Leserpreis für mehr Lesespaß

Und noch ein Publikumspreis – jeder, der dieses Jahr schon einmal ein Buch in der Hand gehabt hat oder jemanden kennt, der eines im Regal stehen hat, darf jetzt über „Die besten Bücher 2009“ abstimmen. Nun gut, Internetzugang wird noch vorausgesetzt, aber ansonsten sind die Zugangshürden so gering wie möglich gehalten (nicht einmal eine Mailadresse muss bislang genannt werden). Die Stiftung Lesen und Lovelybooks haben diesen neuen Leserpreis zusammen ausgerufen.

Der Preis wird in den Kategorien Spannung, Romantik, historische Romane, Fantasy/Science Fiction (könnte Phantastik meinen) und allgemeine Literatur (alles, was nicht in die anderen Kategorien passt) verliehen. Hinzu kommen ein Preis für das schönste Cover, den besten Titel und den besten Klappentext. Letztere Kategorie soll nach Angaben von Lovelybooks gute Klappentexte ehren und zum Vorbild machen, da manchmal das Gefühl entstehe, die Texte seien von Menschen geschrieben, die das Buch gar nicht gelesen hätten. Nominiert ist etwa „Die Saat“.

Die Genres sind laut Stiftung Lesen so grob gehalten, um die Teilnehmer nicht dadurch  zu lähmen, dass sie erst die passende Kategorie finden müssen. Allerdings erwartet die Ausrichter noch ein großes Sortierverfahren nach Abschluss der Nominierungsrunde. Das wird dann die letzte Chance, um zu verhindern, dass Stephenie Meyer in den Kategorien Romantik und Fantasy gewinnt.

Nominiert werden können Bücher, die 2009 erschienen sind. Pat Rothfuss hat es trotzdem irgendwie auf die Liste geschafft. Aber der kennt ja auch den Namen des Windes.  Bücher, die im November/Dezember erscheinen, erhalten dann 2010 eine Chance. Die häufigsten Nennungen schaffen es in die Abstimmungsphase, die am 16. November beginnt und einen Monat geht. Bei Stimmengleichheit soll es sowohl bei Nominierung als auch bei den Siegern noch eine Stichwahl geben.

Die spannende Frage ist, braucht es einen solchen Preis? Warum wurde er überhaupt ins Leben gerufen? „Motivation durch Partizipation“ ist das Motto des Preises. Wer gerne liest, soll sich mit anderen darüber austauschen können und sein eigenes Leseverhalten reflektieren. Natürlich sollen damit auch Leser Lesern Bücher empfehlen und Lovelybooks, die den Preis so liebenswert mit einer glücklichen Familie präsentieren, soll sicherlich ein wenig bekannter werden.

P.S. Markus Heitz hat es in der Kategorie Fantasy bislang nur mit Drachenkaiser zur Erwähnung gebracht. Die Albae und ihre Legenden können es aber noch immer auf die Shortlist schaffen.

Jury- vs. Publikumspreis

Nachdem die Preisträger des diesjährigen Deutschen Phantastik Preises (DPP) bekannt gegeben worden, setzte in vielen Foren die Diskussion darüber ein, ob es mit dem DPP so weitergehen soll wie bisher. Zeit also, konstruktiv über Veränderungen nachzudenken, etwa eine Verwandlung des DPP von einem Publikums- in einen Jurypreis.

Vorteil eines Jurypreises:

  • erfahrene Juroren
  • kennen die zur Wahl stehenden Bücher/Hörbücher
  • Zusammensettung lässt sich jährlich ändern
  • müssen Entscheidung begründen

Nachteile:

  • Entscheidung intransparent
  • schmale (Geschmacks-) Basis
  • Einflussnahme von Verlagen, Buchhändlern, Autoren leichter möglich

Vorteile des Publikumspreises:

  • Leserbeteiligung
  • breitere (Geschmacks-) Basis
  • Identifikation mit Preis auch beim Publikum
  • transparente Entscheidung
  • unabhängig von Lobbyisten

Nachteile:

  • Werke sind längst nicht allen bekannt, die abstimmen
  • Mobilisierung der Wähler wichtiger als Qualität eines Buches
  • Einflussnahme durch Kampagnen leichter

Diese Liste ist sicher nicht vollständig. Gerade bei der Jury hängt viel von der Zusammensetzung ab, welche Kompromisse bereits da gemacht wurden, etwa bei einer Parität (z. B. ein Science-Fiction-Experte, ein Fantasy-Kenner und ein Horrorautor, dazu ein unabhängiger und einer der Veranstalter). Eine Jury würde beim Deutschen Phantastik Preis sicher nicht alles besser machen, allerdings wären die Schuldigen für eine schlechte Auswahl der Preisträger leichter gefunden.

