Brandon Sanderson über die Nebelgeborenen und seinen Schreiballtag

Brandon Sanderson im Gespräch auf der Leipziger Buchmesse.

Brandon Sanderson im Gespräch auf der Leipziger Buchmesse.

„Schreiben darf für mich nicht zum Schreibtisch-Job werden“, sagt Brandon Sanderson. Auf Einladung des Piper-Verlags war der amerikanische Fantasy-Autor zur Leipziger Buchmesse gekommen. Bei einem Treffen mit deutschen Bloggern beantwortete er Fragen rund um seinen Schreiballtag und über seine Nebelgeborenen-Romane.

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Einblicke – der etwas andere Werkstattbericht: Ivo Pala

Ivo Pala ist als Fantasy-Autor für die Elbenthal-Saga und -Chroniken bekannt. Der in Berlin lebende Schriftsteller hat zuletzt bei Knaur die „Dark World Saga“ veröffentlicht, von der am 1. März mit „Schwarzer Sturm“ der zweite Band erscheint. Der 1966 geborenen Autor schreibt jedoch nicht nur Fantasy-Bücher, sondern auch Thriller und Drehbücher. Über seine Facebook-Seite hält er seine Leser auf dem Laufenden.

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Bernd Frenz gewährt Einblicke – der etwas andere Werkstattbericht

Bernd Frenz ist mit Fischer Tor angetreten, einen Abschluss der Völkerromane zu schreiben, ihnen „den Garaus zu machen“, so Programmleiter Hannes Riffel. Standesgemäß braucht es dazu eine Trilogie, deren erster Band, „Der Groll der Zwerge“ bereits veröffentlicht ist, die beiden Nachfolger kommen dieses Jahr heraus. Mit den „Blutorks“ hat Bernd Frenz zuvor schon bei Völkerromanen mitgemischt. Fans von Maddrax und Perry Rhodan ist er ebenso als Autor geläufig, wie Fans von S.T.A.L.K.E.R. Der 1964 geborene Fantasy-Autor lebt in Hannover.

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Ju Honisch gewährt Einblicke – der etwas andere Werkstattbericht

Ju Honisch bekam gleich für ihren Debütroman „Das Obsidianherz“ 2009 den Deutschen Phantastik Preis. Mittlerweile hat sie sechs Romane und verschiedene Kurzgeschichten veröffentlicht. Ihr Roman „Seelenspalter“ wird Anfang März 2017 bei Knaur erscheinen. Neuigkeiten über die Bücher der in Hessen lebenden Autorin, geplante Projekte und Lesungen gibt es in den sozialen Netzwerken sowie dem Blog von Ju Honisch.

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Robert Corvus gewährt Einblicke – der etwas andere Werkstattbericht

Robert Corvus ist das Pseudonym des Fantasy-Autors Bernd Robker. Der in Köln lebende Schriftsteller hat zuletzt bei Piper „Die Schattenherren“ veröffentlicht und bringt in diesem Jahr gemeinsam mit Bernhard Hennen die „Phileasson-Saga“ bei Heyne heraus, mit der er auch zu seinen Rollenspiel-Wurzeln, etwa beim „Schwarzen Auge“, zurückkehrt. Mehr zum 1972 geborenen Autor auf seinen Social-Media-Kanälen und seiner Homepage.

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Einblicke von Bernd Perplies – der etwas andere Werkstattbericht

Bernd Perplies gewann 2015 mit „Imperium der Drachen – Das Blut des Schwarzen Löwen“ den Deutschen Phantastik Preis für den besten deutschsprachigen Roman. Der Fantasy-Autor und Übersetzer gehört zu den Autoren der Perry-Rhodan-Reihe und veröffentlicht auch unter dem Pseudonym Wes Andrews. Während er seine Leser gern in fremde Welten entführt, lebt er selbst am liebsten im Rhein-Main-Gebiet und kann sowohl Mainz als auch Wiesbaden viel abgewinnen, schreibt Bernd Perplies auf seiner Website.

1. Was ist Ihre Lieblingszeit zum Schreiben?

Ich schreibe eigentlich immer, wenn sich die Zeit dazu ergibt. Erfahrungsgemäß finde ich eher in den Abendstunden die nötige Ruhe dazu. Aber auch tagsüber kann ich mich nicht zurücklehnen, schließlich lebe ich von meinen Büchern.

Bernd Perplies Fotos: privat

2. Welches ist Ihr Lieblingsgetränk während des Schreibens?

Meist trinke ich schlicht stilles Wasser. Kaffee oder Cola in den nötigen Mengen wären alles andere als gesund. Und würde ich ganz bohème-mäßig Wein oder Whiskey zu mir nehmen, wäre ich längst zum Alkoholiker geworden.

