Tad Williams im Interview über „Der letzte König von Osten Ard“

Tad Williams im Interview über "Der letzte König von Osten Ard", Verfilmungen und Geschichten erzählen. Foto: Jörn Käsebier

Tad Williams im Interview über „Der letzte König von Osten Ard“, Verfilmungen und Geschichten erzählen.        Foto: Jörn Käsebier

Am Morgen nach seiner Lesung in Berlin steht Tad Williams gleich nach dem Frühstück schon wieder für Interviews bereit. Dabei soll es am selben Tag noch nach München gehen. „Ich spreche so wie ich schreibe, ich hole weit aus und erkläre viel“, sagt der amerikanische Fantasy-Autor. Und tatsächlich ließen sich aus seinen Antworten zwei Interviews machen, gerade so wie mit seinen Büchern in der Übersetzung, zuletzt bei „Die Hexenholzkrone“, um die es vor allem geht.

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Tad Williams: Die Hexenholzkrone – Der letzte König von Osten Ard 1

Tad Williams: Die Hexenholzkrone 1 - Der letzte König von Osten Ard 1

Tad Williams: Die Hexenholzkrone 1 – Der letzte König von Osten Ard 1

Die Handlung von „Die Hexenholzkrone“ setzt gut 20 Jahre nach dem Ende von „Der Engelsturm“ ein. Der ehemalige Küchenjunge Simon ist zum König von Osten Ard, genauer zum Hochkönig, aufgestiegen. Gemeinsam mit Miriamel herrscht er. Doch der Frieden ist bedroht. In Nabban droht ein Bürgerkrieg, in Hernystir fordert ein junger König die Autorität des Hochkönigs heraus und in Rimmersgard liegt Herzog Isgrimnur im Sterben, der älteste Freund und Verbündete Simons und Miriamels. Und dabei wissen die beiden noch gar nichts von der größten Bedrohung. Denn im Norden planen die Nornen ihre Rache. Ihr Werkzeug: die legendäre Hexenholzkrone.

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Tad Williams: Das Herz der verlorenen Dinge

Tad Williams: Das Herz der verlorenen Dinge

Tad Williams: Das Herz der verlorenen Dinge

„Das Herz der verlorenen Dinge“ setzt direkt nach den Ereignissen des „Geheimnisses der großen Schwerter“ ein. Denn nach einem Sieg in der Schlacht ist der Krieg nicht gleich vorbei. Die Menschen entschließen sich daher, die Nornen nach Norden zu verfolgen und die Grenzen zu sichern.

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Hobbitpresse von Klett-Cotta im Frühjahr 2017 mit Tolkien und Tad Williams

Tad Williams und Tolkien, der Mann, mit dem die Hobbitpresse begann, sind die beiden wichtigsten Autoren im Frühjahr 2017 bei der Hobbitpresse von Klett-Cotta. Und von beiden gibt es Neuveröffentlichungen. Auf Bücher deutscher Autoren müssen die Leser hingegen verzichten.

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Tad Williams: Spät dran am Jüngsten Tag – Bobby Dollar 3

Tad Williams: Spät dran am Jüngsten Tag - Bobby Dollar 3

Tad Williams: Spät dran am Jüngsten Tag – Bobby Dollar 3

Mit „Spät dran am Jüngsten Tag“ verlagert sich in Bobby Dollar 3 die Handlung wieder mehr nach San Francisco. Damit knüpft Tad Williams nach dem Ausflug seines Helden in die Hölle wieder an den ersten Band der Trilogie an. Bobby Dollar sinnt nach neuen Wegen, um seine Geliebte aus der Hölle zu holen. Nachdem er an Fürst Igor gescheitert ist, nimmt es der Engel nun mit dem himmlischen Verbündeten des Höllenfürstes auf. Das macht es für Bobby Dollar allerdings noch schwieriger, Verbündete und Rückhalt zu finden – denn welcher Engel will es sich schon mit dem Himmel verscherzen.

Neo-Nazis im Neo-Noir von Tad Williams

Mit seiner Bobby-Dollar-Trilogie hat es Tad Williams seinen Lesern nicht leicht gemacht. Während sich in seinen sonstigen Reihen die Handlung langsam aufbaut und aus mehreren Handlungssträngen besteht, die erst mit der Zeit verknüpft werden, ist die Reihe um den Engel auf den Straßen San Franciscos anders. Die Perspektive wechselt nicht, die Geschichte ist längst nicht so komplex und die Fantasy-Elemente treten besonders im ersten Band zurück hinter die Elemente des Neo-Noir. Der zweite Band führt dann in die Hölle und wird damit auch phantastischer.

In „Spät dran am Jüngsten Tag“ ist Bobby Dollar nun wieder auf der Erde und zum Teil im Himmel. Wieder sehr gelungen sind die in die Handlung eingebauten Exkurse über die Geschichte und Geographie San Franciscos. Auch gelingen Tad Williams erneut einige absurde Szenen, und er legt seinem Protagnisten verschiedene unterhaltsame, zynische Bemerkungen in den Mund. Weniger überzeugend ist die Einführung einer Neo-Nazi-Gruppe, die eher zu einem simplen Schwarz-Weiß-Schema gepasst hätte.

