Alif der Unsichtbare von G. Willow Wilson

Alif der Unsichtbare

G. Willow Wilson: Alif der Unsichtbare

Elemente eines Techn-Thrillers und phantastischer Erzählungen bringt G. Willow Wilson in ihrem Debütroman „Alif der Unsichtbare“ zusammen. Die amerikanische Muslima greift dabei auf ihre Kenntnisse über den Nahen Osten zurück sowie auf ihre Erfahrungen als Comic-Geek und –Autorin.

Alif der Unsichtbare: Wie es beginnt

Alif kann gut von seinen Diensten als Hacker leben. Er arbeitet für alle, die Hilfe vor Regierungen brauchen, ist dabei aber nicht wählerisch, ob es sich um religiöse Fanatiker, moderate Liberale oder andere politische Dissidenten handelt. Doch als seine Geliebte ihm gesteht, dass sie einen anderen Mann heiraten wird, schreibt er ein Programm, das ihn online zu Alif dem Unsichtbaren machen soll. Mit ungeahnten Folgen: Alif wird zum Gejagden und kann nur mithilfe des Buches „Tausendundein Tag“ sein Leben, seine Freunde und seine Familie retten. Dieses Buch soll von Dschinn geschrieben sein …

„Alif der Unsichtbare“ spielt in einer Parallelwelt, die sehr eng an die reale Welt angelehnt ist. Die Stadt wird die Metropole nur genannt, in der Alif lebt und in der die Handlung spielt. Diese Stadt liegt am Persischen Golf, wird von einem Scheich regiert und in ihr leben vor allem arabisch- und indischstämmige Menschen. Was die Stadt von realen Vorbildern abhebt, ist der Bezug zum Phantastischen: „Von einem Dschinn-Heiligen islamisiert (so zumindest besagte es die Geschichte), liege sie am Scheideweg zwischen der irdischen Welt und dem Leeren Viertel, dem Reich der Ghule und Ifrit, die die Gestalt von Tieren annehmen können“, heißt es im ersten Kapitel. Alif hält die Dschinn, Ghule und Ifrit für Mythen, muss aber erkennen, dass er falsch liegt.

Originelles Setting

Wilson bringt in der Handlung die Dschinn-Mythen und modernes Leben zusammen. Da geht sie einen anderen Weg als andere Fantasy-Autoren, die zuletzt arabische oder orientalische Settings gewählt haben, wie Saladin Ahmed und Bradley Beaulieu. Mit der Rolle des Internet in Diktaturen greift die Autorin ein aktuelles Thema auf. Zum einen bietet die Online-Welt Freiheiten, zum anderen ist sie stark reglementiert, und die Zensoren machen Jagd auf alle Abweichler. Macht hat, wer Code programmieren und verbreiten kann. Dass aus diesem Code künstliche Intelligenz werden kann, die Menschen gefährlich wird, zeigt der Roman ebenfalls.

Diese wichtigen Themen werden im Buch zum Teil aber nur angerissen und bleiben so etwas oberflächlich. Das ändert aber nichts daran, dass „Alif der Unsichtbare“ sich durch sein Setting und die Verknüpfung von moderner Technologie und phantastischen Wesen von anderen Fantasy-Büchern klar unterscheidet. Ein gelungenes Debüt von Wilson, dem hoffentlich weitere spannende Bücher der Autorin folgen werden.

„Alif der Unsichtbare“ von G. Willow Wilson ist bei Fischer Tor erschienen. Die Taschenbuchausgabe geht über 528 Seiten und kostet 9,99 Euro, das E-Book ebenso. Die Übersetzung stammt von Julia Schmeink.

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