Sturmbogen – Greatcoats von Sebastien de Castell

Sebastien de Castell: Sturmbogen - Greatcoats

Sebastien de Castell: Sturmbogen – Greatcoats

„Sturmbogen“ von Sebastien de Castell geht dort weiter, wo „Hochverrat“ aufgehört hatte: Die Greatcoats haben die Ermordung der Bewohner von Carefal nicht verhindern können. Sie jagen nun die Ritter, die die Dorfbewohner getötet haben und suchen die Verantwortlichen. Wenn sie sie nicht bald finden, droht ein Bürgerkrieg. Und auch für Falcio wird die Zeit langsam knapp, denn durch seine Adern fließt ein Gift, das ihn für immer längere Zeit lähmt und seine Reaktionen verlangsamt. Nicht die besten Voraussetzungen für Duelle mit Attentätern und Rittern.

Verzweifelt Greatcoats in „Sturmbogen“

Die Lage wird für die Greatcoats in „Sturmbogen“ immer verzweifelter. Dementsprechend rauer wird auch der Ton zwischen ihnen – selbst Basti ist nicht mehr in der Stimmung für Witze. So geht der Greatcoat-Reihe auch die Leichtigkeit verloren. Wer die Bücher von Sebastien de Castell vor allem wegen ihres Humors schätzt, braucht aber nicht enttäuscht zu sein – es gibt noch eine Reihe von absurd-komischen Szenen mit hohem Unterhaltungswert. Und wenn man bedenkt, dass es sich bei „Hochverrat“ und „Sturmbogen“ im Original um einen Band handelt (wenn auch laut Piper um eine für die deutsche Ausgabe erweiterte Geschichte), ergibt die Dramatik mit dem Auseinanderfallen des Trios Falcio, Kest und Brasti mehr Sinn.

Schwerer wiegt da schon, dass sich das Muster bei den Intrigen langsam abnutzt. De Castell bauscht die Probleme auf und wirft viele Nebelkerzen, um am Ende eine einfache und oft offensichtliche Lösung zu finden. Das kann als Pointe funktionieren – zu oft eingesetzt wird aus der freudigen Überraschung jedoch ein müdes Lächeln. Und auch die Handlung bedarf für künftige Bücher einer Erweiterung, denn langsam kommt die Ballade von bösen Herzögen und Rittern an einen toten Punkt.

Greatcoats-Reihe geht weiter

Einige Strophen dürften aber noch kommen, denn am Ende von „Sturmbogen“ bleiben noch genügend Widersacher für die Greatcoats übrig. Und wenn man sich die Beschreibung des dritten Originalbandes anschaut, hat de Castell einen Weg gefunden, die Handlung zu erweitern. In „Saint’s Blood“ müssen die Greatcoats verhindern, dass ihr geliebtes Königreich sich in eine Theokratie wandelt, denn die Kirche will die Inquisition einsetzen. Der Originalband ist für April 2016 angekündigt. Die deutsche Ausgabe könnte also ebenfalls im Frühjahrsprogramm 2016 von Piper erscheinen – eine gute Nachricht für Freunde kurzweiliger Mantel-und-Degen-Geschichten, die düsterer sind als frühere Abenteuer à la „Die drei Musketiere“.

„Sturmbogen“ von Sebastien de Castell ist bei Piper erschienen. Der dritte Teil der Greatcoats-Reihe geht in der Klappenbroschur-Ausgabe über 368 Seiten und kostet 16,99 Euro, das E-Book 12,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Andreas Decker.

Piper-Fantasy im Herbst 2015: Mit Markus Heitz, Sebastien de Castell und Alex Marshall

Für alle, die planen möchten: Die ersten Ankündigungen zum Herbstprogramm 2015 von Piper sind heraus. Piper-Fantasy setzt vor allem auf bewährte Autoren, die zum Teil Reihen fortführen, zum Teil aber auch neue Stoffe in Angriff nehmen – oder ganz neu sind.

Piper-Fantasy im Herbst 2015

Altbewährtes kommt ab dem 14. September 2015 von Michael Peinkofer. Nach Orks und Zauberern hatte er sich den Königen der Erdwelt zugewandt. „Sieg der Könige“ schließt die Trilogie ab. Nicht abgeschlossen war hingegen der zweite Greatcoats-Band von Sebastien de Castell, da die Übersetzung noch vor dem Original erschien. Mit „Sturmbogen“ geht die Geschichte aus „Hochverrat“ am 5. Oktober endlich weiter.

