Die Hexenholzkrone 2 von Tad Williams

Tad Williams: Die Hexenholzkrone 2

Tad Williams: Die Hexenholzkrone 2

Die gute Nachricht vorweg: „Die Hexenholzkrone 2“ schließt nahtlos an den ersten Teilband an. Was mit Prinz Morgan passiert ist, löst Tad Williams also gleich auf. Einen Perspektivwechsel oder Wechsel des Schauplatzes gibt es nicht. Man kommt so ohne lange Anlaufzeit wieder in die Geschichte hinein.

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Thron in Flammen von Brian Staveley – eine Rezension

Brian Staveley: Thron in Flammen

Brian Staveley: Thron in Flammen

„Thron in Flammen“ von Brian Staveley setzt dort wieder ein, wo der Vorgänger aufhörte: Kaden und Valyn sind allen Mordanschlägen entgangen und können nun den Spieß umkehren und sich selbst auf die Suche nach dem Mörder ihres Vaters, des Kaisers von Annur machen. Doch zugleich muss Kaden herausfinden, ob die Csestriim, uralte Feinde der Menschheit, hinter der Verschwörung stecken. Dazu begibt er sich auf magische Pfade, die für Uneingeweihte gefährlich sind. Währenddessen bereitet Adare, Schwester von Kaden und Valyn, ihre Flucht aus dem Kaiserpalast vor – den Anspruch ihrer Familie auf den Unbehauenen Thron hat sie jedoch nicht aufgegeben.

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Sam Sykes: Die Tore zur Unterwelt 2 – Dunkler Ruhm

Cover von Dunkler Ruhm

Sam Sykes: Die Tore zur Unterwelt 2 - Dunkler Ruhm

Was hält eine Priesterin, einen Magier, einen Assassinen, eine Shict, eine rote Echse und einen Schwertkämpfer, der Stimmen hört, zusammen? Nicht viel, außer der Aussicht Geld zu verdienen. Doch in „Die Tore zur Unterwelt – Dunkler Ruhm“ lässt Sam Sykes seine Charaktere entdecken, dass es selbst über Rassen- und Klassengrenzen hinweg Freundschaft geben kann – auch wenn sich die Beteiligten ihre Gefühle nicht eingestehen wollen.

Sam Sykes öffnet ein weiteres Mal die Tore zur Unterwelt

Vordergründig ist alles gut: Nachdem Lenk und seine Gefährten das Buch der Niederpforten in ihren Besitz gebracht haben, ist ihr Auftrag erfüllt. Doch die Belohnung einzusammeln, erweist sich als schwieriger als gedacht. Sie stranden auf einer Insel, werden getrennt und müssen sich mit ihren eigenen Dämonen auseinandersetzen, ehe sie den Kampf gegen purpurne Amazonen und die Geschöpfe Ulbecetonths wieder aufnehmen können.

Anders als in „Die Tore zur Unterwelt 1 – Das Buch des Dämons“ fährt Sam Sykes die Zahl der Gefechte deutlich zurück. Doch Langeweile kommt nicht auf: Statt auf Kampfszenen konzentriert sich der Sohn von Diana Gabaldon stärker auf die Entwicklung seiner Charaktere, aus deren Sicht die Handlung abwechselnd geschildert wird. Außerdem führt Sykes neue Figuren ein wie den Bibliothekar Bralston, der Magier bestraft, die gegen die Gesetze der Gilde verstoßen haben. Sein Mantel wäre ein Reiseutensil, das wahrscheinlich viele Menschen gern nutzen würden.

Sarkastische Söldner erarbeiten sich dunklen Ruhm

Der Ton von „Die Tore zur Unterwelt 2“ unterscheidet sich jedoch nicht von dem des Vorgängers. Sykes Fantasy-Roman schwankt zwischen bitterem Ernst und sarkastischem Humor, was besonders an Denaos deutlich wird. Der Assassine versteckt seinen wahren Charakter hinter vielen Masken. Und wie Lenk, Kataria und die anderen kann er seiner Vergangenheit nicht entkommen. Den Lesern von „Dunkler Ruhm“ enthüllt Sykes scheibchenweise, was die Söldner getan haben, ehe sie sich zu einer Gruppe zusammenschlossen. Und als Gruppe werden sich sich noch beweisen müssen.

