Nocturna – Die gefälschte Magie 1 von Maya Motayne

Nocturna Die gefälschte Magie 1 Maya Montayne
„Das Spiel des Fuchses“ ist der Untertitel des Buches „Nocturna“ von Maya Montayne. Foto: Jörn Käsebier

Prinz Alfie kann seinem Schicksal nicht entfliehen. Nach dem Verschwinden und wahrscheinlichen Tod seines älteren Bruders ist er der Thronfolger von Castallan. Doch er hat die Suche nach seinem Bruder nicht aufgegeben und riskiert viel dabei. So trifft er auf die Diebin Finn, die ihr Gesicht verändern kann und eine dunkle Vergangenheit mit sich trägt. Das Spiel des Fuchses ist eröffnet …

Die Welt, in der „Nocturna“ spielt ist an das das 19. Jahrhundert angelehnt. Castallan dabei an Lateinamerika. Damit entfernt sich Maya Motayne erfrischend weit vom europäischen Mittelalter. Wobei es ihr wohl mehr darum ging, Diversität in der Fantasy-Literatur zu fördern (und damit junge Latinos in den USA anzusprechen). Ein lobenswertes Ziel, doch ein wenig mehr Verfremdung hätte es schon sein dürfen. So hat Castallan auf der Karte zum Beispiel annähernd den Umriss von Südamerika.

Lateinamerikanischer Einfluss

Der lateinamerikanische Einfluss äußert sich vor allem in der Sprache, seien es Namen, Ortsnamen oder einzelne Wörter, die mit der Magie verknüpft sind. Ein wenig scheint es noch bei kulturellen Dingen wie dem Essen durch.

Natürlich spielt Kolonialgeschichte in die Handlung mit hinein. Es sind jedoch nicht etwa die Spanier, die Castallan unterworfen hatten. Nein, die Engländer aus Englass, wie es im Buch heißt, sind die Widersacher. Deren Imperialismus hatte sich in Mittel- und Südamerika historisch vor allem von der wirtschaftlichen Seite gezeigt.

Aus dem lateinamerikanischen Setting hätte man viel machen können ­– doch Maya Motayne verschenkt in ihrem Debütroman viel Potenzial. Wahrscheinlich musste sie sehen, dass sie die Geschichte nicht aus dem Blick verliert.

Maya Motayne setzt auf Gegensätze

Aber auch in diesem Punkt kann „Nocturna“ nicht überzeugen. Gut gegen Böse, Weiß gegen Schwarz – so einfach wie in diesem Buch waren die Gegenpole in der Fantasy schon lange nicht mehr voneinander abzugrenzen.

Das alles wäre vielleicht verzeihlich gewesen, hätte Maya Motayne es geschafft, beeindruckende Figuren zu zeichnen. Doch das ist ihr leider nicht gelungen. Prinz Alfie ist hoffnungslos naiv und zu gut, um glaubwürdig zu sein. Finn wiederum hätte mit ihrer Vergangenheit ein tiefgehender und spannender Charakter werden können, allein – nicht nur die Gesichter wirken bei ihr aufgesetzt.

Außerdem sind die beiden einfach zu jung. Bei etwas reiferen Figuren wäre vielleicht auch das Spiel zwischen den beiden glaubwürdiger gewesen. So basiert die Spannung zwischen den beiden vor allem auf den sozialen Unterschieden. Schlussendlich bleibt ein ordentlich geschriebenes Buch mit einer faden Handlung, aber auch einem interessanten Magie-System, bei dem Farben eine wichtige Rolle spielen.    

Die gefälschte Magie geht weiter

Nocturna Das Spiel des Fuchses Maya Motayne
Maya Motayne: Nocturna

Mit einem Buch ist die Geschichte aber nicht zu Ende erzählt. Eine ganze Trilogie mit dem Namen „Die gefälschte Magie“ soll es mal werden. Bislang ist zwar nur Band 1 erschienen, doch Band 2 steht im Original kurz vor der Veröffentlichung. „Oculta“ ist für April 2021 angekündigt ­– ein Termin für eine deutsche Ausgabe ist noch nicht bekannt.

„Nocturna – Das Spiel des Fuchses“ von Maya Motayne ist bei Blanvalet erschienen. Band 1 der Trilogie „Die gefälschte Magie“ geht in der Klappenbroschur-Ausgabe über 512 Seiten und kostet 15 Euro. Der Preis des E-Books beträgt 11,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Urban Hofstetter.

3 Gedanken zu „Nocturna – Die gefälschte Magie 1 von Maya Motayne

  1. Schade, wenn es mit der Umsetzung nicht ganz überzeugend geklappt hat – die Story klingt zumindest interessant!
    Wie alt sollten denn die idealen Romancharaktere für dich sein? Ich finde das eine ziemlich spannende Frage, wenn für dich so viel Glaubwürdigkeit der Charaktere daran hängt. Sicherlich ist das natürlich auch individuell unterschiedlich. Ich kann mich oft prima in die Charaktere von Jugendbüchern reinversetzen 😉
    LG, Tala

    • Hallo Tala,

      danke, dass du dem Blog folgst.
      Ein ideales Alter gibt es für mich nicht. Ich habe auch schon viele Bücher gelesen, bei denen ich mich gut in junge Figuren hineinversetzen konnte. Es hängt aber davon ab, wie die Figur dargestellt wird, was sie erlebt hat usw. Hier passte es leider nicht zusammen.

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