurf, dabei ist dieser durchaus spannend. Denn mit fliegenden Schiffen kann man hier über verschiedene Tore in ganz unterschiedliche Welten gelangen – auch untergegangene oder im Untergang begriffene.

Genre-Mix und aufgefrischte Völker

Das macht dieses Buch zu einer Genre-Mischung aus Fantasy mit Space-Elementen und Abenteuergeschichte à la Indiana Jones. Ausgrabungen, magische Artefakte und rachsüchtige Götter gehören zu diesem Fantasy-Buch dazu.

Leider macht Larkwood aus diesem Setting nur wenig. Ihr geht es nämlich auch darum, Traditionen der Fantasy zu modernisieren. Dazu gehört, dass Csorwe (Englisch ksor-way ausgesprochen) zu den Orks gehört. Auch Elfen spielen eine Rolle, ohne so genannt zu werden. Doch warum auf Fantasy-Völker zurückgreifen, wenn die Unterschiede dann nicht relevant sind? Eine menschliche Vielfalt wäre da naheliegender gewesen.

Figuren in „Die dunklen Pfade der Magie“

Bei den Hauptfiguren Csorwe, Belthandros und Tal ist ihre sexuelle Orientierung wichtiger als ihre Herkunft. Was prima ist, ebenso, dass heterosexuelle Liebe nur eine Randrolle spielt. Doch die Liebesgeschichte mit Csorwe berührt kaum, da die Protagonistin sich selbst fremd bleibt, dadurch aber auch den Lesern. Belthandros soll möglichst undurchschaubar sein (und hat auch keine Erzählstimme) und Tal ist am Ende ziemlich simpel als Figur geraten.

Wenn die Figuren schon nicht so fesseln, könnte die Geschichte es herausgreifen. Doch leider ist die Handlung eher lahm. Viele Redundanzen führen dazu, dass man innerlich gern 100 Seiten oder mehr überspringen möchte. Dabei ist „Die dunklen Pfade der Magie“ mit 540 Seiten nicht einmal ein besonders langes Fantasy-Buch.

A. K. Larkwood plant Fortsetzung

Die dunklen Pfade der Magie
A. K. Larkwood: Die dunklen Pfade der Magie

Die britische Autorin ist mit ihrem Debütroman dennoch so erfolgreich, dass es mindestens eine Fortsetzung geben wird. Die bietet sich bei der Geschichte zwar nicht unbedingt an. Andererseits – wer die Figuren mag, möchte vielleicht wissen, wie es bei ihnen weitergeht. Und das Konzept der Labyrinth-Welt lässt genügend Orte übrig, die die Protagonistinnen entdecken können. Im Original soll „The Thousand Eyes“ bereits im August 2021 erscheinen.

„Die dunklen Pfade der Magie“ von A. K. Larkwood ist bei Fischer Tor erschienen. Die Klappenbroschur-Ausgabe geht über 544 Seiten und kostet 16,99 Euro. Der Preis für das E-Book beträgt 14,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Sara Riffel.

2 Gedanken zu „A. K. Larkwood: Die dunklen Pfade der Magie – eine Rezension

  1. Da stimme ich uneingeschränkt zu, ich konnte mich ebenfalls mit keiner der Figuren anfreunden. Jede Menge verschenktes Potenzial beim Weltenbau und abgesehen davon, dass die Charaktere divers sind, hat dieses Buch meiner Meinung nach überhaupt nichts vorzuweisen.

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