Markus Heitz 2010

Meister Mahet hat der Fantasy für dieses Jahr den Rücken gekehrt. Der nächste Band der Albae ist erst für 2011 geplant. Derzeit konzentriert sich Markus Heitz mehr auf seine Vampire. „Judassohn“ ist dabei ziemlich erfolgreich und klettert langsam die Bestsellerliste hoch und wieder herunter.

Doch der nächste Heitz ist bereits in der Pipeline, denn bereits am 17. Mai erscheint der mahetsche Zukunftsroman. Er selbst nennt das Buch „Collector“ Space Fiction, vermarktet wird es von Heyne als Zukunftsepos, man will es wohl auf keinen Fall Science-Fiction nennen. Beim Verlag freut man sich sicher über die Rückkehr der Cash-Cow Heitz. Der im 4. Jahrtausend spielende Roman dient Mahet als Vorwand dafür, das Rollenspiel „Justifiers“ neu zu beleben. Bereits vor einigen Wochen gab Heitz bekannt, dass er die Rechte gekauft habe. Das Spiel soll voraussichtlich zur Spielemesse in Essen sein Comeback feiern.

Flankiert wird der Markteintritt nicht nur von „Collector“ – das Buch ist mehr als Appetithappen gedacht -, sondern auch von einer Comic-Reihe und einer ganzen Buch-Serie. In der wollen sich so einige deutsche Phantastik-Autoren ihren Traum von einem eigenen Science-Fiction-Buch verwirklichen, sagt zumindest Christoph Hardebusch in einem Interview. Sein Roman soll etwa zur gleichen Zeit wie „Justifiers“ veröffentlicht werden.

Markus Heitz ist jedoch nicht nur mit der Organisation beschäftigt, sondern tourt auch weiterhin fleißig und schafft es, für gut besuchte Lesungen zu sorgen. Und um nicht völlig vom Fantasy-Markt wegzubleiben, hat er mit dem Piper-Verlag einen Zwerge-Sonderband herausgegeben. „Die Zwerge“ als Hardcover überzeugt allerdings überhaupt nicht. Nur wegen ein paar nicht sehr gelungenen Zeichnungen muss kein Fan oder Leser 25 Euro ausgeben.

Jury- vs. Publikumspreis

Nachdem die Preisträger des diesjährigen Deutschen Phantastik Preises (DPP) bekannt gegeben worden, setzte in vielen Foren die Diskussion darüber ein, ob es mit dem DPP so weitergehen soll wie bisher. Zeit also, konstruktiv über Veränderungen nachzudenken, etwa eine Verwandlung des DPP von einem Publikums- in einen Jurypreis.

Vorteil eines Jurypreises:

  • erfahrene Juroren
  • kennen die zur Wahl stehenden Bücher/Hörbücher
  • Zusammensettung lässt sich jährlich ändern
  • müssen Entscheidung begründen

Nachteile:

  • Entscheidung intransparent
  • schmale (Geschmacks-) Basis
  • Einflussnahme von Verlagen, Buchhändlern, Autoren leichter möglich

Vorteile des Publikumspreises:

  • Leserbeteiligung
  • breitere (Geschmacks-) Basis
  • Identifikation mit Preis auch beim Publikum
  • transparente Entscheidung
  • unabhängig von Lobbyisten

Nachteile:

  • Werke sind längst nicht allen bekannt, die abstimmen
  • Mobilisierung der Wähler wichtiger als Qualität eines Buches
  • Einflussnahme durch Kampagnen leichter

Diese Liste ist sicher nicht vollständig. Gerade bei der Jury hängt viel von der Zusammensetzung ab, welche Kompromisse bereits da gemacht wurden, etwa bei einer Parität (z. B. ein Science-Fiction-Experte, ein Fantasy-Kenner und ein Horrorautor, dazu ein unabhängiger und einer der Veranstalter). Eine Jury würde beim Deutschen Phantastik Preis sicher nicht alles besser machen, allerdings wären die Schuldigen für eine schlechte Auswahl der Preisträger leichter gefunden.

Wenn HMP von Fantasyguide richtig informiert ist, scheint es auch bei Phantastik-News bereits Pläne für leichte Veränderungen am Verfahrensmodus zu geben. Vorgesehen ist wohl, das Auswahl- und Vorschlagsverfahren zu reformieren. Der DPP soll aber ein Publikumspreis bleiben. Ob diese geringfügigen Änderungen ausreichen und weitere Heitz-Festspiele verhindern – darüber lässt sich vorerst nur spekulieren.