Am selben Tag betritt auch ein neuer Autor die Bühne. Das heißt, neuer Fantasy-Autor trifft es besser. Denn bei Alex Marshall handelt es sich nicht um einen Bowler, sondern laut Piper um einen bekannten Autor, der unter diesem Pseudonym einen Ausflug in die Fantasy unternimmt. „Blut aus Silber“ erzählt die Geschichte einer Veteranin, die aus dem Ruhestand gerissen wird – Heldenfantasy mit einer Anti-Heroine. Das macht zumindest neugierig.

In die Kategorie „Bewährter Autor mit neuem Stoff“ fällt dagegen „Sieben Heere“. Tobias O. Meißner ist es, der dahinter steckt. Am 9. November erscheint das Buch im Piper-Herbstprogramm 2015 und soll von einer „von Krieg und dunkler Magie geprägten Welt“ handeln.

Neues von Markus Heitz und im All

Und dann ist da noch ein neuer Heitz am Horizont. „Drachengift“ setzt „Die Mächte des Feuers“ und „Drachenkaiser“ fort, für die sich Markus Heitz ins Berlin der 1920er-Jahre begeben hat. Sein letztes Buch, das bei Piper erscheint, bevor er erst einmal exklusiv zu Droemer-Knaur wechselt, kommt allerdings erst 2016 heraus. Als Termin ist der 14. Januar vorgesehen.

Für Fantasy-Fans steht es zwar nicht an erster Stelle, doch mit dem Herbstprogramm 2015 kommt eine wichtige Änderung: Piper gönnt der Science-Fiction ein eigenes Programm. Piper Science-Fiction wird mindestens zwei Romane umfassen, „Der Abgrund jenseits der Träume“ des Briten Peter F. Hamilton und „Das Schiff“ von Andreas Brandhorst. Beide Bücher sollen Anfang Oktober erscheinen.

Update: Taschenbücher von Piper-Fantasy

Im Herbst 2015 bringt Piper-Fantasy auch einige Taschenbuchausgaben heraus. Anlässlich des Todes von Terry Pratchett gehört dazu ein neunbändiger Schuber mit Scheibenwelt-Romanen. Um eine Erstausgabe handelt es sich hingegen bei „Age of Iron“ (warum nicht einfach Eisenzeit?) von Angus Watson. In diesem Fantasy-Roman, der am 7. Dezember erscheint,  geht es um einen Söldner, der sich mit den Falschen verbündet und dadurch mit mächtigen Gegnern anlegt. Wie der Titel bereits andeutet, stammen die historischen Vorbilder aus der Eisenzeit. Ebenfalls von einem englischen Autor stammt eine weitere deutsche Fantasy-Erstausgabe, die am 1. Februar auf den Markt kommt. „Die Murdstone-Trilogie“ verspricht komisch zu werden. Sie handelt von einem Schriftsteller, der Fantasy schreiben soll und sich dafür mit einem Kobold verbündet, da er bereits von Tolkien Ausschlag bekommt. Dummerweise besteht der Kobold auf einer Gegenleistung. Nun ja, Humor ist schwierig.

Sebastien de Castell: Greatcoats – Hochverrat

Sebastien de Castell: Greatcoats - Hochverrat

Sebastien de Castell: Greatcoats – Hochverrat

Ist es Hochverrat, den König zu töten? Die Herzöge Tristias haben es getan, doch zur Rechenschafft hat sie niemand gezogen. Doch die Greatcoats haben die Ermordung ihres Königs nicht vergessen. Mithilfe der Schneiderin und ihren neuen Greatcoats wollen Falcio Val Mond, Kest und Brasti der Tochter des Königs zum Thron verhelfen. Dass dieses Vorhaben nicht leicht umzusetzen sein wird, zeigt Sebastien de Castell in „Hochverrat“, dem zweiten Band seiner Greatcoats-Reihe.

Greatcoats: Hochverrat

„Hochverrat“ knüpft dort an, wo der erste Greatcoats-Band endete: Die Greatcoats sind mit Aline, der Schneiderin und der von ihr ausgebildeten Generation Kämpfer vereint. Sebastien de Castell sorgt jedoch schnell dafür, dass sich die Wege des Trios um den ersten Kantor von denen der Prinzessin und der neuen Waffenbrüder trennen. Es geht in der Reihe des kanadischen Fantasy-Autors nicht um große Schlachten. Neben Wortgefechten gehören Duelle und kleinere Kämpfe zur Geschichte um die Greatcoats – ganz wie bei den Musketieren von Alexandre Dumas.

