Maja Winter: Die Säulen der Macht – eine Rezension

Maja Winter: Die Säulen der Macht

Maja Winter: Die Säulen der Macht

Alle vier Säulen beeinflussen den Brennenden Baum, das Wesen, durch das das Königreich lebt. Lange schien der Baum verdorrt zu sein, doch haben die Mönche die Suche nach einem Kandidaten nicht aufgegeben, der den Baum zu neuem Leben erwecken könnte. Ausgerechnet Prinz Tahan, ein narzistischer Egoist, bringt alle Voraussetzungen mit. Um ihn zu läutern, verfluchen ihn die Mönche zu einem Dasein als namenloser Verteidiger des Königreichs.

Die Säulen der Macht – märchenhafte Fantasy

„Die Säulen der Macht“ von Maja Winter enthält viele Elemente eines Märchens: Prinz Tahan wird verflucht, die Wiederbelebung eines Baumes kann die Menschheit retten und die Läuterung (Erziehung) des Helden steht im Mittelpunkt. Doch anders als im Märchen sind die Charaktere nicht alle kategorisierbar. Vor allem die junge Jalimey ist ambivalent angelegt und dank ihrer inneren Zerrissenheit wohl der interessanteste Charakter des Fantasy-Romans. Die Hauptfigur ist hingegen manchmal nur schwer zu ertragen – jeglicher Anflug von Mitleid mit dem verfluchten Prinzen, verschwindet, wenn Tahan wieder nur egoistisch handelt. Lediglich das Schicksal seines verkrüppelten Bruders scheint für ihn Bedeutung zu haben.

Und so bleibt auch nach der Lektüre ein ambivalenter Eindruck haften. Zum einen bleiben schöne Ideen in Erinnerung wie die der Glasgeschöpfe und überzeugt der Roman sprachlich, zum anderen wirken einige Ideen unausgegoren, gehen die Kampf- und Schlachtszenen weit an wirklichen Kämpfen vorbei und fehlt einfach ein Sympathieträger oder eine Figur, mit der sich Leser identifizieren können.

Maja Winter ist ein Pseudonym 

Hinter dem Pseudonym Maja Winter verbirgt sich die Autorin Lena Klassen. Nach dem Erfolg ihrer Magyria-Romane um Hanna und den Vampir Mattim entschied sich die 1971 in Moskau geborene Schriftstellerin, für ihr folgendes Fantasy-Debüt bei Blanvalet – die Drachenjägerin-Trilogie –, den Namen zu wechseln. Bei anderen Verlagen hat sie bereits Jugendbücher, Liebesromane und Detektivgeschichten veröffentlicht.

„Die Säulen der Macht“ von Maja Winter ist bei Blanvalet erschienen. Die Taschenbuchausgabe umfasst 576 Seiten und kostet 9,99 Euro. Die Rezension basiert auf der E-Book-Ausgabe, die 8,99 Euro kostet.

Neue Fantasy-Bücher im Juni 2013: Die Säulen des roten Kriegers

Maja Winter: Die Säulen der Macht

Maja Winter: Die Säulen der Macht

Bei Blanvalet herrscht derzeit Lena-Klassen-Zeit: Nach dem dritten Teil von Magyria als Taschenbuch kommt im Juni mit „Die Säulen der Macht“ frische Ware heraus. Dieses Fantasy-Buch erscheint jedoch unter Klassens Pseudonym Maja Winter. Unter diesem Namen veröffentlichte sie bereits die Drachenjägerin-Trilogie. „Die Säulen der Macht“ dreht sich um Intrigen unter Prinzen, die Macht eines Bauernmädchens und einen uralten Fluch. Der Roman erscheint Mitte des Monats als Taschenbuch und E-Book bei Blanvalet.

Miles Cameron: Der Rote Krieger

Miles Cameron: Der Rote Krieger

Mehr als doppelt so viele Seiten wie Maja Winters Werk enthält das Debüt von Miles Cameron, laut Verlagswerbung gar „das bedeutendste Fantasy-Debüt des Jahres“. „Der Rote Krieger“ ist breit angelegt und sicher ambitioniert. Ob das Buch aber über die knapp 1200 Seiten die Spannung halten kann, muss sich bei der Lektüre erweisen. Die Handlung dreht sich in erster Linie um den Roten Krieger, der mit seiner kleinen Streitmacht aus Söldnern zunächst nur den Auftrag übernimmt, eine Äbtissin und ihre Nonnen zu schützen. Doch schon bald muss der rote Ritter (klingt besser als Krieger, entspricht einer wörtlichen Übersetzung, wurde aber dennoch nicht gewählt) erkennen, dass es um mehr geht. Das Königreich Alba steht vor einem Krieg. Und dieser dürfte sich hinziehen, denn Cameron plant fünf Bücher über den Aufstieg des Roten Kriegers. Die bei Heyne erscheinende Übersetzung stammt von Michael Siefener, der bereits die Bücher von Brandon Sanderson ins Deutsche übertrug.

Ben Aaronovitch: Ein Wispern unter Baker Street

Ben Aaronovitch: Ein Wispern unter Baker Street

Mehr um das Vergnügen als um die Spannung geht es in „Ein Wispern unter Baker Street“ von Ben Aaronovitch. Der dritte Teil der bei dtv erscheinenden Serie um den magisch begabten Polizisten Peter Grant dreht sich um den Mord an einem amerikanischen Studenten, dessen Leiche in einem Tunnel der Londoner Underground gefunden wird. Und da Übernatürliches eine Rolle zu spielen scheint, wird Peter Grant in die Ermittlungen involviert. Aaronovitch geht es aber weniger um die Mördersuche als darum, seine Beobachtungen der Welt satirisch zu schildern. Und so fehlen weder Nazi-Anspielungen, noch Seitenhiebe auf fundamentale Christen in den USA oder die moderne Technik, die so abhängig von Mobilfunktelefonen macht – lustig bis anstrengend.