Wenn HMP von Fantasyguide richtig informiert ist, scheint es auch bei Phantastik-News bereits Pläne für leichte Veränderungen am Verfahrensmodus zu geben. Vorgesehen ist wohl, das Auswahl- und Vorschlagsverfahren zu reformieren. Der DPP soll aber ein Publikumspreis bleiben. Ob diese geringfügigen Änderungen ausreichen und weitere Heitz-Festspiele verhindern – darüber lässt sich vorerst nur spekulieren.

Deutscher Phantastik Preis: die Heitz-Festspiele

Der Deutsche Phantastik Preis 2009  ist verliehen, vergeben und hoffentlich bald vergessen. Dieses Urteil mag etwas hart klingen, handelt es sich doch um einen Publikumspreis und vox populi kann nicht irren. Doch kann man wirklich einen Preis ernst nehmen, bei dem als bester deutschsprachiger Roman im Erscheinungsjahr 2008 „Das Schicksal der Zwerge“ gewinnt? Und nicht nur das, auf Platz 2 in dieser Kategorie landet ein weitere Roman von Markus Heitz mit „Blutportale“. Würde Heitz drei Romane im Jahr veröffentlichen, hätte es der dritte bestimmt auf Platz 3 geschafft. Etwas seltsam, dass die „Dwarves“ in der Kategorie internationaler Roman nicht einmal berücksichtigt wurden.

Dort verhalf – wenig überraschend – Volkes Stimme Patrick Rothfuss zu seinem ersten DPP. Den „Namen des Windes“ hatten sicherlich die meisten bei den internationalen Romanen oben auf der Liste. Vielleicht wird Pat diese Ehrung aus Deutschland sogar irgendwann einen eignen Blog-Eintrag wert sein. Derzeit ist er allerdings mehr damit beschäftigt, Gastauftritte in seinem nächsten Roman für einen guten Zweck zu versteigern.

Zu den weiteren Geehrten zählen die Autoren von Perry Rhodan (beste Serie), Dirk Schulz (bester Grafiker), Ju Honisch (bestes deutschsprachiges Debüt) und die Betreiber von Fantasyguide.de (Glückwünsche ihnen allen). Nur gut, dass Mahet in diesem Jahr nicht ein Update seiner Website veröffentlicht hat, sonst wäre er noch in einer weiteren Kategorie dabeigewesen.

Übrigens, im nächsten Jahr treten nur noch „Gerechter Zorn“ und „Drachenkaiser“ bei den deutschsprachigen Romanen an, damit ein wenig Spannung in die Wahl kommt.

Endspurt für Abstimmung über Deutschen Phantastik Preis 2008

Nur noch bis Sonntag, 31. August läuft die Abstimmung über den Deutschen Phantastik Preis 2008 (dpp). Der Publikumspreis wird in zehn Kategorien vergeben. Abstimmen kann jeder, der sich mit einer Mailadresse registrieren lässt. Dabei muss man auch nicht in allen Kategorien seine Stimme abgeben.

Der wichtigste Preis dürfte der für den besten 2007 erschienen deutschsprachigen Roman sein. In der Finalrunde sind nominiert: Christoph Hardebusch mit „Schlacht der Trolle“, Bernhard Hennen mit dem ersten Band der „Elfenritter“, Cornelia Funke mit „Tintentod“, Stephan Bellem mit „Tharador“, Susanne Gerdom mit „Elbenzorn“, Thomas Radloff mit „Satinavs Auge“ und Thomas Finn mit „Die letzte Flamme“.

Hart umkämpft sein dürfte die Kategorie beste Internetseite:

Mal sehen, wer dort die meisten Fans mobilisieren konnte. Die Sieger werden im Oktober auf der Buchmesse Con in Dreieich bei Frankfurt a.M. geehrt.