DPP im Heitz-Fieber

Man brauchte kein Prophet zu sein, um zwei sichere Finalisten für den Deutschen Phantastik Preis (DPP) 2010 vorherzusagen. DPP-Abonnent Markus Heitz war schon von der Jury auf die Vorschlagsliste für die Vorrunde des Publikumspreises  gesetzt worden. Doch wahrscheinlich hätten es „Drachenkaiser“ und „Gerechter Zorn“ auch ohne diese Hilfe unter die besten fünf der Hauptrunde geschafft. Mahet selbst sagt dazu: „Immerhin mache ich mir wenigstens in diesem Jahr im gleichen Genre Konkurrenz. Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Hurra!“

Die Hoffnung seiner Konkurrenten dürfte sein, dass sich die beiden Heitz-Romane gegenseitig die Stimmen wegnehmen. Und es sind keine Leichtgewichte, die dort antreten. Doch können Bernhard Hennen, Kai Meyer und Frank Schätzing wirklich erneute Heitz-Festspiele verhindern?

Bis Ende August beim DPP abstimmen

Bei den übrigen Kategorien fällt auf, dass das 19. Jahrundert in Person und als gewählte Erzählepoche  stark vertreten ist. Nicht nur ist Jules Verne steht zur Wahl, auch Dan Simmons mit „Drood“ und Victoria Schlederer (wenn man 1909 noch gelten und das 20. Jahrhundert erst mit dem Ersten Weltkrieg beginnen lässt) sind in der Endrunde. Auch scheint die Vormachtstellung der Fantasy etwas zurückzugehen.

Bei den Internetseiten ist Vorjahressieger Fantasyguide dabei, Zauberspiegel (die sich auch nicht-phantastischen Genres gegenüber öffnen), Geisterspiegel (dito), das SF-Netzwerk und die Bibliotheka Phantastika.

Die Abstimmung zur Hauptrunde des DPP läuft noch bis Ende August, die Preisverleihung ist dann wie üblich im Oktober.

Live-Lesung von Markus Heitz

Die Medienmaschinerie läuft langsam für den nächsten Roman von Markus Heitz an. „Drachenkaiser“ erscheint am 23. September. Der Fantasy-Autor stellt sein Werk selbst am folgenden Tag in München vor. Da München in der Fortsetzung von „Mächte des Feuers“ eine Rolle spielt, überrascht die Wahl nicht.

Markus Heitz liest aus Drachenkaiser

Markus Heitz liest aus Drachenkaiser

Markus Heitz wird im ehemaligen Planetarium auf der Münchner Museumsinsel ab 19 Uhr aus seinem neuen Buch lesen. Der Eintritt beträgt zehn Euro, die Karten sind im Vorverkauf im Forum am Deutschen Museum und bei Hugendubel am Stachus erhältlich.

Doch auch wer nicht nach München fahren kann oder will, hat die Chance, Mahet bei der Lesung zuzuschauen. Sein Verlag Piper plant, die Veranstaltung live im Netz zu übertragen. Der Stream startet um 19 Uhr auf der verlagseigenen Fantasy-Seite. Heitz wird ausgewählte Kapitel aus dem 542 Seiten dicken Buch vortragen (das Hardcover kostet 17,95 Euro). Natürlich steht er auch für Fragen zur Verfügung.  Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er sich auch zu dem für irgendwann geplanten fünften Zwerge-Band äußern wird.

Zwerge-Film, Albae-Reihe und Mächte des Feuers

Markus Heitz, derzeit erfolgreichster deutscher Fantasy-Autor, hat für sich das Jahr 2009 zum Fantasy-Jahr erklärt. Mit „Gerechter Zorn“ ist der erste Band der „Legenden der Albae“ erschienen. Doch das Buch wird nicht sein einziges in diesem Jahr bleiben. Im Herbst – wahrscheinlich pünktlich zur Frankfurter Buchmesse – soll die Fortsetzung von „Die Mächte des Feuers“ erscheinen. „Drachenkaiser“ lautet der Titel des zweiten Romans, der Fantasy-Reihe, die in den 1920er Jahren spielt.

Doch auch die Albae-Reihe ist mit dem ersten Roman nicht abgeschlossen. Vier Bücher soll sie laut Ankündigung von Heitz gegenüber Suite101.de umfassen. Im Vergleich zur zeitlichen Abfolge der Zwerge-Reihe sind einige Überschneidungen geplant, sodass die Motive der Albae im Geborgenen Land deutlicher werden. Der Autor will aber auch verraten, wie es im Jenseitigen und Geborgenen Land nach dem Ende des „Schicksals der Zwerge“ weitergeht.

Bevor er sich an die Fortführung der Reihe macht, kehrt Heitz zu seinen Horror-Romanen („Kinder des Judas“, „Blutportale“) zurück und wagt sich an ein Genre, das er mit seinen Shadowrun-Romanen nur gestreift hat. 2010 plant er die Veröffentlichung des Auftaktbandes einer Space-Opera. Details verriet er nicht, doch Weltraumzwerge und Spacealbs sind nicht vorgesehen. Außerdem blickt der Autor gespannt auf die Veröffentlichung seiner Zwerge-Romane in den USA. „Ich erwarte keine Riesenerfolge. Was sollen Amerikaner mit einem Namen wie Heitz schon anfangen.“ Die Verfilmung der deutschen Fassung macht derweil Fortschritte. Eine Münchner Produktionsfirma will „Die Zwerge“ zwar nicht ins Kino, dafür aber auf die Mattscheibe bringen. Da jedoch noch nicht einmal das Casting begonnen hat, wird bis zur Ausstrahlung noch einige Zeit vergehen.