Die Verräterin – Das Imperium der Masken von Seth Dickinson

Seth Dickinson: Die Verräterin - Das Imperium der Masken

Seth Dickinson: Die Verräterin – Das Imperium der Masken

Baru Kormoran ist eine Verräterin. Sie verrät ihre alte Heimat, ihre neue Heimat und während ihres ersten großen Auftrags eine Reihe von Menschen. Doch Verrat zerstört Vertrauen und bringt Einsamkeit mit sich. Damit umzugehen muss Baru Kormoran in „Die Verräterin“ von Seth Dickinson noch lernen.

Imperialismus ist das Meta-Thema des Fantasy-Romans. Das Imperium der Masken konnte sich ausbreiten, weil es technologisch weiter fortgeschritten ist als die Mehrzahl der Nachbarn, weil es geschickt Handel treibt und weil es in der Lage ist, weit im voraus zu denken und zu planen. Den Strippenziehern im Reich geht es nicht darum, Schlachten zu gewinnen, sondern Kriege.

Verräterin am Imperium der Masken

Diese Denkweise bekommt Baru Kormoran in einer Missionsschule des Imperiums gelehrt, nachdem dieses ihre Heimat Taranoke friedlich erobert hat. Während Baru sich von der Macht angezogen fühlt, will sie zugleich ihre Heimat befreien. Nur von innen heraus ist dies ihrer Meinung nach möglich, daher will sie innerhalb des Imperiums Karriere machen. Bereits ihre erste Mission stellt sie vor große Herausforderungen, denn sie soll für das Imperium der Masken die rebellische Kolonie Aurdwynn endgültig unterwerfen.

Baru Kormoran muss, um erfolgreich zu sein, ihre Überzeugungen verraten. Denn auch in Aurdwynn streben die Menschen nach politischer Selbstbestimmung und Freiheit vom Imperium. Die inneren Konflikte Barus schildert Dickinson überzeugend, darunter auch der um sexuelle Selbstbestimmtung. Das Imperium der Masken greift nämlich auch hier in die Traditionen der Kolonien ein.

Debüt von Seth Dickinson

Die Herrscher greifen in die Partnerwahl ihrer Untertanen ein. Vordergründig geht es um religiöse Überzeugungen, doch steht dahinter auch ein Züchtungsprogramm. Ziel ist es, die besten Eigenschaften der Völker zu vereinen. Auch wenn der Begriff „Rasse“ hierbei im Buch nicht zentral ist, sind die Parallelen zum 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht zu übersehen. Ginge es darum, das Perverse an Rassenideologien zu thematisieren, würde das Thema nur zeigen, wie abstoßend das Imperium der Masken ist. Doch da sogar Beispiele für die erfolgreiche Anwendung des Züchtungsprogramms gezeigt werden, begibt sich Seth Dickinson auf moralisch zweifelhafte Pfade.

Der ganz große Wurf ist dem amerikanischen Fantasy-Autor mit „Die Verräterin“ nicht gelungen. Die Intrigen sind längst nicht so kunstvoll wie etwa bei Ken Scholes oder Sebastien de Castell. Auch wenn das Buch in sich abgeschlossen ist, geht die Geschichte jedoch noch weiter, so dass sich der Autor nach seinem Debüt noch steigern kann. Ob es nur eine Trilogie oder gar eine Reihe wird, steht noch nicht fest.

„Die Verräterin – Das Imperium der Masken“ von Seth Dickinson ist bei Fischer Tor erschienen. Die Klappenbroschur-Ausgabe geht über 560 Seiten und kostet 16,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Jakob Schmidt.

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