Sarantium – Die Götter von Lara Morgan

Sarantium - Die Götter von Lara Morgan

Lara Morgan: Sarantium – Die Götter

Die Überlebenden der Schlacht haben sich in die Wüste zurückgezogen. Tallis könnte die Clans sammmeln, ist aber zu sehr mit dem Verschwinden der Drachen sowie dem seiner Zwillingsschwester Shaan beschäftigt. Diese ist im Zwielicht mit ihrem Vater Azoth gefangen. Dort muss sie einen Weg zurück zu ihrer Familie und ihren Freunden finden. Denn nur zusammen können die Zwillinge Sarantium gegen die Götter verteidigen.

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Trend-Thema Vergewaltigung in Fantasy-Romanen

Woher kommt er nur, der Trend zu Vergewaltigungsszenen in Fantasy-Romanen? In zahlreichen Büchern aus dem anglo-amerikanischen Raum, die es auf den deutschen Markt schaffen, gibt es mindestens eine solche Szene. Seien es Joe Abercrombie, Brent Weeks  oder Steven Erikson, seien es Autorinnen wie Glenda Larke oder Lara Morgan – bei ihnen allen werden Frauen zum Sex gezwungen.

Wie genau diese Gewaltakte beschrieben werden, ist unterschiedlich. In allen Fällen sind die Frauen klar als Opfer erkennbar. Auffällig ist jedoch, dass die männlichen Autoren eher dazu neigen, die Szenen ausführlicher zu gestalten, während die Autorinnen die Vergewaltigung eher knapp halten und sich stärker und schneller auf das Innenleben und die seelischen Verletzungen der weiblichen Charaktere konzentrieren, um so die Empathie mit dem Opfer deutlich zu machen.

Unabdingbarer Bestandteil der Handlung sind die Vergewaltigungen eher nicht, vielmehr dienen sie dazu, zu zeigen, wie rechtlos und rauh die Gesellschaft in Fantasy-Welten ist und dazu, Charakteren mehr Tiefe und Raum für Entwicklung zu lassen.

Stehen die Vergewaltigungen für einen Trend zum Realismus?

Es drängt sich zudem der Eindruck auf, als ständen die Vergewaltigungsszenen für die gestiegene Nähe des Fantasy-Genres zur realen Welt. In einer Welt, die vom Mittelalter, Antike, Renaissance oder Neuzeit inspiriert ist, müssen Frauen wohl – bei aller oft in Fantasy-Romanen gespiegelten Emanzipation – Opfer sexueller Gewalt werden, da diese Verbrechen in jeder Gesellschaft vorkommen.

Die Täter können dabei aus der Familie kommen, wie in Peter Bretts „Das Flüstern der Nacht“, wo der Autor sexuellen Missbrauch durch einen Vater thematisiert. Sexuelle Gewalt kann aber auch als Zeichen von Dominanz eingesetzt werden, wie in „Der Verrat der Drachen“ von Lara Morgan. Besonders weit gehen hier Brent Weeks und R. Scott Bakker. In der Schattentrilogie von Weeks dient sexuelle Erniedrigung der Festigung von Machtstrukturen in einer jugendlichen Diebesbande, die Erfahrungen realer Straßenkinder dürften dem amerikanischen Autor bekannt gewesen sein. Bei Bakker gehört das Vergewaltigen zum Krieg dazu und ist eine Waffe, die zur Erniedrigung unterlegener Krieger (Ikurei Conphas) eingesetzt wird. Auch für diese Idee gibt es reale Vorbilder.

Bedarf es wirklich der drastischen Schilderungen oder würden Andeutungen nicht ausreichen? Ein Heinrich von Kleist kam vor 200 Jahren noch mit einem Gedankenstrich als Zeichen für eine Vergewaltigung aus. Tabus, die mit genauen Schilderungen zu brechen wären, gibt es auch nicht mehr. Für zarte Gemüter ist dieser Trend in Fantasy-Romanen sicher nichts. Andererseits braucht es in einem Genre, das von Erwachsenen gelesen und geliebt wird auch nicht ausgeklammert zu werden.

Lara Morgan: Der Verrat der Drachen

Cover von Der Verrat der Drachen

Lara Morgan: Der Verrat der Drachen

Mit „Der Verrat der Drachen“ ist die Fortsetzung von Lara Morgans „Der Herr der Drachen“ nun auch auf Deutsch erschienen. Die australische Autorin schildert darin den Kampf der Zwillinge Shaan und Tallis gegen Azoth, den Herrn der Drachen.

Azoth hat die Drachen um sich geschart, die bislang treu den Menschen in Saranthium gedient hatten. Durch den Verrat der Drachen ist deren Verteidigung arg geschwächt. Die Herrscher in der Hauptstadt Salmut misstrauen zudem Shaan, die die Unterstützung der unterdrückten Wüstenstämme sucht – Verrat scheint auch hier in der Luft zu liegen. Das Thema spiegelt sich nicht nur im deutschen Titel wider, auch die Originalausgabe ist mit „Betrayal“ überschrieben.

Der zweite Teil der Trilogie um die Zwillinge aus Saranthium ist bei Penhaligon erschienen. Die gebundene Ausgabe von Lara Morgans „Der Verrat der Drachen“ mit ihren 560 Seiten (inklusive Glossar und Personenregister) kostet 19,99 Euro. Die Übersetzung stammt dieses Mal von Maike Claußnitzer, die etwa auch „Geschmiedet in Feuer und Magier“ ins Deutsche übertragen hat.

Nachtrag: Die Rezension zum Buch ist ebenfalls online.

Update Mai 2017: Nach Jahren des Wartens erscheint nun doch noch der dritte Band in der Übersetzung. Allerdings läuft die Trilogie bei Blanvalet als Taschenbuch weiter.

Lara Morgan: Die Herrin der Drachen

Lara Morgan: Der Herr der Drachen

Australien wird immer mehr zu einem Fanatsy-Kontinent. Nach Trudi Canavan, Jennifer Fallon und anderen schafft Lara Morgan den Sprung nach Deutschland. „Der Herr der Drachen“ ist der Titel ihres ersten Romans, bei dem es sich um den Auftakt zu einer Trilogie handelt. Deren Originaltitel lautet „The Twins of Saranthium“. Wer die Zwillinge sind,  erschließt sich dem Leser im ersten Band.

Lara Morgan erzählt die Geschichte von einem Gott mit Namen Azoth, der aus der Verbannung zurückkehrt. Bei Azoth handelt es sich um den Herrn der Drachen, der über die Drachen gebietet und mit ihrer Hilfe über die Menschen herrschen will. Doch diese haben ihn bereits einmal besiegt und sich auf eine mögliche Rückkehr vorbereitet. Die beiden Hauptpersonen Shaan, die sich als Helferin im Drachenturm und als Schankmädchen duchschlägt, und Tallis, ein junger Krieger, der in den Clanlanden lebt, geraten in den Konflikt zwischen Menschen und Drachen.

Vermarktet wird der von Marianne Schmidt übersetzte Roman als All-Age-Fantasy, bei Brettspielen würde man schreiben: von 12-99 Jahre. 512 Seiten lang ist die deutsche Ausgabe, die in gebundener Form bei Penhaligon erschienen ist. Das Buch kostet 19,95 Euro.

Edit: Eine ausführliche Rezension ist inzwischen online.