Die Rückkehr der Zwerge von Markus Heitz

Die Rückkehr der Zwerge von Markus Heitz
Die Rückkehr der Zwerge ist bereits der sechste Band der Reihe von Markus Heitz. Foto: Jörn Käsebier

Die Rückkehr der Zwerge könnte das Geborgene Land von Drachen, Briganten und Albae retten. Oder besser: die Rückkehr eines Zwerges könnte das. Doch Tungdil Goldhand gilt als tot oder zumindest verschollen. Ausgerechnet ein Zwerg aus dem Stamm der Vierten hat jedoch die Hoffnung nicht aufgegeben, dass der Held noch am Leben ist. Goimron macht sich auf, noch andere Zwerge und Bewohner des Geborgenen Landes zu überzeugen.

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Heldenwinter – Jonas Wolf lässt einen Halbling wachsen

Cover von Heldenwinter

Jonas Wolf: Heldenwinter

„Heldenwinter“ von Jonas Wolf ist eine Rachegeschichte. Und wie jede gute Geschichte dieser Art beginnt sie mit dem Verbrechen, das den Helden zum Rächer macht. In „Heldenwinter“ ist es die Ermordung der Familie von Namakan und seines Pflegevaters und Meisters Dalarr. Dalarr weiß genau, wer hinter den Morden steckt: König Arvid und sein Scherge Waldur. Mit dem Halbling Namakan verlässt er daher die Immergrünen Almen, um einen König zu stürzen – auch für den Preis, die Welt ins Chaos zu stürzen. Namakan folgt ihm auf diesem Pfad, muss aber erkennen, dass sein Meister sich die Wahrheit so zurechtbiegt, wie er es als Schmied mit dem Eisen tut.

Heldenwinter baut auf Klassikern der Fantasy auf

Halblinge, ein großer Krieger, der seine Gegner reihenweise niedermetzelt – das klingt sehr bekannt. Und tatsächlich hat Jonas Wolf „Heldenwinter“ den Vätern der Fantasy gewidmet. Seine Aufgreifen bekannter Fantasy-Motive ist also als Hommage an Tolkien und seine Hobbits sowie an Robert E. Howard, den geistigen Vater von Conan dem Barbaren. Doch – so viel sei verraten – Elfen, Zwerge und große Vögel spielen ebenfalls eine Rolle im Fantasy-Buch, auch wenn nicht jeder mit ihrer Interpretation einverstanden sein dürfte.

Jonas Wolf spielt mit Mustern von Rachegeschichten

Sprachlich hat Jonas Wolf es eher direkt gehalten. Vor allem Dalarr  mag es derb, doch manchmal überträgt sich der Ton auch auf den (zumeist auktorialen) Erzähler. Einige Passagen sind humorvoll gehalten, sodass nicht nur der düstere Ton einer dunklen Rachegeschichte vorherrscht.

Die Handlung überzeugt im Großen und Ganzen. Einige Wendungen zeichnen sich ab, andere überraschen. Der Nachteil bei einer Rachegeschichte ist, dass sie einem Muster folgen muss. Der Rächer trifft auf den oder die Menschen, die ihn zu seinem Rachefeldzug getrieben haben und muss dann entscheiden, ob er Rache will oder vergeben kann. Dann zeigt sich, ob er seinen Willen bekommt. Um dieses Muster zu variieren, wählt Jonas Wolf in „Heldenwinter“ zwei große Konfrontationen am Ende.

Hier spielen sowohl Dalarr als auch Namakan eine wichtige Rolle. Während der leicht stämmige Halbling insgesamt ein wenig blass bleibt, dafür aber gut ins Jahr der Hobbit-Verfilmung passt, ist Jonas Wolf mit Dalarr eine großartige Figur gelungen – ein Anti-Held, von dem man mehr lesen möchte.

