Diebe der Nacht von Thilo Corzilius

Diebe der Nacht von Thilo Corzilius
Diebe der Nacht von Thilo Corzilius spielt in einer Lagunenstadt. Foto: Jörn Käsebier

Diebe der Nacht – das klingt geheimnisvoll. Doch im Stadtstaat Mosmerano haben viele Bewohner Dreck am Stecken, nicht nur die als Schauspieler getarnten Gauner der Herbstgänger. Das müssen die Diebe und Betrüger auf die harte Tour lernen. Dieses Mal geht es um ihre Existenz.

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Leigh Bardugo: Das Lied der Krähen – eine Rezension

Leigh Bardugo: Das Lied der Krähen

Leigh Bardugo: Das Lied der Krähen

„Das Lied der Krähen“ von Leigh Bardugo handelt von einer Diebesbande, die den Coup ihres Lebens ausführen soll. Sie sollen einen Gefangenen aus der sichersten Festung der Welt befreien und lebend in die Hafenstadt Ketterdam bringen. Und als wäre das nicht genug Gefahr, sind die Krähen mit diesem Auftrag nicht allein.

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Michael J. Sullivan: Der Turm von Avempartha – Riyria 2

Michael J. Sullivan: Der Turm von Avempartha

Michael J. Sullivan: Der Turm von Avempartha – Riyria 2

Michael J. Sullivan schickt sein Diebes-Duo Riyria im zweiten Abenteuer zum Turm von Avempartha. Bei diesem handelt es sich nicht nur um eine alte Festung der Elben – er liegt auch noch direkt an der Grenze zum Elbenland. Der Turm von Avempartha ist zudem die Basis eines Monsters, das die Bewohner eines nahen menschlichen Dorfes tötet. Ein Mädchen aus Dahlgren will Hilfe holen und trifft dabei auf Hadrian und Royce. Doch die beiden helfen Thrace nicht nur aus Nächstenliebe – der Zauberer Esrahaddon hatte sie zu den Dieben geschickt. Und Esrahaddon zieht Riyria tiefer in den Kampf zwischen Kirche, Königen und Nationalisten hinein.

Mit bekanntem Personal: Der Turm von Avempartha

Die Geschichte von Riyria 2 ist leider nicht ganz so pfiffig wie die des ersten Bandes. Das liegt zum einen daran, dass bereits in „Der Thron von Melengar“ enthüllt wurde, wer die wahren Gegenspieler der beiden Meisterdiebe sind. Zum anderen ist in „Der Turm von Avempartha“ aber klarer vorgegeben, was Royce und Hadrian zu tun haben – es bleibt weniger Raum für zusätzliche Verwicklungen. Das Lesevergnügen wird dadurch aber nur leicht gemindert. Denn die Stärke der Reihe liegt darin, dass sie gekonnt zwischen amüsanten und spannenden Passagen wechselt. Das gilt vor allem für die Abenteuer von Royce und Hadrian, aber auch für Arista, Prinzessin von Melengar und alte Bekannte der Diebe. Michael J. Sullivan greift in „Der Turm von Avempartha“ überhaupt auf viel bekanntes Personal zurück, Thrace und die Bewohner von Dahlgren sind einige der wenigen Ausnahmen.

Michael J. Sullivan entwickelt Riyria weiter

Die Riyria-Reihe geht noch weiter, handelt es sich doch im Original um eine sechsbändige Serie. Der deutsche Band 3 dürfte im Frühjahrsprogramm 2015 der Hobbitpresse eingeplant sein. Der Originaltitel „Nyphron Rising“, aber auch das Ende von Riyria 2, weisen bereits darauf hin, dass die Jagd nach dem Enkel des Imperators in die nächste Runde geht. Und mit den Elben als mögliche neue Bedrohung hat Sullivan ein weiteres Element in die Geschichte gebracht, das die Rahmenhandlung noch interessanter machen dürfte.

