Patrick Rothfuss: Die Musik der Stille – eine Rezension

Patrick Rothfuss: Die Musik der Stille

Patrick Rothfuss: Die Musik der Stille

Im Nachwort von „Die Musik der Stille“ schreibt Patrick Rothfuss, er habe Sorge gehabt, dass niemand die Geschichte lesen wolle. Schließlich beschreibe er auf acht Seiten, wie Seife gemacht werde. Ob dahinter nun Koketterie oder wahre Unsicherheit eines Schriftstellers steckt – „Die Musik der Stille“ (Originaltitel: The Slow Regard of Silent Things) ist weit mehr als die Beschreibung vom Seifenmachen. Man hätte das Fantasy-Buch auch ganz nüchtern „Eine Woche im Leben der Auri“ nennen können, denn die Geschichte erstreckt sich über sieben Tage. Doch so ein Titel hätte nicht gepasst, denn so ungewöhnlich wie die Gedankenwelt Auris ist, ist auch eine Woche in ihrem Leben.

Das Lebendige in Dingen

Leser der Königsmörder-Chronik kennen Auri als scheues Wesen, das Kvothe als einen von ganz wenigen Menschen überhaupt an sich heranlässt. Sie lebt in einer Welt unter der Universität von Imre, die sie Temerant nennt. Dort muss alles seine Ordnung haben, denn Auri braucht die Sicherheit, dass alle Gegenstände an dem für sie richtigen Platz sind. Alle Veränderungen können die junge Frau treffen – je nach Stimmung wird sie euphorisch oder depressiv.

Als Leser ist es nicht immer leicht, den Gedankengängen von Auri zu folgen, zu der auch andere Bezeichnungen von Gegenständen gehören als wir sie verwenden. Doch in „Die Musik der Stille“ geht es nicht darum, alles zu verstehen, sondern darum, Auri besser zu verstehen. Dazu tragen auch die Hinweise auf ihre Vergangenheit bei, die erklären, warum sie sich so zurückgezogen hat und das Lebendige in Dingen sucht. Wer sich auf Auri und ihre Geschichte einlässt, wird mit einer Erzählung von ganz eigener Schönheit belohnt. Und erfährt so nebenbei mehr aus der Welt, in der die Königsmörder-Chronik spielt.

Zeichnungen der Musik der Stille

Für ein Fantasy-Buch ist es ein schmales Bändchen geworden. Es muss jeder selbst wissen, ob ihm dieses Werk von Patrick Rothfuss 18 Euro wert ist. Die gebundene Ausgabe ist sehr schön gestaltet, was auch an den Zeichnungen von Marc Simonetti liegt. In Schwarz-Weiß geben sie das Bedrohliche und die Schönheit der Unterwelt Temerant wieder, in der Auri lebt.

„Die Musik der Stille“ von Patrick Rothfuss ist in der Hobbitpresse von Klett-Cotta erschienen. Die gebundene Ausgabe mit 173 Seiten kostet 17,95 Euro, das E-Book 13,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Jochen Schwarzer.

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Ein Gedanke zu „Patrick Rothfuss: Die Musik der Stille – eine Rezension

  1. Pingback: Patrick Rothfuss im Interview über Auri, Königsmörder-Chronik 3 und eine Verfilmung | Der Fantasy Weblog

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