Brian Lee Durfee: Der Mond des Vergessens

Brian Lee Durfee Der Mond des Vergessens

Brian Lee Durfee: Der Mond des Vergessens

Brian Lee Durfee legt mit „Der Mond des Vergessens“ den ersten Band seiner Reihe „Die fünf Kriegerengel“ vor. Die Handlung dieses High-Fantasy-Werkes spielt auf den Fünf Inseln. Dabei handelt es sich um eine tief gespaltene Welt, in der die Oghul rauben und plündern, die Zwerge ihre Ruhe wollen und die Menschen Krieg führen. Die Sor Sevier haben auf ihrem Kreuzzug bereits drei der Inseln unter ihre Kontrolle gebracht. Ihr eigentliches Ziel liegt aber noch vor ihnen: die Eroberung von Gul Kana, Sitz der Kirche von Laijon.

Dort ist man nur unzureichend auf den Konflikt vorbereitet. König Jovan ist jung, arrogant und unerfahren. Zudem steht er unter dem Einfluss des Großvikars. Seine beiden Schwestern Jondralyn und Tala nimmt er nicht ernst. Die Bruderschaft von Mia hingegen schon. Diese will die Entscheidungsschlacht hinauszögern, die die Apokalypse auslösen würde. Der Orden will zunächst die Nachfahren der fünf Kriegerengel mit den mächtigen Artefakten zusammenbringen, die die ursprünglichen Engel mit sich führten. Darunter befindet sich der Mond des Vergessens.

Figuren in „Der Mond des Vergessens“

Soviel zum Hintergrund der Geschichte. Die beiden Prinzessinen zählen zu den Hauptfiguren. Ein weiterer Protagonist ist Nail, ein Außenseiter, der mit seinem Meister in einem Fischerdorf lebt, das zum Ziel der Invasion aus Sor Sevier wird. Aus dem Landungsheer liefert Gault Aulbrek eine Innenansicht. Hinzu kommen weitere Nebenfiguren, aus deren Sicht nur einzelne Kapitel oder Abschnitte erzählt werden. Darunter auch einer der Bluthölzler. Diese reiten Pferde mit rotglühenden Augen, wie auf dem Buchcover zu sehen. Mit seiner Figurenwahl schafft es Durfee in seinem Fantasy-Debüt, vielseitige Einblicke zu geben. Ihre Handlungsstränge und Biografie sind gut durchdacht. Doch auch wenn sie glaubwürdig sind, weil sie etwa Fehler machen und nicht immer rational handeln – emotional lassen sie den Leser eher kalt. Es fehlt ein Sympathieträger. Und ein wenig schlauer dürften sie auch manchmal sein, vor allem die Prinzessinnen.

In „Der Mond des Vergessens“ stecken viele bekannte Tropen und Motive. Mit Nail gibt es zum Beispiel einen Waisen. Dies bewusst, da Durfee selbst nicht einen seiner Blutsverwandten kennt, wie er im Nachwort schreibt. Konventionell ist auch der religiöse Konflikt sowie der Rückgriff auf Fantasy-Völker. Neben den bereits erwähnten Oghul (eine Mischung aus Orks und Ogern) und Zwergen kommen mit den Valle noch Elben hinzu. Und Drachen gelten als klauenbewehrte Dämonen, die jedoch vernichtet sein sollen. Die Einflüsse von bekannten Autoren wie Tad Williams schimmern klar durch. Auch zum Werk Anthony Ryans drängen sich Parallelen auf. Die Rabenschatten-Trilogie und „Die fünf Kriegerengel“ spielen beide in einer mittelalterlichen Welt, eifern bekannten Vorbildern nach und sind dabei jedoch fast so düster wie „Das Lied von Eis und Feuer“. Es bleibt abzuwarten, ob Durfee auch so innovativ wie Ryan sein kann.

Die fünf Kriegerengel – in fünf Bänden

„Die fünf Kriegerengel“ sind als fünfbändige Serie angelegt. Durfee gibt an, dass sie alle ungefähr gleich lang werden sollen. Das bedeutet, dass mit einem schnellen Ende des Kreuzzuges nicht zu rechnen ist. Vielmehr dürften noch einige Wendungen folgen. Der Auftakt ist insgesamt gelungen und eröffnet viele Möglichkeiten, in die sich die komplexe Handlung entwickeln kann. Im amerikanischen Original soll Band 2 mit dem Titel „The Blackest Heart“ Ende des Jahres erscheinen. Mit einer deutschen Übersetzung ist also nicht vor Herbst 2019 zu rechnen.

„Der Mond des Vergessens“ von Brian Lee Durfee ist bei Klett-Cotta erschienen. „Die fünf Kriegerengel 1“ geht in der gebundenen Ausgabe über 888 Seiten und kostet 25 Euro. Die Übersetzung stammt von Andreas Heckmann.

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