Der Sohn des Greifen – Das Lied von Eis und Feuer 9

Cover von Der Sohn des Greifen

George R.R. Martin: Der Sohn des Greifen

Lange hat George R.R. Martin seine Leser auf den nächsten Band von „Das Lied von Eis und Feuer“ warten lassen. Die deutsche Ausgabe des fünften Originalbandes ist erneut auf zwei Bücher aufgeteilt worden. „A Dance With Dragons“ heißt daher zunächst „Der Sohn des Greifen“. Dieser Titel weist auf eine neue Figur im Fantasy-Epos von George R.R. Martin hin: einen Trumpf im Spiel um den Thron von Westeros.

Der Sohn des Greifen – ein neuer Charakter 

Bevor Martin seine Leser jedoch in diesen Konflikt wieder hineinführt, quält er sie mit einem überlangen Prolog, der im Land des Ewigen Winters, nördlich der Mauer spielt und letztlich nur auf die Gefahr durch die Anderen hinweisen soll. Langjährige Leser, die noch die alte Übersetzung im Kopf haben, benötigen zudem ein wenig Zeit, um sich in der umbenannten Welt zurecht zu finden. Doch wenn das erste Kapitel mit Tyrion einsetzt, findet man schnell wieder in das Fantasy-Epos hinein.

Ein Großteil der Handlung spielt in den Freien Städten und Essos. Daenerys ist bemüht, ihre Herrschaft in Meereen zu festigen, hat jedoch mit Widerstand in der Stadt und außerhalb zu rechnen. In den Freien Städten sähe man es gern, wenn sie sich mit ihren Drachen nach Westeros einschiffen würde. Doch eine solch einfach Lösung wählt George R.R. Martin nicht. Wichtiger ist ihm die Frage, wer sich alles um die Hand der Königin bemüht, die ihre Ideale als Sklavenbefreierin nicht verraten möchte.

Das Lied von Eis und Feuer 9 enthüllt nur wenig

In „Der Sohn des Greifen“ treibt Martin auch den Konflikt mit den Anderen von jenseits der Mauer nicht voran. Noch marschieren die Untoten nicht, wodurch Jon Schnee, frisch gewählter Kommandant der Nachtwache, Zeit bekommt, die Abwehr gegen diese Wesen und weitere Wildlinge zu organisieren. Dafür erfährt Bran mehr über seine Fähigkeiten und seine Bestimmung.

Wie „Das Lied von Eis und Feuer“ einmal zu Ende gehen könnte, bleibt offen. Sicher ist nur, dass Westeros wohl noch weitere Schlachten bevorstehen. Die Handlung hält noch Üeinige berraschungen bereit und bleibt spannend. Stellenweise geht jedoch das Geheimnisvolle verloren, wenn Martin etwa Einblicke in die Gedanken der Priesterin Melisandre gewährt. Auch bei der neuen Figur des Greifen hätte es ausgereicht, ihn durch Tyrions Augen einzuführen.Doch wer so viele Charaktere opfert wie Martin und so viele Handlungsstränge verfolgt, braucht beständig Nachwuchs an neuen Figuren. Das gehört zum Reiz dieses Fantasy-Epos‘, doch sollte der amerikanische Autor den Bogen hier nicht überspannen.

„Der Sohn des Greifen – Das Lied von Eis und Feuer 9“ von George R.R. Martin ist bei Penhaligon erschienen. Die Übersetzung von Andreas Helweg erstreckt sich über 832 Seiten und kostet in der Klappenbroschur-Ausgabe 16 Euro. Die Fortsetzung – „Ein Tanz mit Drachen“ – erscheint am 23. Juli. Danach geht das Warten auf den nächsten Band weiter.