Jonas Wolf kehrt in die Welt von Tristborn zurück

„Heldenwinter“ von Jonas Wolf ist nur der Auftakt zu mehreren Geschichten aus Tristborn und der Pferdesteppe, die in sich abgeschlossen sind. Der nächste Band erscheint bereits im Juli bei Piper und trägt den Titel „Heldenzorn“. „Heldenwinter“ ist als kartoniertes Taschenbuch mit 512 Seiten erschienen, die Druckausgabe kostet 12,99 Euro.

Markus Heitz: Einblicke – der etwas andere Werkstattbericht

Markus Heitz stürmt mit seinen Fantasy- und Horror-Romanen über Zwerge, Albae und Vampire regelmäßig die Bestsellerlisten. Einmalig erfolgreich ist er auch beim Deutschen Phantastik Preis, den er 2011 zum neunten Mal gewann. Nachdem er sich zuletzt vor allem den Albae gewidmet hat, geht es im nächsten Buch von Markus Heitz um Ereignisse, die in der realen Welt spielen. Im Mai 2012 erscheint der Horror-Thriller „Oneiros – Tödlicher Fluch“ bei Droemer Knaur.

Porträt Markus Heitz auf Thron

Fantasy-Autor Markus Heitz (Foto: Bernd Schuhmacher/Anhur.de)

1. Was ist Ihre Lieblingszeit zum Schreiben?

Gibt es keine. Ich kann zu jeder Zeit des Tages schreiben, und meistens tue ich das auch. Dabei kann man auch den Tag zur Nacht machen. Und umgekehrt.

2. Welches ist Ihr Lieblingsgetränk während des Schreibens?

Schwarztee. Assam. Keine Kindertees wie Weißer Tee oder Roibusch. An kühlen Tagen auch gerne selbst gemachten Chai (Nelken, Zimtstangen, schwarzer und grüner Kardamom, Honig, Milch, schwarzer Tee).

3. Auf welcher Sitzgelegenheit sitzend schreiben Sie am liebsten?

Stühle sind sehr gut geeignet, Kakteen und heiße Herdplatten weniger.

4. Worin besteht die größte Versuchung, um während der Arbeit abgelenkt zu werden?

Eine solche Versuchung gibt es nicht. Ehrlich. Wenn ich am Schreiben bin, bin ich am Schreiben …

5. Wie viele Wörter schreiben Sie am Tag?

Die Zahl der Wörter weiß ich gar nicht, aber es sind 5 DinA4 Seiten. 12er Schrift, Times New Roman, einzeiliger Abstand.

6. Drucken Sie Texte noch zum Korrekturlesen aus?

Nein. Geschieht am Bildschirm, später sind dann noch die Druckfahnen an der Reihe.

7. Wer darf eine neue Geschichte zuerst lesen?

Die bewährten Testleser, die alle gute Freunde von mir sind.

8. Welchen Platz bekommen die eigenen Bücher zu Hause?

Inzwischen habe ich auf Drängen von Freunden einen Schrank im Wohnzimmer damit bestückt – jedenfalls mit ausländischen Exemplaren.

9. Kann man als professioneller Schreiber noch mit Vergnügen das Werk anderer Autoren lesen?

Sicher. Man muss nur wissen, was man liest.

10. Welchen magischen Trick würden Sie gern selbst beherrschen?

Fliegen wäre gut. Das erleichtert das Reisen ungemein.

11. Wie viel Internet darf es am Tag sein?

So viel, wie ich brauche und möchte.

12. Brauchen Autoren Haustiere?

Wozu?

Weitere Teile der Serie „Einblicke“:

Schattentänzer: Alexey Pehov schwingt das Tanzbein

Cover von Schattentänzer

Schattentänzer von Alexey Pehov

Alles hängt nun an Garrett – der Dieb und seine Gefährten haben nach mehr als zwei Dritteln der „Chroniken von Siala“ Hrad Spines erreicht. Dort liegt das magische Horn des Regenbogens, mit dem die Welt vor dem Unaussprechlichen gerettet werden soll. Garrett entschließt sich, seine verbliebenen Begleiter am Eingang zurückzulassen, um allein durch die Schatten zu tanzen. Auf seinem Weg auf die achten Ebene der riesigen Grabstätte lauern Monster, Magie und allerlei Gefahren auf den Dieb und „Schattentänzer“.