Im Vergleich zu „Blutrecht“ nimmt die Zahl der Waffengänge in „Hochverrat“ leicht ab und hält Sebastien de Castell die Beschreibungen der Fechtkämpfe kürzer. Es geht in der Fortsetzung noch mehr um Intrigen, Verschwörungen und Geheimnisse. Doch glücklicherweise behält die Reihe ihren Tonfall, ihr Tempo und ihren Reiz. Düstere Passagen wechseln sich mit witzigen ab, absehbare Wendungen bekommen doch noch einen überraschenden Dreh. Dafür hat sich Sebastien de Castell nicht die einfachsten Konstellationen vorgenommen: So geschehen Morde, droht Falcio an einer schleichenden Vergiftung zu sterben und verfügt die Gegenspielerin über magische Fähigkeiten. Bei diesen Punkten nicht nur abgedroschene Lösungen zu finden, fällt sicher nicht leicht. Doch de Castell schafft es meist (auch wenn nicht alle der angesprochenen Punkte gekärt werden). Wenn man an „Hochverrat“ etwas aussetzen möchte, ist es die Kürze, denn das Buch hat weniger als 400 Seiten.

Sebastien de Castell schreibt weiter an Greatcoat-Reihe

Da Sebastien de Castell mit der Fertigstellung und Überarbeitung von Band 2 länger gebraucht hat, als zunächst geplant, ist „Greatcoat’s Lament“ (Das Klagelied der Greatcoats) im Original noch nicht erschienen, sondern kommt erst nach der Übersetzung heraus. Mit „Hochverrat“ ist die Greatcoats-Reihe aber noch nicht abgeschlossen. Derzeit schreibt Sebastien de Castell am dritten Band. Laut seiner Homepage hat er im ersten Entwurf die Grenze von 20.000 Wörtern bereits überschritten. Vor Herbst 2015 ist demnach nicht mit einer Veröffentlichung zu rechnen.

Update: Bei „Hochverrat“ handelt es sich nur um den ersten Teil des zweiten Originalbandes. Der kanadische Autor hat eigens eine Vorlage für die deutsche Übersetzung geliefert, um die Leser hierzulande nicht zu lange auf die Fortsetzung warten zu lassen. Insgesamt sollen es vier englische Bände werden, verrät Pipers Fantasy-Programmleiter Carsten Polzin bei Captain Fantastic.

„Greatcoats – Hochverrat“ von Sebastien de Castell ist bei Piper erschienen. Die Klappenbroschur-Ausgabe geht über 352 Seiten und kostet 16,99 Euro, das E-Book 12,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Andreas Decker.

Greatcoats – Blutrecht von Sebastien de Castell

Sebastien de Castell: Greatcoats - Blutrecht

Sebastien de Castell: Greatcoats – Blutrecht

Vor wenigen Jahren noch sorgten die Greatcoats für Recht und Gerechtigkeit in einem von absolutistisch herrschenden Herzögen regierten Land. Doch mit dem Tod des Königs verloren die Greatcoats ihre Stellung und werden seitdem missachtet und verachtet. Ihr Name leitet sich von ihren Mänteln ab, die Pfeile und Schwerthiebe abfangen können. Zwar möchte man dem kanadischen Fantasy-Autor Sebastien de Castell zurufen „Kein Cape“, um „Die Unglaublichen“ zu zitieren, doch da in „Blutrecht“, Band 1 der Greatcoats-Reihe, die Mäntel nur selten eine große Bedeutung haben, bleibt der Ruf im Halse stecken.

Greatcoats: Zwischen Musketier und Batman

Die Greatcoats in Verbindung zu Superhelden und Musketieren à la Dumas zu setzen, liegt jedoch nah. Sie sind ihrem König treu, verteidigen die Schwachen und wollen eine korrupte, willkürliche Herrschaft in Tristia nicht akzeptieren. Im Verlaufe von „Blutrecht“ seziert de Castell jedoch den Mythos um die Greatcoats, wodurch deutlich wird, auf welch dünner Basis er entstanden ist. Den Enthüllungen über Schwächen der Kämpfer für Gerechtigkeit stehen allerdings auch Belege für fast unmenschliche Fähigkeiten gegenüber. Brasti verfehlt mit dem Bogen niemals das Ziel, Kest verliert niemals ein Fechtduell und Falco, erster Kantor der Greatcoats sowie Protagonist aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, fällt immer wieder ein Ausweg ein. Auch gibt er niemals auf.

Da Leser die Gedanken und Gefühle Falco val Monds geschildert bekommen, kommen sie ihm mit der Zeit näher. Sebastien de Castell gelingt es, seine Leser mit dem obersten der Greatcoats mitleiden zu lassen. Sein Schicksal ist den Lesern nicht egal  – womit er die Grundvoraussetzungen einer Hauptfigur erfüllt. Der Plot von „Blutrecht“ hat einige kleinere Schwächen, doch bekommt es de Castell in seinem Debütroman immer rechtzeitig hin, diese zu überspielen, sei es durch überraschende Wendungen, spannende Gefechte oder komische Szenen. Und da es sich nicht um ein endloses Epos handelt, bleibt man gern bis zum dramatischen Finale dabei.