Spät dran am Jüngsten Tag – und bei der Auflösung

Das Problem der Reihe bleibt, das die Handlung ziemlich dünn ist. Bereits im ersten Band deckt Bobby Dollar auf, dass es eine Verschwörung gibt, an der Mächtige aus Himmel und Hölle beteiligt sind. Er verliebt sich in Cat und bekommt so die Motivation, gegen alle Widerstände an weiterzumachen, jedoch weniger, um die Verschwörung aufzudecken als um mit seiner Geliebten zusammen zu sein. Und so bleibt vieles, das mit der Verschwörung zu tun hat, bis zum Ende nebulös. Nebulös bleibt auch die Titelwahl – der deutsche Titel orientiert sich zwar wunderbar am Original (Sleeping Late on Judgement Day), doch scheint die biblische Anspielung der einzige Grund für die Wahl zu sein. Denn vom Jüngsten Tag ist der Showdown des Buches, und damit der Trilogie, weit entfernt.

Dass die Auflösung in „Spät dran am Jüngsten Tag“ so unbefriedigend gerät, könnte an zwei Dingen liegen – sei es, dass das Ende der Trilogie nicht zu glatt werden sollte, sei es, dass Tad Williams eine längere Reihe geplant hatte. Vorerst ist die Geschichte von Bobby Dollar jedenfalls zuende. Derzeit widmet sich der Fantasy-Autor dem Schicksal von Osten Ard in der Fortsetzung seines Frühwerks „Das Geheimnis der Großen Schwerter“. Diese dürfte sich wieder eher am üblichen Aufbau des Werkes von Tad Williams orientieren, könnte aber auch die temporeichen und zum Teil überraschenden Abschnitte vermissen lassen, die die Bobby-Dollar-Trilogie auszeichnen.

„Spät dran am Jüngsten Tag – Bobby Dollar 3“ von Tad Williams ist bei Klett-Cotta erschienen. Die gebundene Ausgabe geht über 611 Seiten und kostet 22,95 Euro. Die Übersetzung stammt von Cornelia Holfelder-von der Tann.

Hobbitpresse im Herbst 2015 mit Anthony Ryan, Tad Williams und Michael J. Sullivan

Der September hat es in sich: Gleich drei Fantasy-Bücher bringt allein die Hobbitpresse im Rahmen ihres Herbstprogramms 2015 heraus. Dabei handelt es sich um den zweiten Rabenschatten-Roman von Anthony Ryan, den dritten Bobby-Dollar-Band von Tad Williams und Riyria 4 von Michael J. Sullivan.

Hobbitpresse im Herbst 2015

Doch der Reihe nach. Am 25. Juli erscheint in der Hobbitpresse zunächst „Der Räuberbräutigam“ von Eudora Welty. Nicht gerade klassische Fantasy, sondern mehr eine Erzählung, die an Mythen der amerikanischen Südstaaten und Märchenvorbilder anknüpft. Bereits der Titel ist Grimms Märchen entnommen. Dass Weltys Version von 1942 es überhaupt noch einmal zur Veröffentlichung bringt, ist der Library of America zu verdanken. Und nun wird es auch eine deutsche Fassung geben.

Winterlich wird es im Spätsommer mit Hyddenworld 4. Am 22. August erscheint „Der Winter“ von William Horwood. Am selben Tag kommt zudem das Fantasy-Buch eines deutschen Autos heraus – ein Werk dieser Art findet sich in den meisten Programmen der Hobbitpresse. Christian von Aster erzählt in „Das Eherne Buch“ eine Geschichte vom Ende allen Krieges. Dass dazu ein letzter Krieg gehört, versteht sich fast von selbst. In den Schlachten dürfte der die besten Chancen haben, der das aus Geschichten geschmiedete Schwert „Das Eherne Buch“ führt. Mit dieser Konstellation hätte das Fantasy-Buch auch zu Feder & Schwert gepasst.

Der Herr des Turms und ein Smaragdsturm

Und damit kommen wir zum Herzstück des Herbstprogramms 2015 der Hobbitpresse. Sicherlich auch im Hinblick auf die Frankfurter Buchmesse erscheinen am 26. September gleich drei Werke. Mit „Der Herr des Turms“ setzt Anthony Ryan „Das Lied des Blutes“ fort. Rabenschatten 2 erzählt, wie es im Leben von Vaelin al Sorna weitergeht, als er in seine Heimat zurückkehrt. Weit weg von ihrer Heimat sind hingegen Royce und Hadrian, die sich in Ryria 4 „An Bord der Smaragdsturm“ befinden. Auch dort lauern Gefahren, vor allem von der Kirche und dem Reich Nyphrons. Doch das Diebesduo nimmt es mit den Gegnern auf, geht es doch darum, den wahren Erben Nyphrons zu finden.

Chronisch zu spät kommt Bobby Dollar, vor allem, wenn seine Vorgesetzten ihn sehen wollen. Da verwundert es nicht, dass es der Engel mit menschlichen Seiten auch am Jüngsten Tag nicht schafft, pünktlich zu kommen. Mit „Spät dran am Jüngsten Tag“ soll Tad Williams die Trilogie abschließen, die laut seiner Website mal als Serie geplant war. Vielleicht war die Geschichte zwischen Himmel und Hölle nicht so erfolgreich wie erhofft. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass die Hobbitpresse im Herbst 2015 mit Band 6 die Chronik zur Hobbit-Verfilmung abschließt.