„Dungeons and Zombies“ hätte der Fantasy-Roman auch heißen können, denn wie in einem Rollenspiel bewegt sich Garrett durch die unterirdischen Säle, verliert Lebenspunkte, die er mit Heiltränken wieder auffüllt, überlebt mit Glück und Geschick die verborgenen Fallen und greift im Notfall zu seiner Armbrust, wenn ein Kampf unvermeidbar ist. Da er als Ich-Erzähler unterwegs ist, sind auch die ironischen Sprüche, die er in Gedanken formuliert, für Leser erlebbar. Und dann hat der Dieb ja noch einen Zauberer in seinem Kopf sitzen, der ihm so manchen Tipp einflüstert …

„Schattentänzer“ ist wie die beiden anderen Bände der „Chroniken von Siala“  („Schattenwanderer“ und „Schattenstürmer“) bei Piper erschienen. Band 3 umfasst 560 Seiten und kostet 16,95 Euro. Die Übersetzung stammt von Christiane Pöhlmann, die bereits Bücher von Sergej Lukianenko übersetzt hat.

Markus Heitz und seine sonderbaren Zwerge

Nicht nur, dass sich die vier Zwerge-Romane des Markus Heitz bereits millionenfach verkauft haben – nein von Band 1 „Die Zwerge“ ist kürzlich erst ein Sonderband mit Illustrationen erschienen. Dennoch kommen im Oktober schon die nächsten Sondereditionen mit den kleinen Bartträgern auf den Markt.

Piper verlegt die limitierte Sonderausgabe von „Die Zwerge“, „Der Krieg der Zwerge“, „Die Rache der Zwerge“ und „Das Schicksal der Zwerge“. Im Cover taucht die Axt des Tungdil Goldhand, die die alten Buchklappen dominiert hatte, nur noch oben auf. Stattdessen hat man sich für eine Herr-der-Ringe-Film-Optik entschieden. Belagerungstürme, Schleudern und Sturmleitern sollen wohl den Sturm auf das Geborgene Land nachstellen. Die kleinen zähen Verteidiger sucht man allerdings vergebens. Bei den gezeigten, riesigen Mauern müssten sie sich auch zwergenhaft vorkommen.

Die Taschenbuchausgabe wird glatte zehn Euro pro Band kosten, wobei die Bände einzeln bestellbar sind. Nun ja, echten Fans werden die neuen Ausgaben zumindest die Wartezeit auf Band 5 verkürzen.

Markus Heitz: Die Zwerge 5

Markus Heitz hat angekündigt, er werde einen fünften Band der Zwerge-Reihe schreiben. „Es wird EINES TAGES noch einen fünften Band geben. So, damit ist es raus. Und es wird dann auch nichts mit Geld, sondern mit einer Idee zu tun haben, die mir durch den Kopf schwebt und geistert und spukt“, schreibt Meister Mahet.

Doch wie wahrscheinlich ist es, dass es wirklich dazu kommt? Zum einen liebt es Markus Heitz, den Geheimnisvollen zu spielen. Bei aller Offenheit, die er zeigt, wenn er über neue Projekte spricht oder schreibt, lässt er immer ein kleines Geheimnis übrig, das er nicht enthüllt. Wie viel davon persönliche Eigenart ist und wie viel Marketing dahintersteckt, sei mal dahingestellt. Zum anderen schreibt Heitz, dass er zunächst die neue Albae-Reihe abschließen möchte und vielleicht noch einmal nach Ulldart zurückkehrt. Band 2 der Albae erscheint voraussichtlich 2011, da es vier Bände geben soll, wird der letzte bei Beibehaltung des bisherigen Tempos erst 2015 veröffentlicht. Werden sich dann noch viele an „Die Zwerge“ erinnern?

