Jahr der Überraschungen beim Deutschen Phantastik Preis (DPP 2013)

Es hatte sich bereits nach der Vorrunde abgezeichnet: Beim Deutschen Phantastik Preis gab es in diesem Jahr einige Überraschungen. So hatte der Verzicht auf eine Vorauswahl dazu geführt, dass einige Dauersieger wie Markus Heitz gar nicht erst nominiert wurden und Newcomer eine besser Chance bekamen. Und so durften sich Gestern in Dreieich zwei Autorenpaare über eine erstmalige Auszeichnung freuen: Judith und Christian Vogt erhielt den DPP 2013 für „Die zerbrochene Puppe“ in der Kategorie „Bester deutschsprachiger Roman“ und Tom und Stephan Orgel durften sich als T.S. Orgel über die Auszeichnung für das „Beste deutschsprachige Romandebüt“ freuen. Sie erhielten für „Orks vs. Zwerge“ die meisten Stimmen.

George R.R. Martin schlägt Pat Rothfuss

In der Kategorie „Bester internationaler Roman“ gewann Altmeister George R.R. Martin mit „Lied von Eis und Feuer 9/10“ vor dem Auftsteiger der vergangenen Jahre, Patrick Rothfuss („Die Furcht des Weisen 2“), dessen Name überhaupt nur auf der Liste stehen konnte, weil sein auf zwei Bände aufgeteilter Roman zugleich auf zwei Erscheinungsjahre aufgeteilt worden war. Jasper Fjorde schaffte einen guten dritten Platz.

Eine Niederlage musste Abo-Sieger Perry Rhodan hinnehmen – als beste Serie erhielt „Das Schwarze Auge“ den DPP 2013. Self-Publisher Horus W. Odenthal kam hier, wie bereits in der Kategorie „Bestes deutschsprachiges Romandebüt“, immerhin auf den dritten Platz. Bei der besten Internetseite hatte es zwar in der Vorrunde Überraschungen gegeben, am Ende setzte sich aber mal wieder die Phantastik-Couch durch und die Bibliotheka Phantastika behielt das Abo auf den zweiten Platz.

Steampunk-Werk gewinnt Deutschen Phantastik-Preis

Als bestes Sachbuch zur Phantastik wurde „Steampunk – kurz und geek“ ausgezeichnet. Alex Jahnke und Marcus Rauchfuß zeichnen dafür verantwortlich. Für seine Kurzgeschichte „Automat“ erhielt Bernd Perplies den DPP 2013, zur besten Anthologie kürten die Leser „Wenn das die Grimms wüssten“, herausgegeben von Peter Hellinger. Arndt Drechsler darf sich als bester Grafiker fühlen.

Erstmals seit 1999 gab es beim Deutschen Phantastik-Preis auch wieder einen Ehrenpreis. Die Redaktion der veranstaltenden Phantastik-News ehrte auf der Buchmesse-Con Ralf Boldt und Wolfgang Jeschke für die Herausgabe der Anthologie „Die Stille nach dem Ton“. Die komplette Liste mit Gewinnern und Platzierungen steht auf Phantastik-News.

Deutscher Phantastik Preis 2013: Hauptrunde ohne Markus Heitz

Die Hauptrunde zum Deutschen Phantastik Preis 2013 ist gestartet – bis zum 28. Juli können Freunde der phantastischen Literatur ihre Favoriten wählen. Und die Sensation in diesem Jahr: Rekordchampion Markus Heitz ist dieses Jahr nicht nominiert, obwohl der dritte Albae-Teil (Dunkle Pfade) alle Kriterien erfüllt hätte. Allenfalls könnte Mahet noch den Ehrenpreis bekommen, den die Redaktion zuletzt 1999 vergab. Doch da dieser den betreffenden Autor unterstützen soll und Heitz diese Hilfe nicht benötigt, scheint er für jemanden Anderes vorgesehen zu sein.

Hauptrunde zum Deutschen Phantastik Preis 2013

Beim besten deutschsprachigen Roman fällt zudem auf, dass die großen Verlage kaum präsent sind. Aileen P. Roberts mit „Der Feenturm“ hält für Goldamnn die Fahne hoch, ansonsten sind Jennifer Benkau für „Dark Canopy“ (Script5), Jens Schumacher: für „Frozen – Tod im Eis“ (Loewe), Andreas Suchanek für „Heliosphere 2265 – Das dunkle Fragment/Zwischen den Welten“ (Greenlight Press) sowie Judith & Christian Vogt mit „Die zerbrochene Puppe“ (Feder & Schwert) nominiert.

