Susanne Gerdom kennt die Magierin der Drachen: Elidar

Cover von Elidar

Susanne Gerdom: Elidar - Magierin der Drachen

Das Geschlecht ist nicht immer eindeutig zu bestimmen. Die junge Elidar ist für viele ihrer Mitmenschen ein Junge. Das kommt ihr zu Gute, als sie in die Gemeinschaft der Dunklen Nigh aufgenommen werden will. Elidar möchte lernen, mit ihren magischen Fähigkeiten umzugehen – Frauen dürfen allerdings Magie nicht ausüben, daher gibt sich Elidar als Junge aus. Das geht solange gut, bis sie sich in einen Mitschüler verliebt und mit ihrer Herkunft konfrontiert wird.

Susanne Gerdoms Heldin ist die Magierin Elidar

Die Liebesgeschichte ist nur der Anfang. Susanne Gerdom wollte schließlich – wie der Titel schon sagt – auch eine Geschichte mit Drachen erzählen. Wie bei ihren Elben-Romanen, benutzt sie zwar klassische Fantasy-Wesen, doch ohne Klischees zu bedienen. Die Werbung, die „Elidar – Magierin der Drachen“ als Lektüre für Eragon-Fans anpreist, führt er in die Irre, da es nicht um auf dem Rücken eines Drachen ausgefochtene Schlachten geht. Auch ist Christopher Paolini zwar deutlich erfolgreicher als Susanne Gerdom, doch die deutsche Autorin spielt schriftstellerisch in einer anderen Liga als der Nachwuchsstar. Sie versteht es zu erzählen, hat ihre Geschichte im Griff und überzeugt zudem sprachlich.

Susanne Gerdom erzählt die Geschichte in „Elidar – Magierin der Drachen“ auf 464 Seiten. Der Roman ist als Taschenbuch bei Piper erschienen und kostet 9,95 Euro.

Edit: Mehr zu „Elidar“ in der Rezension.

Fantasy: Bestseller 2009

Im fast schon abgelaufenen Jahr haben sich einige Fantasy-Romane in den Bestsellerlisten verewigt. In die Jahresliste schafften es jedoch nur ein paar alte Bekannte und von ihnen sind nicht einmal alle in diesem Jahr erschienen.

Romantische Vampir-Romane bleiben mal außen vor (auch wenn die Fang-Banger das nicht mögen werden). Davon abgesehen haben es die Fantasy-Autoren nicht in die Top-Ten gebracht. Auf Platz 15 findet sich mit Cornelia Funke die erste Bekannte, die mit „Tintenherz“ einen echten Longseller veröffentlicht hat, „Tintenblut“ folgt auf der 21, „Tintentod“ auf der 29. Zafón ist mit dem „Spiel des Engels“ auf der 26 gelandet, dann schafft es Eragon 3 auf Platz 30, beachtlich nach dem guten Jahr 2008. Der Barde von Frau Rowling hat die 32 erklommen.

Markus Heitz hat es mit den „Legenden der Albae“ auf die 35 geschafft und damit vor den von der Verfilmung angeschobenen Potter-Band über die tödlichen Heiligtümer (Platz 42). Mehr Fantasy findet sich dann schon nicht mehr auf der Buchreport-Liste.

Man darf gespannt sein, wer es im nächsten Jahr auf die Listen schafft, da weder ein neuer Rowling noch ein neuer Funke oder Paolini angekündigt sind. Und Markus Heitz muss seine Leserschaft erst einmal von seiner  Space-Fantasy überzeugen.

Paolini schlägt sie alle

Christopher Paolini mag zwar vor allem als Kinderbuchautor wahrgenommen werden, doch mit seinen Verkaufszahlen kann er ohne Probleme mit allen anderen Autoren mithalten. Obwohl sein dritter Eragon-Band erst im Herbst erschien, landete er auf der Jahresbestsellerliste 2008 auf Platz 9. Charlotte Roche mit ihren „Feutchgebieten“ war außer Reichweite, aber der Erfolg für das Fantasybuch ist beachtlich, zumal die von media control herausgegebene Liste auf den Verkaufszahlen aller Bücher beruht, also nicht Belletristik und Sachbuch, Taschenbuch und Hardcover unterscheidet, wie es normalerweise der Fall ist. So ist „Die Weisheit des Feuers“ zwar nicht der beste Fantasyroman des Jahres 2008, aber mit Abstand der erfolgreichste. J.K. Rowling hat dieses Mal das Nachsehen, weil ihr Märchen erst passend zum Weihnachtsgeschäft erschien. Für 2009 dürfte sie aber gute Karten haben.