„Die Tore zur Unterwelt 2 -Dunkler Ruhm“ ist bei Penhaligon erschienen. Die broschierte Taschenbuchausgabe geht über 832 Seiten und kostet 16,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Wolfgang Thon. Wie der Kampf gegen Ulbecetonth und ihre Dämonen ausgeht, wird Sam Sykes im dritten Band enthüllen, der aber auch im Original noch nicht veröffentlicht ist.

Die Furcht des Weisen von Patrick Rothfuss – Teil 1

Cover von Die Furcht des Weisen

Patrick Rothfuss: Die Furcht des Weisen 1

Drei Jahre nach Erscheinen von „Der Name des Windes“ setzt Patrick Rothfuss in der Fortsetzung „Die Furcht des Weisen“ (The Wise Man’s Fear) dort wieder ein, wo er im ersten Buch aufgehört hatte: mit der dreifachen Stille. Doch diese hält nicht lange an, denn Kvothe (wer erfahren will, wie es ausgesprochen wird, erhält in „Die Furcht des Weisen“ eine Antwort) ist wie gewohnt geschwätzig und weitschweifig in seiner Lebensbeichte.

Teil 1 der „Furcht des Weisen“

Dennoch zieht die märchenhafte Erzählung die Leser schnell wieder in ihren Bann. Auch wenn Kvothe mit den alten Problemen an der Universität zu kämpfen hat – Geldprobleme, fehlender Bibliothekszugang und Erzfeind Ambrose -, wiederholen sich die Ereignisse nur bedingt. Doch schließlich, nach mehr als der Hälfte des Buches, wird der Held aus seiner gewohnten Umgebung gerissen und zum Jagen getragen: Er bricht zu neuen Ufern auf. So kann Kvothe endlich beginnen, die Heldentaten zu vollbringen, die der Chronist für die Königsmörder-Chronik aufschreiben will. Wie Rothfuss sie jedoch alle noch bis zum Ende von Tag 3 unterbringen will, bleibt vorerst sein Geheimnis. Es würde jedoch nicht verwundern, wenn auch das dritte Original so lang wird, dass daraus zwei deutsche Bände werden.

Klett-Cotta hat 24,95 Euro als Preis für „Die Furcht des Weisen 1“ festegesetzt. In der gebundenen Ausgabe sind es 859 Seiten geworden. Teil 2 wird Ende Januar 2012 von der Hobbitpresse ausgeliefert und soll 22,95 Euro kosten. Teil 1 liegt praktischerweise ein Bestellschein bei (das angekündigte Februar-Datum ist aber inzwischen vorverlegt worden). In „Die Furcht des Weisen 2“ dürfte dann auch der zweite Tag der Königsmörder-Chronik zu Ende gehen, dessen Ereignisse Jochen Schwarzer dieses Mal zusammem mit Wolfram Ströle ins Deutsche übertragen hat. Pat Rothfuss wird „Die Furcht des Weisen“ vielleicht auch einmal in Deutschland vorstellen – eine für dieses Jahr bereits geplante Lesereise musste wegen der Erkrankung seines Vaters abgesagt werden.

Edit: Die Rezension von „Die Furcht des Weisen 1“ ist online.

Peter V. Brett setzt Dämonen-Krieg im Tageslicht fort

Peter V. Brett hat auf der New York Comic Con mehr über den nächsten Band seiner Dämonen-Reihe verraten. Die Fortsetzung von „Das Flüstern der Nacht“ und „Das Lied der Dunkelheit“ wird voraussichtlich den Titel „The Daylight War“ tragen. Was da wohl für ein deutscher Titel bei herauskommt: „Der Kriegsschrei des Tags“, „Das Gebrüll des Tags“ oder „Der Schlachtruf des Lichts“?

Peter Brett schlägt im dritten Dämonen-Band einen weiteren Bogen

Eine Entscheidung im Kampf der Menschen gegen die Dämonen ist nicht zu erwarten. Brett geht vielmehr erneut zurück und schildert bekannte Ereignisse aus Sicht einer neuen Hauptfigur. Im Mittelpunkt von „The Daylight War“ soll Inevera stehen, die mächtige Frau des Wüstenspeers Jadir. In Krasia dominieren zwar offiziell die Männer, doch hinter den Kulissen ziehen die Frauen die Fäden. Brett will auf Ineveras Lebenslauf ausführlich eingehen, ehe er sich der Auseinandersetzung zwischen Jadir und Arlen zuwendet. Die beiden Protagonisten der ersten beiden Bände sollen dabei zunächst aber keinen Einblick in ihre Gedankenwelt geben – Brett will ihr Vorgehen aus dem Blickwinkel von Inevera und Gavin schildern beziehungsweise aus dem von Leesha und Renna.

Auch wenn Arlen also vorerst wohl nicht in den Horc vordringen wird, um die Dämonen auf ihrem Territorium zu bekämpfen, so wird es wohl dennoch Kämpfe mit den Horclingen geben. Zunächst scheint der amerikanische Fantasy-Autor in „The Daylight War“ jedoch den Kampf um die Vorherrschaft zwischen den Menschen klären zu wollen.

Einen Erscheinungstermin für „The Daylight War“ scheint es noch nicht zu geben – Brett dementierte, dass das Buch im März 2012 veröffentlicht werde. Es dürfte sich also noch ein paar Monate hinziehen, ehe die deutsche Übersetzung auf den Markt kommt.

Patrick Rothfuss – Der Weise fürchtet sich zweimal

Auf diesen zweiten Tag haben sich Fantasy-Leser bereits seit Monaten gefreut – am 24. Oktober erscheint „Die Königsmörder-Chronik. Zweiter Tag“ von Patrick Rothfuss. Doch „Die Furcht des Weisen“ (Wise Man’s Fear) erfüllt auch die Ängste des unbedarften Lesers: Die Deutschen zahlen nämlich doppelt. Das Werk von Pat Rothfuss wird in der Übersetzung auf zwei Bände aufgeteilt. Bei Klett-Cotta bekommt der Tag also 48 Stunden.

„Dieser zweite Band von »Der Name des Windes« steckt wieder voller neuer Geschichten und Ideen von Patrick. Der Band ist daher so umfangreich geworden, dass man ihn teilen musste in zwei Bände“, lautet die offizielle Begründung. Ob man ihn wirklich teilen musste sei dahin gestellt, müssen doch auch schon mal deutlich dünnere Werke auf mehrere Bände gestreckt werden. Bei „Die Furcht des Weisen“ kann von strecken allerdings nicht die Rede sein, umfasst „The Wise Man’s Fear“ im Original doch bereits knapp über 1000 Seiten in der gebundenen Ausgabe und immer noch knapp 900 Seiten im Taschenbuch – wer schon einmal ein englisches Taschenbuch in der Hand gehabt hat, weiß, wie eng gedruckt die Seiten da werden können.

Zwei Übersetzer für zwei Bände von „Die Furcht des Weisen“

Die beiden deutschen Bände werden die Hobbitpresse angeblich zugleich verlassen. Mit Jochen Schwarzer, der „Der Name des Windes“ übersetzte, und Wolfram Ströle sitzen gleich zwei Übersetzer am Text. Allerdings sind die „ersten Infos“ auf der Klett-Cotta-Seite wohl nicht auf dem aktuellen Stand, wird doch bereits die Länge der Romane mit jeweils 800 Seiten angegeben, was nicht stimmen kann. Zum einen dürfte die Übersetzung nicht so viel mehr Seiten brauchen, zum anderen unterscheiden sich die Bücher bereits im Preis: „Die Furcht des Weisen 1“ soll 24,95 Euro kosten, „Die Furcht des Weisen 2“ 22,95 Euro. Glaubwürdiger scheinen da die Angaben bei Buchhandel.de, laut denen Band 1 aus rund 800 Seiten besteht, Band 2 aber mit einer voraussichtlichen Länge von 520 Seiten angegeben wird. Sollten die Daten dort akurat sein, erscheint Teil 2 von Teil2 jedoch erst im Februar 2012. Edit: Mittlerweile gibt auch Klett-Cotta den 21. Februar als Erscheinungstermin für Teil 2 von Band 2 auf seiner Homepage an, die Länge soll bei 550 Seiten liegen.

Cover von Die Furcht des Weisen

Patrick Rothfuss: Die Furcht des Weisen 1

Bis Oktober bleibt Klett-Cotta aber noch genügend Zeit, um die Verwirrung komplett zu machen, Veröffentlichungen zu verschieben und gleich eine günstigere Version anzukündigen, die die Wartezeit auf den dritten Tag der Königsmörder-Chronik verkürzt.

Und bevor jetzt das Geschrei laut wird, wie sehr doch der Verlag nur am Profit interessiert sei, sollte man sich überlegen, ob nicht bei der Länge die Verantwortung beim Autor und seinem Lektor liegt. Bereits der vielgelobte erste Band der Chronik zerfaserte gegen Ende ziemlich und hätte gut eine Straffung vertragen können. Die Probleme, die Rothfuss beim Schreiben von „Die Furcht des Weisen“ hatte, hat er hinlänglich auf seinem Blog beschrieben. Dazu gehörte auch das häufige Umarbeiten großer Passagen. Die Vermutung liegt nahe, dass am Ende einfach alle Beteiligten froh waren, dass er doch noch ein Manuskript abgegeben hat.

Cover von Die Furcht des Weisen 2

Patrick Rothfuss: Die Furcht des Weisen 2

Die Probleme bei der Straffung teilt Rothfuss mit anderen Vielschreibern – auch mit denen, die deutlich schneller voranschreiten und mehr veröffentlichen als der Autor aus Wisconsin. Bei Heyne ist gerade „Der Weg der Könige“ von Brandon Sanderson erschienen, der Auftakt zu einer Endlos-Reihe des Vollstreckers des Rad-der-Zeit-Epos‘. „Way of Kings“ hat im Original 1280 Seiten (Taschenbuch-Ausgabe) und wurde daher in der deutschen Fassung auf zwei Bände aufgesplittet. 896 Seiten umfasst die gebundene Ausgabe des ersten Teils – Teil 2, „Der Pfad der Winde“, wird im August auf 700 Seiten erscheinen. Angesichts dieser Längen gibt es gute Gründe für die Aufteilung, doch angesichts der Längen, die andere Bücher von Sanderson enthalten, wäre es wahrscheinlich am besten gewesen, man hätte ihn im Original gezwungen zu kürzen. In der Übersetzung ist es dafür natürlich zu spät.

Das Flüstern der Nacht schwillt an

Cover von "Das Flüstern der Nacht"

Peter V. Brett: Das Flüstern der Nacht

Lange haben die deutschen Leser von Peter V. Brett auf die Fortsetzung seiner Dämonen-Fantasy-Reihe gewartet. Doch bei 600 Seiten im Original war zu erwarten, dass der zunächst angegebene Veröffentlichungstermin April 2010 für „Das Flüstern der Nacht“ kaum zu halten sein würde. Daher kam die Verzögerung nicht überraschend. Inzwischen ist die deutsche Fassung aber in den Buchläden.

Mehr als 1000 Seiten dick ist „Das Flüstern der Nacht“ (The Desert Spear). Peter Brett scheint also noch ein wenig epischer geworden zu sein, schließlich erreichte „Das Lied der Dunkelheit“ bereits die Marke von 800 Seiten. Doch genug zur Länge.

Das Flüstern der Nacht startet in der heißen Wüste

Brett beginnt die Handlung in Krasia, der Wüstenstadt, in der Arlen den Speer verlor, der Dämonen töten kann, und in der er sich zuvor als Ausländer Anerkennung erworben hatte. Wie gern Brett die Stadt mag, zeigte sich bereits in „Der große Basar“.  In Kraisia begnügt man sich nicht mehr damit, in der Nacht die Dämonen im Labyrinth zu jagen. Vom Süden der Welt aus, sollen alle Menschen von der Bedrohung der Dämonen gerettet werden. Im Norden sieht man die Entwicklung jedoch mit Skepsis und fürchtet um die politische Unabhängigkeit.  Und auch die Dämonen geben den Kampf nicht verloren. An Stelle der Baum-, Wind- und Felsendämonen treten mächtige Fürsten aus der Unterwelt gegen die Menschen an.

Ob das Warten sich gelohnt hat, können die deutschen Leser herausfinden, wenn sie bereits sind für das bei Heyne erschienene Buch 16 Euro auszugeben.

Edit: Die Rezension des „Flüsterns der Nacht“ ist online.