De Castell setzt Greatcoats-Reihe fort

„Blutrecht“ schließt zwar Teile der Handlung ab, doch handelt es sich ansonsten um den Auftakt der Greatcoats-Reihe. Bereits im September (Edit: verschiebt sich wohl auf November) erscheint mit „Hochverrat“ die Fortsetzung. Weitere Bände könnten ein wenig länger dauern, da Sebastien de Castell den zweiten Teil erst vor Kurzem abgeschlossen hat und zudem noch an einer anderen Geschichte gearbeitet hat, die es hoffentlich nach Deutschland schafft: „Spellslinger“. Wie der an gunslinger (Revolverheld) angelehnte Titel bereits sagt, handelt es sich um einen Fantasy-Roman mit Western-Bezügen. Das gab es zuletzt schon häufiger, etwa von Joe Abercrombie.

„Greatcoats – Blutrecht“ von Sebastien de Castell ist bei Piper erschienen. Klappenbroschur-Ausgabe geht über 448 Seiten und kostet 16,99 Euro, das E-Book 12,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Andreas Decker.

Piper-Fantasy im Herbst 2014 mit Alexey Pehov, Thomas Finn und Sebastien de Castell

Es ist eindeutig Frühling geworden – Zeit einen Blick auf den Herbst zu werfen. Also den Bücher-Herbst. Piper kündigt nämlich bereits erste Titel an, im Fantasy-Programm mit einigen bekannten Namen. Hier also ein erster Ausblick auf Piper-Fantasy zwischen September und Dezember 2014.

Neues von Peinkofer, Finn und De Castell

Mitte September erscheint der bereits zweite Band der Königsreihe von Michael Peinkofer. Sind also Orks und Zauberer bereits durch? Nein, nein, auch sie spielen in „Kampf der Könige“ eine wichtige Rolle. Nicht zu vergessen die Schattendrachen. Ebenfalls Mitte September kommt die Fortsetzung des ersten Greatcoats-Romans heraus. Wem also der im Mai erscheinende Auftakt der Geschichte von Sebastien de Castell gefällt, darf sich auf eine rasche Fortführung freuen. „Hochverrat“ ist der Titel von Band 2.

De Castell kommt aus Kanada, von wo aus es nicht weit bis nach Chicago ist. Und dort erblickte Thomas Finn 1967 das Licht der Welt. Mittlerweile lebt er längst in Hamburg und genießt das Leben an Alster und Elbe. Warum der Satz so nah am Wasser gebaut ist? Im als Thriller kategorisierten „Aquarius“ (ab Mitte Okotber) geht es um Wassergeschöpfe. Nixen gibt es im Roman nämlich wirklich, und sie haben nicht viel Ähnlichkeit mit der kleinen Meerjungfrau. In ganz andere Tiefen entführt Wolfgang Hohlbein, inzwischen Star einer eigenen Doku-Soap, seine Leser in „Der Ruf der Tiefen“. Wer sich mit den Geschöpfen der Hölle auseinandersetzen möchte, hat ab Mitte Oktober dazu Gelegenheit.

Alexey Pehov und die Dunkelelfen

Spätestens seit R.A. Salvatore wissen Fantasy-Leser, dass Dunkelelfen auch aus der Unterwelt stammen. Wo sie bei Alexey Pehov wohnen, bleibt erst einmal offen. In „Dunkeljäger“ wird ab Mitte Oktober aber auch diese Frage beantwortet. Darin will der dunkle Elf (= Dunkelelf) Lass den Kampf zweier Familien um seine Heimat beenden. Das geht natürlich nicht so leicht, zumal noch ein weiterer Feind auftaucht. Werden es nun die „Chroniken des Dunkelelfen“? Mehr dazu spätestens im Oktober.

Der November bringt nichts weniger als den „Kampf des Jahrhunderts“. Jan Oldenburg richtet ihn aus. Der Seraph-Preisträger von 2013 bleibt der humorvollen Fantasy treu und will sich eine treue Fan-Gemeinde aufbauen. „Tyrann vs. Schmied“ hätte sein Werk auch heißen können, doch dieser Titel war vermutlich schon geschützt.

Ach ja, bei Piper-Fantasy fällt ja alles Phantastische unter dieses Label (außer dem, was bei ivi erscheint). Im November kommt es daher zu einem Wiedersehem mit einem Mystery-Thriller-Helden. John Cleaver darf wieder Dämonen jagen oder sich von ihnen jagen lassen. „Made in Germany“ könnte auf dem Cover stehen, denn Autor Dan Wells hat sich bei Stuttgart niedergelassen. „Du bist noch nicht tot“ heißt Band 4. Im Dezember erscheint dazu noch Band 3 der Killer-Reihe von Jennifer Estep, „Spinnenjagd“.