Für das beste deutschsprachige Debüt dürfen sich Pia Biundo („Alle Zeit der Welt“), Horus W. Odenthal („Ninragon 1 – Die standhafte Feste“), Sabrina Qunaj („Elfenmagie“), Greta Zicari („Dämonenschicksal“) sowie T. S. Orgel („Orks vs. Zwerge“) Chancen auf den Publikumspreis ausrechnen. Bei Tom und Stephan Orgel zeigt es sich, dass schlechte Titel kein Hindernis für eine Nominierung sind, wenn denn der Inhalt stimmt.

Patrick Rothfuss gegen George R.R. Martin beim DPP 2013

Beim besten internationalen Roman kommt es zum Duell zwischen Patrick Rothfuss und George R.R. Martin. Letzterer geht gleich mit beiden deutschen Ausgaben von „A Dance With Dragons“ ins Rennen – Rothfuss darf hingegen vom Splitting profitieren, da der zweite deutsche Teil von „Die Furcht des Weisen“ Anfang 2012 erschien. Sollten sich die beiden Fantasy-Größen genügend Stimmen abjagen, könnte der Preis auch an Jasper Fforde („Wo ist Thursday Next?“), Ian McDonald („Cyberabad“) oder John Scalzi („Redshirts“) gehen.

Bei der besten Serie bekommt Seriengewinner Perry Rhodan dieses Mal Konkurrenz vom Schwarzen Auge, Heliosphere 2265, Ninragon (konnte als Indie-Reihe rasch mit drei Teilen auf den Markt) und von Maddrax, wozu jüngst der Jubiläumsband 350 erschien. Der Verzicht auf eine Vorschlagsliste von Seiten der Redaktion mag dazu geführt haben, dass sich das Feld dieses Jahr so verändert hat. Odenthal ist jedenfalls ein Gewinner dieser Neuerung und scheint gut die Leser und Fans motivieren zu können.

Der Preis für die beste Internetseite wird zwischen Phantastik-Couch, Bibliuotheka Phantastike, Geisterspiegel als alten Bekannten und den Newcomern Fantasy-Fans und Fantasy-News entschieden. Hier alle weiteren Nominierten für den Deutschen Phantastik Preis 2013:

Beste deutschsprachige Kurzgeschichte:

  • Stefanie Altmeyer: “Das Fest der Waldschrate” (Die Köche: Speisekammer des Schlemmens)
  • Frank Lauenroth: “K’tarr!” (2012 – T minus null)
  • Ollivia Moore: “Elwetritsche im Speckhemdchen” (Verborgene Wesen 2)
  • Bernd Perplies: “Der Automat” (Erinnerungen an Morgen)
  • Miriam Schäfer: “Die Yuki’hiyaku und das Licht” (Geheimnisvolle Wesen – sie kommen)
  • Barbara Wegener: “The Time After” (Schockstarre #5)

Beste Original-Anthologie/Kurzgeschichten-Sammlung:

  • Ulrich Burger [Hg]: Die Köche – Die Speisekammer des Schlemmens
  • Peter Hellinger [Hg]: Wenn das die Grimms wüssten
  • Carolin Gmyrek [Hg]: Geheimnisvolle Bibliotheken
  • Ruggero Leò [Hg]: Große Geschichten vom kleinen Volk
  • Vampire Cocktail – Geschichten aus der Vampirwelt

Bestes Sekundärwerk:

  • Andrea Bottlinger & Christian Humberg: Sorge dich nicht, beame!
  • Geek! (Panini Comics)
  • Alex Jahnke & Marcus Rauchfuß: Steampunk – kurz & geek
  • Christian Hoffmann: Phantastische Literatur aus Afrika
  • Nautilus – Abenteuer und Phantastik

Bester Grafiker:

  • Arndt Drechsler
  • Mark Freier
  • Timo Kümmel
  • Adriaan Prent
  • Dirk Schulz
  • Crossvalley Smith

Die Abstimmung läuft noch bis zum 28. Juli, die Anmeldung läuft über eine E-Mailadresse und einen Bestätigungscode.