3. Auf welcher Sitzgelegenheit sitzend schreiben Sie am liebsten?

Am liebsten würde ich auf dem perfekten Bürostuhl sitzen. Die Realität sieht leider so aus, dass es den nicht gibt. Ich habe im Laufe der Jahre zig Stühle in allen Preisklassen getestet. Nach ein paar Stunden kommen sie alle an ihre Grenzen. Ich sollte den Sitz meines neuen Autos herausschrauben. Der ist echt noch die bequemste Sitzgelegenheit, die mir seit Langem untergekommen ist.

4. Worin besteht die größte Versuchung, um während der Arbeit abgelenkt zu werden?

Alle meine Vorgänge schrieben als Antwort: „Internet“. Warum sollte es bei mir anders sein? 🙂 Tatsächlich ist der Grad zwischen „zielgerichteter Social-Media-Nutzung zum Zweck des Leserkontaktes“ und „Prokrastinieren“ verdammt schmal.

5. Wie viele Wörter schreiben Sie am Tag?

Ich zähle nicht in Wörtern, sondern in Zeichen. Mein Optimalpensum an gewöhnlichen Arbeitstagen liegt bei rund 20.000 Zeichen (meist ein Kapitel in meinen Büchern). Nicht selten liegt das Ergebnis allerdings darunter, an sehr guten Tagen klappt auch mal mehr. 10.000 Zeichen sollten es aber in jedem Fall sein, wenn ich den Tag nicht als „verloren“ abhaken will.

6. Drucken Sie Texte noch zum Korrekturlesen aus?

Nein, ich korrigiere am Bildschirm. Ausgedruckt lese ich die Texte nur noch einmal, wenn mir die Druckfahnen zur Prüfung vom Verlag zugeschickt werden. Das mag zugegeben nicht optimal sein, denn auf dem Papier bemerkt man nach wie vor manche Unstimmigkeit besser als am PC, aber ich greife einfach gerne dann auch direkt in den Text ein, statt mir nur Notizen mit Rotstift am Rand zu machen.

7. Wer darf eine neue Geschichte zuerst lesen?

Meine Frau, wenn sie Lust hat, und der jeweilige Lektor. Früher hatte ich auch mal mehr oder weniger regelmäßige Testleser, aber mittlerweile unterteilt sich mein Freundeskreis in zwei Gruppen: Autoren, die schlicht keine Zeit haben, anderer Leute Manuskripte mit Blick auf mögliche Mängel durchzusehen, und entschiedene Gelegenheitsleser, die lieber ein Buch in den Händen halten als eine Loseblatt-Sammlung.

8. Welchen Platz bekommen die eigenen Bücher zu Hause?

Sie stehen in einem mittlerweile vollen Regalbrett in einem großen Regal zwischen vielen anderen Büchern. Das sieht ungefähr so aus wie auf dem Foto.

Bücherregal von Bernd Perplies

Bücherregal von Bernd Perplies

9. Kann man als professioneller Schreiber noch mit Vergnügen das Werk anderer Autoren lesen?

Aber natürlich. Ich kann Schreiben und Lesen erstaunlich gut trennen. Ich versuche auch nicht, anderer Leute Bücher zu analysieren und im Kopf besser zu machen. Im Freizeitmodus halte ich es wie die meisten anderen Konsumenten auch: Entweder ein Werk gefällt mir oder nicht. Ob das dann am Stil, an der Figurenzeichnung oder dem dramatischen Aufbau liegt, darüber mache ich mir wenig Gedanken.

10. Welchen magischen Trick würden Sie gern selbst beherrschen?

Ganz klar: Teleportation! An und für sich reise ich gerne – vor allem Fernstrecken mit der Bahn, das entspannt irgendwie –, aber es wäre in vielen Alltagsmomenten unglaublich praktisch und zeitsparend, wenn man direkt mit einem Gedanken – zack! – an seinen Zielort gelangen könnte.

11. Wie viel Internet darf es am Tag sein?

Im Bestfall: So viel wie nötig und so wenig wie möglich. Denn machen wir uns nichts vor: Einerseits verdanke ich dem Internet als Autor enorm viel. Ich habe eine Menge wichtiger Kontakte über das Internet geknüpft. Ich erreiche meine Leser primär via Facebook. Ich verkaufe die meisten Bücher bei Amazon und vergleichbaren Online-Händlern. Ein Großteil meiner Recherchen findet im Netz statt. Andererseits ist das Internet – siehe oben – auch eine Zeitfalle. Passt man nicht höllisch auf, hat man am Ende eines Tages Dutzende Emails verfasst, Werbung auf diversen Social-Media-Plattformen betrieben, sein Blog gefüttert und interessante Artikel gelesen – aber es steht kaum ein Wort mehr im Manuskript.

12. Brauchen Autoren Haustiere?

Eigentlich sollte man als Autor ohne Freunde, ohne Familie und ohne Tiere leben. Der einsame Poet sein, der in seiner Dachkammer hockt. Dann gibt es nichts, worum man sich kümmern muss. Dann kann sich ganz dem Schreiben widmen. Aber mal ernsthaft: Wer will so ein Einsiedlerleben führen? Wir sind ja auch soziale Wesen! Und die brauchen Umgang mit anderen Wesen – und sei es die fast schon zum Klischee gewordene Katze, die um den eigenen Schreibtisch streift. Bei uns gibt es übrigens keine Katze, ich habe eine Katzenhaar-Allergie. Dafür pfeift ein kleiner Vogelschwarm im Nachbarzimmer herum, der allerdings meiner Frau gehört.

