Joe Abercrombie zieht durch das Rote Land

Rache ist das Thema von Joe Abercrombies nächstem Klingen-Roman. Kommt bekannt vor? Nun ja, „Racheklingen“ (Best Served Cold) hieß der vorletzte Roman des englischen Autors. Das neue Fantasy-Werk trägt den Originaltitel „Red Country“ und erscheint Mitte Oktober. Da es in Heynes bisherigen Programmvorschauen nicht auftaucht, kommt es hierzulande wohl erst mit dem Frühjahrsprogramm in die Läden. Fans der zynisch, düster geschriebenen Reihe werden sich also noch ein wenig gedulden müssen – und können schon einmal Titelraten spielen. Welcher Begriff ließe sich mit dem Wort „Klingen“ zusammensetzen, um einen halbwegs sinnvollen Ein-Wort-Titel zu ergeben? Gute Chancen dürfte „Blutklingen“ haben, denn wer sich das Original-Cover anschaut, sieht bereits ein paar Tropfen. „Eisenklingen“ ginge aber auch, wo doch rote Erde auf einen hohen Eisengehalt hindeutet.

Rote Erde, rotes Land und ein scheuer Süden

Doch vielleicht wirft die Geschichte ja noch einen anderen Titel ab. Im Mittelpunkt dieses Mal: Shy South (scheuer Süden), deren Heim niedergebrannt und deren Geschwister entführt werden. Mit ihrem Lamm (Lamb) von einem Stiefvater macht sie sich an die Verfolgung ihrer Feinde, die sich in dünn besiedelte Gebiete, fernab der Zivilisation geflüchtet haben. Und für ihre Rache muss sie wieder zu den Waffen greifen, obwohl sie eigentlich mit dem Kämpfen abgeschlossen hatte. Erinnert ein wenig an „Der Texaner“ oder andere Western? Nun das ist laut Abercrombie beabsichtigt (auch wenn er andere Vorbilder als den Eastwood-Western nennt). Doch dieser für sich stehende Band der Klingen-Reihe birgt auch ein Wiedersehen mit bekannten Antihelden wie dem Söldner Nicomo Cosca, der zuletzt in „Racheklingen“ eine wichtige Rolle spielte.

Also, werden es „Westernklingen“? Oder „Lammfellklingen“, „Südklingen“ oder einfach nur „Rotklingen“? Wir werden es erfahren. Und ach ja, als nächstes wollte Abercrombie ja mal wieder eine Trilogie angehen. Da könnte der Kampf der Union mit ihren südlichen Feinden in eine neue große Runde gehen. Oder folgt nur der nächste Stellvertreterkrieg?

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Die Rache der Claudia Kern

Claudia Kern: Rache

Claudia Kern: Rache

Claudia Kern hat ihre erste Fantasy-Trilogie abgeschlossen. Mit „Rache“ endet die Reihe „Der verwaiste Thron“. Darin kehren die Heldin Ana und ihr Bruder Gerit nach Somerstorm zurück. Doch auch ihre Feinde haben die Burg zum Ziel, sodass es dort zum Showdown kommen wird, wo alles begann.

Im vergangenen Jahr legte Claudia Kern mit „Sturm“ ihren ersten Fantasy-Roman vor. Erfrischenderweise handelte er nicht von Orks, Elfen oder Zwergen und stach allein dadurch aus der Masse deutscher Fantasy-Bücher heraus. Nachtschatten, halb-menschliche Gestaltwandler, und Menschen spielten die Hauptrolle. Mit einem jungen männlichen Helden und einer jungen weiblichen Heldin bot der Roman zudem verschiedene Identifikationsfiguren. Etwas kurz geriet die Beschreibung der Welt, in der „Der verwaiste Thron“ spielt.

Mit „Verrat“ folgte eine Fortsetzung, die den Konflikt von Nachtschatten und Menschen vorantrieb, jedoch langsam die Richtung änderte, indem mehr magische Elemente eine Rolle spielten. So langsam wurde klar, wie viel sich die Autorin da vorgenommen hatte. Bei „Rache“ darf man nun gespannt sein, ob die losen Enden alle zusammengeführt werden oder ob Teile hinten über fallen. Erneut ist der bei Blanvalet erschienene Roman kurz gehalten. Die 384 Seiten lange Geschichte kostet 13 Euro.

Edit: Rezension ist auch online.