Zwerge 5 folgt auf Albae 4

Fans sicherlich, beim Bestsellerpublikum wird die Reihe wahrscheinlich nicht mehr präsent sein. Doch wer weiß. Wichtiger ist die Frage, ob nach „Das Schicksal der Zwerge“ ein weiterer Band überhaupt wünschenswert ist. Die Zwerge 5 oder „Die Rückkehr der Zwerge“ oder wie auch immer der Roman heißen soll, sollte schon aus mehr als einer Idee bestehen, sonst wird das Buch so konstruiert und lahm, wie Zwerge 4 am Ende war.

Edit: Mittlerweile (2013) sind die Pläne von Markus Heitz für Zwerge 5 konkreter geworden. Er will sich den Beschützern des Geborgenen Landes nach Abschluss von Albae 4 widmen. Da diese voraussichtlich im Frühjahr 2014 herauskommen, erscheint das Zwerge-Buch frühestens im Herbst 2014, wohl eher aber 2015 – ganz so, wie es sich bereits 2009 abzeichnete. 

Zwerge werden zu Dwarves

Nun ist es nach langen Ankündigungen soweit: „Die Zwerge“ von Markus Heitz erscheinen in Großbritannien und den USA. Der Verlag Orbit bringt „The Dwarves“ ab dem 3. Juli in den Vereinigten Staaten heraus. Die England-Ausgabe folgt am 6. August, wie das Forum Fantastische Welten meldet. Etwas erstaunlich ist, dass die englischsprachige Ausgabe 752 Seiten umfassen soll – rund 100 mehr als die deutsche Fassung. Gewöhnlich sind englische Titel ja deutlich kürzer. Entweder gibt es Zuatzmaterial oder die Schrift ist groß gewählt, beziehungsweise die Abstände, sodass die Zeichenzahl pro Seite niedriger als im Original ausfällt.

Markus Heitz: The Dwarves

Markus Heitz: The Dwarves

Das Cover orientiert sich wohl an Zwergenbildern, wie sie in Fantasyfilmen à la „Herr der Ringe“ transportiert werden. Wenigstens kommt aber nicht erneut die Streitaxt zu Ehren, die sich durch alle deutschen Zwerge-Cover zog.

Preislich unterscheiden sich die Zwerge und Dwarves kaum. 16 Dollar kostet das Buch in den USA. In Deutschland wird sich die englische Ausgabe voraussichtlich für 14 Euro erwerben lassen.

Während die deutschen Heitz-Fans gerade auf die Alben warten, dürfen die Anglo-Amerikaner also in die Abenteuer von Tungdil Goldhand eintauchen.  Man darf gespannt sein, ob es den kleinen Helden gelingt, den großen US-Markt zu erobern.

Markus Heitz und die Albae

Markus Heitz („Die Zwerge“) wird im kommenden Jahr seinen ersten Band zu den Albae veröffentlichen. Nach dem Ende der Zwerge-Reihe hatte er angekündigt, sich intensiv mit den dunklen Brüdern der Elben zu befassen. Bei seiner Vorliebe für Vampire, Blut und Werwölfe war abzusehen, dass er nur mehr zur Fantasy zurückkehren würde, wenn er die Elemente des Horror hineinnehmen darf. „Gerechter Zorn“ ist der Titel des ersten Bandes der „Legenden der Albae“, so der wenig einfallsreiche Name der Reihe. Reihe? Ja genau, Mahet hat auf seiner Website die Information rausgelassen, dass seine Ideen noch mindestens für einen Folgeband reichen werden. In „Gerechter Zorn“ dreht es sich um die Abenteuer von Caphalor und Sinthoras, die zusammen einen Dämon beschwören sollen, um ihre Heimat zu retten. Wie die Zusammenarbeit funktioniert, können alle Fans der Fantasy von Markus Heitz ab dem 24. April 2009 erfahren. Dann erscheint das Buch im Piper-Verlag. Der Preis liegt wie bei der Zwerge-Reihe bei 15 Euro. Das Cover wird übrigens weiß sein und einen Alben mit zwei gekreuzten Schwertern zeigen:

Gerechter Zorn

Markus Heitz: Gerechter Zorn

Edit: Inzwischen ist das Buch ja erschienen, ebenso die ausführliche Rezension.