„Der Turm von Avempartha – Riyria 2“ von Michael J. Sullivan ist in der Hobbitpresse von Klett-Cotta erschienen. Die Klappenbroschur-Ausgabe geht über 394 Seiten und kostet 16,95 Euro, das E-Book 13,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Wolfgang Ströle.

Michael J. Sullivan: Der Thron von Melengar – Riyria 1

Michael J. Sullivan: Der Thron von Melengar

Michael J. Sullivan: Der Thron von Melengar

Das Diebes-Duo mit dem seltsamen Namen Riyria hat sich eine Ausnahmestellung unter den Dieben des Königreiches Melengar erarbeitet. Doch Hadrian und Royce haben sich auch Feinde gemacht. Ein mächtiger Gegner schiebt ihnen gar die Ermordung des Königs in die Schuhe – es geht um den Thron von Melengar. Um aus dieser Falle zu entkommen, müssen die Diebe plötzlich ehrenhaft handeln. Was ihnen aber nicht schwerfällt, haben doch beide einen guten Kern.

Michael J. Sullivan setzt im THron von Melengar auf Gegensätze

Geschichten über Diebe sind fester Bestandteil des Fantasy-Genres. Michael J. Sullivan erweitert mit den Riyria-Büchern den Bestand an Diebesgeschichten zwar nicht um eine besonders originelle, dafür jedoch stets vergnügliche Variante. Sein Helden-Duo ist auf Gegensätze aufgebaut. Hadrian ist ein großgewachsener Schwertkämpfer und Bogenschütze, der von Ruhm und Ehre träumt. Royce dagegen ist ein kleinwüchsiger Akrobat und professioneller Einbrecher, den das Leben hat zum Zyniker werden lassen. Der verbale Schlagabtausch der beiden Diebe sorgt für gute Unterhaltung.

Mit einem umständlichen Weltentwurf hält sich Sullivan in „Der Thron von Melengar“ nicht auf. Tolkien-Völker wie Elben und Zwerge übernimmt er zwar, was einen Erfolg in Deutschland erleichtern könnte. Doch haben die Vertreter zunächst wenig mit ihren Vorbildern zu tun und spielen auch nur eine Nebenrolle. Für seine Götterwelt bedient sich Sullivan ebenfalls fleißig bei anderen Fantasy-Werken. Die Beschreibungen des Kontinents, der Sitten und Gebräuche sind auf das Nötigste reduziert.

Riyria mit Hadrian und Royce geht weiter

So eignet sich das Buch gut für Leser, die epische Wälzer und komplexe Erzählungen satthaben. Doch auch wenn die Geschichte abgeschlossen ist, gehen die Abenteuer von Riyria weiter – sechs sind es im Original. Hinzu kommen die Riyria Chronicles, die die Vorgeschichte des Diebes-Duos erzählen. Sullivan, geboren 1961, hatte seine ersten Geschichten um Hadrian und Royce ab 2008 zunächst im Eigenverlag herausgebracht und konnte sich über einen wachsenden Erfolg freuen. Mehr als 70.000 Bücher konnte er nach eigenen Angaben verkaufen. Kein Wunder, dass Verlage auf ihn aufmerksam wurden. Inzwischen hat er laut seiner Website mehr als 400.000 Bücher verkauft.

Da verwundert es nicht, dass er auch einen deutschen Verlag gefunden hat. Noch ist nicht klar, ob alles sechs Riyria-Romane im deutschsprachigen Raum erscheinen. Klett-Cotta hat erst einmal angekündigt, dass Riyria 2 im Spätsommer erscheinen wird. Band 2 trägt den Titel „Der Turm von Avempartha“. Band 3, „Der Aufstieg Nyphrons“, soll im Frühjahr 2015 folgen.

„Der Thron von Melengar“ – Riyria 1 von Michael J. Sullivan ist in der Hobbitpresse von Klett-Cotta erschienen. Die broschierte Paperbackausgabe geht über 379 Seiten und kostet 16,95 Euro.