Wunschzettel für 2011

Das alte Jahr geht seinem Ende entgegen, Zeit, sich mit dem neuen Jahr zu beschäftigen. Was soll es bringen? Ein kleiner Wunschzettel für 2011, bezogen auf Fantasy-Literatur.

1. Mehr Erfolg den guten Fantasy-Büchern

2010 sind einige gute Fantasy-Romane erschienen, doch an die Verkaufszahlen der Massen-Lektüre mit Untotenverehrerinnen kamen sie nicht heran. Daher bleibt zu hoffen, dass die Welle der Vampire und Engel abebbt und guten Fantasy-Büchern Platz macht.

2. Mehr Leser, die über den Tellerrand schauen

Fantasy-Bücher, die nicht dem üblichen Schema entsprechen, deren Autoren mehr Wert auf Sprache legen, die weniger Action enthalten und ein ungewöhnliches Setting haben, mögen mehr Leser bekommen. Komplexe Handlungen bedeuten auch, dass die Autoren ihre Leser ernst nehmen.

3. Bessere Fortsetzungen

Das nächste Buch ist immer das schwerste. 2010 bot Brent Weeks ein Beispiel dafür, wie eine Fortsetzung missraten kann. Seine Schatten-Trilogie hatte im Kleinen gut funktioniert, doch als sein Held gleich die ganze Welt retten sollte, geriet das Ganze außer Kontrolle und verlor viel von seinem Reiz.

4. Bessere Gestaltung und besseres Marketing

Schluss mit Kapuzengrippe und Waffenarsenalen – Cover sollten sich stärker voneinander unterscheiden und nicht so austauschbar sein. Außerdem ist es wünschenswert, dass die Klappentexte an Qualität gewinnen und so sinnfreie Hinweise wie „Für die Leser von XY“ unterbleiben, denn in der Regel sind die Ähnlichkeiten sehr gering und oberflächlich.

5. Mehr Mut auf Verlagsseite

Die Budgets sind knapp, die Zeit sowieso, die Gewinnaussichten gering.  Dennoch wäre es schön, wenn weniger auf die Milchkühe gesetzt würde, die noch in der x-ten Neuauflage erscheinen und dafür mehr unbekannte Autoren mit ungewöhnlichen Ansätzen und Ideen zum Zuge kämen. Allen, die sich dafür einsetzen, sei an dieser Stelle gedankt.

Blauäugig, unrealistisch, naiv? Das mag alles zutreffen, doch man wird doch wohl mal wünschen dürfen, oder? 😉

Die Kapuzengrippe

Zu einem richtigen Magier gehört ein Umhang, am besten mit Kapuze. Diese kann er benutzen, um sein Gesicht zu verdecken oder es plötzlich zu enthüllen, indem er die Kapuze abstreift. Auch andere Gestalten in der Fantasy tragen gern einen Kapuzenumhang. Er gibt ihnen etwas Geheimnisvolles und hat manchmal magische Fähigkeiten, wie die grauen Mäntel der Elben, die Frodo und Sam in Mordor davor bewahren, entdeckt zu werden.

In Fantasy-Romanen tauchen die Kapuzenumhänge und -mäntel aber nicht so oft auf, wie man vermuten könnte, wenn man die Buchcover studiert. Dort grassiert eine regelrechte Kapuzengrippe. Bei Blanvalet sind allein in der Vorschau für Mai bis Oktober 2010 ein gutes Dutzend Kapuzencover zu finden. Da haben es Vogelschwärme und Frauengesichter schon schwer mitzuhalten (die im Bereich dominieren, der früher Mystery genannt wurde). Auch die Masken, Äxte und Schwerter kommen nur so gerade auf eine ähnliche Anzahl.

Verwunderlich, dass die Modemacher noch gar nicht so auf diesen Trend aufgesprungen sind. Man sollte doch meinen, dass der Lieblingsfillialist im Shopping Center der Wahl die passenden Umhänge und Mäntel anbieten würde, sind sie doch auf den Covern in vielen Farben vertreten (dunkle Töne bestimmen aber das Bild, um den geheimnisvollen Eindruck nicht zu schmälern). Aber es bleibt ja noch ein Hoffnung – die fünfte Jahreszeit der Karnevals- und Faschingsliebhaber hat gerade erst begonnen.