Weitere Teile der Serie „Einblicke“:

Ann-Kathrin Karschnick gibt einen etwas anderen Werkstattbericht – Einblicke

Ann-Kathrin Karschnick gewann 2014 erstmalig den Deutschen Phantastik Preis. Sie bekam ihn für „Phoenix – Tochter der Asche“. Mit „Phoenix – Erbe des Feuers“ ist zudem bereits die Fortsetzung erschienen. Neben Fantasy-Romanen veröffentlicht die Autorin noch Erotikgeschichten unter dem Pseudonym Karyna Leon. Karschnick wurde 1985 geboren und lebt in Schwarzenbek.

1. Was ist Ihre Lieblingszeit zum Schreiben?

Morgens ganz früh oder abends nach der Arbeit. Da ich noch Teilzeit nebenbei arbeite, schreibe ich häufig in der Bahn und habe meinen Körper sozusagen darauf konditioniert, zu den seltsamsten Uhrzeiten produktiv zu sein.

2. Welches ist Ihr Lieblingsgetränk während des Schreibens?

Wasser. Ganz simpel und einfach. Ich trinke keinen Kaffee und für Tee bin ich meist zu faul. Wenn ich allerdings welchen hingestellt bekomme, trinke ich den auch gerne.

3. Auf welcher Sitzgelegenheit sitzend schreiben Sie am liebsten?

Am liebsten auf der Couch, eingemummelt in eine Decke, aber am häufigsten tatsächlich in einem Stuhl der Deutschen Bahn, da ich Pendlerin bin.

Autorin Ann-Kathrin Karschnick, Foto: Privat

Autorin Ann-Kathrin Karschnick, Foto: Privat

4. Worin besteht die größte Versuchung, um während der Arbeit abgelenkt zu werden?

Serien. Eindeutig. Ich bin ein absoluter Serienjunkie und eigentlich nie auf Stand, was meine Lieblingsserien angeht. Das heißt, es gibt immer eine Folge, die ich noch nicht gesehen habe und die nur darauf wartet angesehen zu werden. Und Social Marketing. Ich liebe es, mit meinen Fans zu kommunizieren, und wenn mir jemand schreibt, dann will ich es immer gleich beantworten.

5. Wie viele Wörter schreiben Sie am Tag?

Im Schnitt etwa 1000 Wörter, aber es gibt Monate wie den November, in dem ich im Schnitt 3000 Wörter pro Tag schreibe. Da steht der NaNoWriMo (National Novel Writing Month) an, und ich versuche immer einen Roman in der Zeit zu schreiben.

6. Drucken Sie Texte noch zum Korrekturlesen aus?

Das habe ich früher gemacht. Inzwischen arbeite ich mit Papyrus Autor, um den Text zu überarbeiten. Das ist effektiver und geht deutlich schneller.

7. Wer darf eine neue Geschichte zuerst lesen?

Die Erotikgeschichten bekommt tatsächlich eine Kollegin zuerst zu lesen. Bei den phantastischen Geschichten ist es unterschiedlich. Meistens mein Verleger. Nur Kurzgeschichten lese ich meinem Freund vor, der mir dann eine Rückmeldung gibt.

8. Welchen Platz bekommen die eigenen Bücher zu Hause?

Im Moment noch eine eigene Reihe im Regal. Aber irgendwann wird diese Reihe nicht mehr ausreichen. Dann mache ich mir wieder Gedanken dazu.

9. Kann man als professioneller Schreiber noch mit Vergnügen das Werk anderer Autoren lesen?

Oh ja. Ich lese zwar nicht mehr so viel wie früher, aber wenn ich lese, dann versuche ich den inneren Lektor abzustellen. Meist gelingt es mir. Nur bei Büchern, die mir nicht so gut gefallen, ist es schwer.

10. Welchen magischen Trick würden Sie gern selbst beherrschen?

Ich würde gerne per Telepathie Daten von meinem Gehirn auf den Rechner/Fernseher usw. übertragen können. Dann wäre das Bücherschreiben so viel einfacher.

11. Wie viel Internet darf es am Tag sein?

Ich bin ja ein klein wenig Handysüchtig, deswegen bin ich am Tag recht häufig im Netz. Wenn die Frage aber lautet, wie viel es sein darf, würde ich sagen: Weniger als ich es jetzt nutze.

12. Brauchen Autoren Haustiere?

Ich kenne viele, die Katzen haben oder Hunde. Wir haben einen Steppenwaran namens Icke zu Hause. Der ist pflegeleicht und nimmt nicht viel Zeit in Anspruch. Für ein anderes Haustier würde mir einfach die Zeit fehlen.

Weitere Teile der Serie „Einblicke“: