Sturmklänge von Brandon Sanderson

Cover von Sturmklänge

Brandon Sanderson: Sturmklänge

Heyne setzt ja gern auf Einworttitel und liebt es, Sturm in einem Buchtitel unterzubringen. Dieses Mal erhielt der neue Roman von Brandon Sanderson eine entsprechende Widmung. „Sturmklänge“ (Warbreaker) heißt das Fantasy-Buch, das jetzt auch auf Deutsch erschienen ist.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Hallendren, eine Art Ruhmeshalle für Halbgötter. Gefallen Helden stehen dort als Unsterbliche wieder auf. Doch die alte Ordnung wird von einem dieser Unsterblichen durchbrochen. Er will sein Schicksal selbst in die Hand nehmen und die Welt verändern.

Nachdem bereits bei den Mistborn-Büchern das Magiekonzept originell war, darf man gespannt sein, was sich Sanderson für „Sturmklänge“ überlegt hat. 768 Seiten ist der Roman dick und damit für Sanderson-Verhältnisse fast schon kurz. 16 Euro kostet das broschierte Taschenbuch.

Fantasy: Bestseller 2009

Im fast schon abgelaufenen Jahr haben sich einige Fantasy-Romane in den Bestsellerlisten verewigt. In die Jahresliste schafften es jedoch nur ein paar alte Bekannte und von ihnen sind nicht einmal alle in diesem Jahr erschienen.

Romantische Vampir-Romane bleiben mal außen vor (auch wenn die Fang-Banger das nicht mögen werden). Davon abgesehen haben es die Fantasy-Autoren nicht in die Top-Ten gebracht. Auf Platz 15 findet sich mit Cornelia Funke die erste Bekannte, die mit „Tintenherz“ einen echten Longseller veröffentlicht hat, „Tintenblut“ folgt auf der 21, „Tintentod“ auf der 29. Zafón ist mit dem „Spiel des Engels“ auf der 26 gelandet, dann schafft es Eragon 3 auf Platz 30, beachtlich nach dem guten Jahr 2008. Der Barde von Frau Rowling hat die 32 erklommen.

Markus Heitz hat es mit den „Legenden der Albae“ auf die 35 geschafft und damit vor den von der Verfilmung angeschobenen Potter-Band über die tödlichen Heiligtümer (Platz 42). Mehr Fantasy findet sich dann schon nicht mehr auf der Buchreport-Liste.

Man darf gespannt sein, wer es im nächsten Jahr auf die Listen schafft, da weder ein neuer Rowling noch ein neuer Funke oder Paolini angekündigt sind. Und Markus Heitz muss seine Leserschaft erst einmal von seiner  Space-Fantasy überzeugen.

Sturmauge von Tom Lloyd

Tom Lloyd: Sturmauge

Sturmauge

Was haben ein Sturmauge und ein Grabräuber gemeinsam? Nun, das ist ziemlich schwierig, da Sturmauge ein erfundenes Wort ist, aber es geht um Fiktion. „The Grave Thief“ (Grabräuber) ist der Originaltitel des dritten Bandes der Twilight-Reign-Saga von Tom Lloyd, während „Sturmauge“ der deutsche ist. Der neue Roman ist gerade erschienen und setzt die in „Sturmkämpfer“ und „Sturmbote“ begonnene Geschichte um Lord Isak fort.

Erneut muss sich das Weißauge gegen schier übermächtige Feinde behaupten. Doch nicht nur von außen droht ihm Gefahr. Sein Volk, die Farlan, sind gespalten, vor allem die Priester werden militanter und fanatischer. Dem jungen Lord droht die Kontrolle zu entgleiten, was seinen Feinden in die Hände spielen würde …

„Sturmauge“ ist bei Heyne erschienen, 720 Seiten dick und kostet 14 Euro. Tom Lloyd hat die Arbeiten am vierten Band fast beendet, sodass der Veröffentlichung von „The Ragged Man“ nächstes Jahr im Original nichts mehr im Wege steht. Ein Termin für die deutsche Übersetzung steht aber noch nicht fest.

Edit: Die ausführliche Buchbesprechung ist online.

Lara Morgan: Die Herrin der Drachen

Lara Morgan: Der Herr der Drachen

Australien wird immer mehr zu einem Fanatsy-Kontinent. Nach Trudi Canavan, Jennifer Fallon und anderen schafft Lara Morgan den Sprung nach Deutschland. „Der Herr der Drachen“ ist der Titel ihres ersten Romans, bei dem es sich um den Auftakt zu einer Trilogie handelt. Deren Originaltitel lautet „The Twins of Saranthium“. Wer die Zwillinge sind,  erschließt sich dem Leser im ersten Band.

Lara Morgan erzählt die Geschichte von einem Gott mit Namen Azoth, der aus der Verbannung zurückkehrt. Bei Azoth handelt es sich um den Herrn der Drachen, der über die Drachen gebietet und mit ihrer Hilfe über die Menschen herrschen will. Doch diese haben ihn bereits einmal besiegt und sich auf eine mögliche Rückkehr vorbereitet. Die beiden Hauptpersonen Shaan, die sich als Helferin im Drachenturm und als Schankmädchen duchschlägt, und Tallis, ein junger Krieger, der in den Clanlanden lebt, geraten in den Konflikt zwischen Menschen und Drachen.

Vermarktet wird der von Marianne Schmidt übersetzte Roman als All-Age-Fantasy, bei Brettspielen würde man schreiben: von 12-99 Jahre. 512 Seiten lang ist die deutsche Ausgabe, die in gebundener Form bei Penhaligon erschienen ist. Das Buch kostet 19,95 Euro.

Edit: Eine ausführliche Rezension ist inzwischen online.

Sing mir das Lied der Dunkelheit

Peter V. Brett: Das Lied der Dunkelheit

Peter V. Brett: Das Lied der Dunkelheit

Nachdem das Lied von Eis und Feuer derzeit nicht weiter besungen wird, da George R.R. Martin nicht zum schreiben kommt, wird der Titel gern auch auf andere Bücher übertragen. Nach dem „Lied von Malonia“ ist jetzt auch das „Lied der Dunkelheit“ vertont. Der Amerikaner Peter „Peat“ Brett hat es geschrieben. Wie musikalisch er selbst ist, bleibt dahingestellt, da er sein Buch „The Painted Man“ nannte, was in den USA zu „The Warded Man“ wurde. Die Fantasy-Trilogie, die mit diesem Buch beginnt, handelt vom Oberthema Furcht. Drei Kinder wachsen in einer Welt auf, in der die Menschen immer mehr von Dämonen zurückgedrängt werden. Magische Runen sind der einzige Schutz der Menschen gegen die Dämonen, die des Nachts ihre Opfer suchen. Doch Furcht lähmt die Menschen noch mehr als es die Kreaturen schaffen. So ist es an Arlen, Leesha und Rojer die Menschheit zu befreien. Dazu müsen die jungen Helden die Dunkelheit und Furcht besiegen.

Peter V. Brett hat eine nett gemachte Website zu seiner Trilogie angelegt. Der ist zu entnehmen, dass der zweite Band 2010 erscheinen wird. Doch bis dahin können die deutschen Leser erst einmal 15 Euro investieren, um die 800 Seiten des bei Heyne erschienenen ersten Romans zu lesen.

Edit: Eine ausführliche Buchbesprechung findet sich hier.

Fortsetzung – Tom Lloyd: Sturmbote

Tom Llyod: Sturmbote

Tom Llyod: Sturmbote

Eine komplexe, aber spannende Fantasy-Geschichte hat Tom Lloyd mit „Sturmkämpfer“ begonnen. Während im Original der dritte Band bereits vorliegt, können deutsche Leser nun mit „Sturmbote“ die Fortsetzung der Reihe in Angriff nehmen, die im Original „Twilight Reign“ heißt.

Stürmisch geht die Geschichte um den Halbgott Isak weiter, der zunächst zu seinem Volk, den Farlan zurückkehren muss, um sein Erbe als Herrscher anzutreten. Doch mächtige Magier, machthungrige Menschen und auch die Götter stellen sich ihm in den Weg. Und so muss Llyods Held Isak so manche Prüfung bestehen, samt einiger Schlachten und Duelle. Das ist alles sehr episch breit angelegt und noch längst nicht auserzählt, denn wie eingangs geschrieben – im Original ist alles schon einen Band weiter.

Tom Lloyd: Sturmbote. 736 Seiten im broschierten Taschenbuch, Heyne 2009. 15 Euro.

Eine Buchbesprechung findet sich hier.

Paolini schlägt sie alle

Christopher Paolini mag zwar vor allem als Kinderbuchautor wahrgenommen werden, doch mit seinen Verkaufszahlen kann er ohne Probleme mit allen anderen Autoren mithalten. Obwohl sein dritter Eragon-Band erst im Herbst erschien, landete er auf der Jahresbestsellerliste 2008 auf Platz 9. Charlotte Roche mit ihren „Feutchgebieten“ war außer Reichweite, aber der Erfolg für das Fantasybuch ist beachtlich, zumal die von media control herausgegebene Liste auf den Verkaufszahlen aller Bücher beruht, also nicht Belletristik und Sachbuch, Taschenbuch und Hardcover unterscheidet, wie es normalerweise der Fall ist. So ist „Die Weisheit des Feuers“ zwar nicht der beste Fantasyroman des Jahres 2008, aber mit Abstand der erfolgreichste. J.K. Rowling hat dieses Mal das Nachsehen, weil ihr Märchen erst passend zum Weihnachtsgeschäft erschien. Für 2009 dürfte sie aber gute Karten haben.