Joe Abercrombie ficht mit Heldenklingen

Cover von Heldenklingen

Joe Abercrombie: Heldenklingen

Der ganze Norden ist von der Union besetzt. Der ganze Norden? Nein, ein großer Teil der Nordmänner leistet Widerstand gegen die Eindringlinge. Seit dem Putsch des Schwarzen Dow gegen Logen, den Blutigen Neuner,  ist das Land im Krieg gegen den kurzzeitigen Verbündeten. Doch eine kleinere Gruppe Nordmänner unter dem Hundsmann steht noch immer an der Seite der Union. Die Chancen für einen Frieden zwischen den Parteien stehen jedoch schlecht – denn der Krieg im Norden wird zu einem weiteren Schauplatz der großen Auseinandersetzung zwischen den Magi. Bayaz will sich vor seiner Haustür nicht den Sieg nehmen lassen.

Heldenklingen, fünfter Roman von Joe Abercrombie

Joe Abercrombie istfür seinen fünften Roman der Klingen-Reihe wieder in den Norden zurückgekehrt. „Heldenklingen“ (The Heroes) heißt sein neuestes Werk, dessen Handlung erneut in sich abgeschlossen ist, wie es bereits bei „Racheklingen“ der Fall war. Treue Leser werden so einige Charaktere wiedertreffen, die sie liebgewonnen oder nie gemocht haben, angefangen vom Hundsmann und dem Schwarzen Dow bis hin zu Espe, Yoru Sulfur und Bremer dan Gorst, dem ehemaligen Meisterfechter der Union.

Stilistisch hat sich natürlich nichts geändert. Die Soldaten müssen Scheiße fressen und vor allem sagen, die Offiziere sind zynisch, unfähig oder bemüht, ihre Männer zu retten, doch nur wenige haben die Chance, den Krieg halbwegs heil zu überleben. Die Welt ist schlecht, und das Schicksal tritt dir in den Arsch, wenn du es am wenigsten erwartest, so die wenig tröstliche Botschaft von Abercrombie. Und doch schimmert bei seinen Anti-Helden das Gute durch und endet die Handlung niemals in der völligen Katastrophe.

„Heldenklingen“ ist bei Heyne erschienen. Mit knapp 900 Seiten ist es erneut ein sehr episches Werk von Joe Abercrombie geworden und kostet stolze 16 Euro. Und es wird nicht der letzte Ausflug des britischen Autors in die Klingen-Welt bleiben. Noch mindestens vier Bücher von Abercrombie werden den Konflikt der Magi thematisieren.

Edit: Eine noch ausführlichere Rezension zu „Heldenklingen“ ist nun ebenfalls online.

David Anthony Durham: Die Fernen Lande von Acacia

Cover von Acacia - Die fernen Lande

Durham: Acacia - Die fernen Lande

 

Das deutsche Cover des ersten Acacia-Bandes gefiel David Anthony Durham und seinem Originalverlag Knopf so gut, dass sie es für die Fortsetzung verwendeten. Für die deutsche Ausgabe von „Acacia 2. The Other Lands“ (Acacia – Die Fernen Lande) musste sich der Verlag Blanvalet (ebenso wie Knopf zu Random House gehörend) daher ein eigenes Cover überlegen. Die gefundene Lösung weist gleich den Weg zum Inhalt und ist auch aus diesem Grund sehr gelungen. Große Schiffe, umgeben von hohen Felsen gleiten durch eine Meerenge und werden von einer rasenden Strömung angetrieben. Auf diesem Schiff befindet sich Prinz Dariel Akaran, Bruder von Corinn, Königin von Acacia. Er ist auf dem Weg in die Fernen Lande, dorthin, wohin so viele Kinder aus Acacia mit Billigung der Herrscher verschleppt werden.

Acacia droht Gefahr aus den Fernen Landen

Während Dariel mit der Gilde, einem Verbund gieriger Händler, nach Westen segelt, hat seine Schwester Corinn Schwierigkeiten, ihre Herrschaft über Acacia zu festigen. Unzufriedenheit breitet sich im Lande aus, der sie durch die Magie des „Liedes von Elenet“ zu begegnen versucht. Auch ihre Schwester Mena ist in ihrem Auftrag unterwegs – sie soll die „Übeldinge“ töten, die sich durch magische Verwerfungen gebildet haben.

Wie bereits im Vorgänger „Acacia – Macht und Verrat“, dürfen sich die Leser jedoch auf einige Überraschungen gefasst machen. Durham nutzt die Gelegenheit, die Fernen Lande näher vorzustellen, entwickelt aber gleichzeitig die aus dem ersten Band bekannten Charaktere weiterzuentwickeln.

„Acacia – Die Fernen Lande“ ist in der Übersetzung von Tim Straetmann bei Blanvalet erschienen. Das Fantasy-Buch mit seinen 784 Seiten kostet 15 Euro.

Edit: Die ausführliche Rezension ist erschienen.

Noch vier Klingen von Joe Abercrombie

Wenige Wochen bevor sein neuer Roman „The Heroes“ ausgeliefert wird, hat Joe Abercrombie seine nähere Zukunft abgesichert: Mit Gollancz, seinem englischen Verlag, schloss er einen Vertrag über seine nächsten vier Bücher. Sie alle sollen in der Welt der Klingen-Romane spielen, teilte Abercrombie auf seinem Blog mit.

Über den Inhalt gab der englische Fantasy-Autor noch nichts bekannt. Bislang plant er, zunächst einen weiteren für sich stehenden Roman zu schreiben, ähnlich wie „Best Served Cold“ (Racheklingen) und „The Heroes“ (Heldenklingen). Die weiteren drei sollen als Trilogie angelegt sein. All dies ist nach Abercrombies Angaben aber noch nicht in Stein gemeißelt, was dafür spricht, dass er noch keinen Entwurf für die Geschichte hat.

Nächstes Fantasy-Buch von Abercrombie 2012

Sein nächstes Buch erscheint im Original voraussichtlich im Herbst 2012. Wenn er danach die Trilogie umsetze, könne es mit der Veröffentlichung etwas länger dauern, so Abercrombie in seinem Blog.

Was heißt das für die deutschen Leser? Im August 2011 kommt erst einmal „Heldenklingen“ auf den Markt, eine Geschichte, die sich um den Konflikt zwischen Barbaren und Union im grausamen Norden dreht. Erscheint der Folgeband wie anvisiert im Herbst 2012 im Original, dürfte die Übersetzung bis zum Frühjahr 2013 fertig sein.

Was den Titel angeht, so dürfte sich Heyne bereits jetzt den Kopf zerbrechen, welche Worte sich noch mit Klingen kombinieren lassen. Wie wäre es etwa mit Glockenklingen?

Das Flüstern der Nacht schwillt an

Cover von "Das Flüstern der Nacht"

Peter V. Brett: Das Flüstern der Nacht

Lange haben die deutschen Leser von Peter V. Brett auf die Fortsetzung seiner Dämonen-Fantasy-Reihe gewartet. Doch bei 600 Seiten im Original war zu erwarten, dass der zunächst angegebene Veröffentlichungstermin April 2010 für „Das Flüstern der Nacht“ kaum zu halten sein würde. Daher kam die Verzögerung nicht überraschend. Inzwischen ist die deutsche Fassung aber in den Buchläden.

Mehr als 1000 Seiten dick ist „Das Flüstern der Nacht“ (The Desert Spear). Peter Brett scheint also noch ein wenig epischer geworden zu sein, schließlich erreichte „Das Lied der Dunkelheit“ bereits die Marke von 800 Seiten. Doch genug zur Länge.

Das Flüstern der Nacht startet in der heißen Wüste

Brett beginnt die Handlung in Krasia, der Wüstenstadt, in der Arlen den Speer verlor, der Dämonen töten kann, und in der er sich zuvor als Ausländer Anerkennung erworben hatte. Wie gern Brett die Stadt mag, zeigte sich bereits in „Der große Basar“.  In Kraisia begnügt man sich nicht mehr damit, in der Nacht die Dämonen im Labyrinth zu jagen. Vom Süden der Welt aus, sollen alle Menschen von der Bedrohung der Dämonen gerettet werden. Im Norden sieht man die Entwicklung jedoch mit Skepsis und fürchtet um die politische Unabhängigkeit.  Und auch die Dämonen geben den Kampf nicht verloren. An Stelle der Baum-, Wind- und Felsendämonen treten mächtige Fürsten aus der Unterwelt gegen die Menschen an.

Ob das Warten sich gelohnt hat, können die deutschen Leser herausfinden, wenn sie bereits sind für das bei Heyne erschienene Buch 16 Euro auszugeben.

Edit: Die Rezension des „Flüsterns der Nacht“ ist online.

Neuer Sanderson: Die Kinder des Nebels

Brandon Sanderson: Die Kinder des Nebels

Brandon Sanderson: Die Kinder des Nebels

Der nimmermüde Fantasy-Autor Brandon Sanderson hat auf Deutsch einen neuen Roman vorgelegt. „Die Kinder des Nebels“ (The Final Empire 1) ist der Auftakt zu einer neuen Saga. Darin geht es um das unterdrückte Volk der Skaa, das sich gegen die Herrschaft das unsterblichen Lord Ruler auflehnt. Dieser Lord Herrscher kann mächtige Magie wirken, doch ihm unter den Skaa findet sich eine Gruppe von Rebellen, die es mit ihm aufnehmen will …

Auf weitere Veröffentlichungen von Sanderson dürfen sich Fantasy-Fans bereits freuen. Die Fortsetzung der „Kinder des Nebels“ ist bereits für Beginn 2010 angekündigt und wird „Krieger des Feuers“ heißen. Im Original ist im Frühjahr bereits der dritte und letzte Band der Mistborn-Trilogie als Taschenbuch erschienen. Außerdem wartet die Fantasy-Gemeinde gespannt auf den letzten Teil der Saga „Das Rad der Zeit“. Nach dem Tod Robert Jordans hat Brandon Sanderson die Aufgabe übernommen, den Roman und die Reihe abzuschließen.

Doch zuvor gilt: Ran an „Die Kinder des Nebels“. Für seine 15 Euro bekommt man einen knapp 900 Seiten langen Roman, der als broschiertes Taschenbuch bei Heyne erschienen ist.

Edit: Eine ausführliche Rezension ist inzwischen auch online.