Sam Sykes öffnet die Tore zur Unterwelt

Cover von Die Tore zur Unterwelt 1

Sam Sykes: Die Tore zur Unterwelt

Von einem erfolgreichen Autor oder einer Autorin abzustammen hat Vor- und Nachteile. Unbestrittener Vorteil ist, dass der Nachwuchs dank der guten familiären Beziehungen leichter einen Verleger findet. Der Nachteil ist, dass schnell die Vergleiche mit Vater oder Mutter kommen und in der Vermarktung der Hinweis „Der Sohn von XY“ oder „Die Tochter von XY“ nicht fehlen darf – da steht das eigene Können selten für sich allein. Sam Sykes ist der Sohn von Diana Gabaldon. Er möchte den Vergleich mit ihren Historienschinken erschweren und wagt sich mit „Die Tore zur Unterwelt“ in die Abenteuerfantasy vor.

Sam Sykes: Die Tore zur Unterwelt – Das Buch des Dämons

Gleich zu Beginn von „Das Buch des Dämons“, dem ersten Band der Fantasy-Reihe „Die Tore zur Unterwelt“, geht es blutig zu. Über mehr als 150 Seiten zieht der 25-jährige Sykes das Gefecht der Söldnertruppe um Lenk gegen Piraten, die es auf Fracht und Passagiere der Gischtbraut abgesehen haben.  Die Abenteurer werden dabei quasi in action vorgestellt: eine an Elben erinnernde Wilde, ein Magier, ein Drachenkrieger und eine Heilerin sowie ein hinterrücks meuchelnder Assassine. Diese chaotische Gruppe von Zynikern soll in den „Toren zur Unterwelt“ die Welt retten.  Doch zunächst einmal verlieren sie ein wichtiges Buch an Dämonen.

„Die Tore zur Unterwelt – Das Buch des Dämonen“ ist bei Penhaligon erschienen. Die gebundene Ausgabe umfasst 736 Seiten und kostet 16,99 Euro.

Ein Lobgesang auf Ken Scholes

Cover von Lobgesang

Ken Scholes: Lobgesang

Der Amerikaner Ken Scholes legte 2010 eines der spannendsten Debüts hin. „Sündenfall“ bestach nicht nur mit einem interessanten Setting (einer apocalyptischen Welt), sondern auch mit reizvollen Charakteren und einer spannenden Handlung. Und die Legende von Isaak (Psalms of Isaak) geht weiter. Fünf Bücher soll die Reihe einmal umfassen – der zweite Band trägt den deutschen Titel „Lobgesang“, eine wörtliche Übersetzung des Originals „Canticle“.

Die biblischen Bezüge bleiben also bestehen, auch wenn der Orden der Franziner offiziell aufgelöst ist und es damit keine Kirche mehr in den Benannten Landen gibt. Hüter des gesammelten Wissens der Welt ist Rudolfo, der Herr der neun Häuser der neun Wälder. In seinem Land soll die neue Bibliothek entstehen, die Isaak aufbaut, der Metallmann mit menschlichen Zügen. Doch der Frieden in den Benannten Landen ist brüchig. Rudolfos Residenz wird überfallen. Ausgerechnet beim Geburtsfest für seinen Sohn dringen Attentäter ein und beschämen die Zigeunerspäher des Herrschers. Und dann ist da noch der Mechoservitor, der mit einer Botschaft an den Hüterwall gekommen ist …

Auch „Lobgesang“ verspricht große Spannung. Das Personal ist aus „Sündenfall“ noch gut in Erinnerung, nicht nur Rudolfo, Petronus und Neb sind dabei – auch die Familie Tam mischt noch mit.

„Lobgesang“ ist bei Blanvalet erschienen und hat 576 Seiten. Die Übersetzung stammt von Simone Heller. Das Fantasy-Buch kostet 15 Euro.

Edit: Die ausführliche Rezension von „Lobgesang“ ist online.

David Anthony Durham: Die Fernen Lande von Acacia

Cover von Acacia - Die fernen Lande

Durham: Acacia - Die fernen Lande

 

Das deutsche Cover des ersten Acacia-Bandes gefiel David Anthony Durham und seinem Originalverlag Knopf so gut, dass sie es für die Fortsetzung verwendeten. Für die deutsche Ausgabe von „Acacia 2. The Other Lands“ (Acacia – Die Fernen Lande) musste sich der Verlag Blanvalet (ebenso wie Knopf zu Random House gehörend) daher ein eigenes Cover überlegen. Die gefundene Lösung weist gleich den Weg zum Inhalt und ist auch aus diesem Grund sehr gelungen. Große Schiffe, umgeben von hohen Felsen gleiten durch eine Meerenge und werden von einer rasenden Strömung angetrieben. Auf diesem Schiff befindet sich Prinz Dariel Akaran, Bruder von Corinn, Königin von Acacia. Er ist auf dem Weg in die Fernen Lande, dorthin, wohin so viele Kinder aus Acacia mit Billigung der Herrscher verschleppt werden.

Acacia droht Gefahr aus den Fernen Landen

Während Dariel mit der Gilde, einem Verbund gieriger Händler, nach Westen segelt, hat seine Schwester Corinn Schwierigkeiten, ihre Herrschaft über Acacia zu festigen. Unzufriedenheit breitet sich im Lande aus, der sie durch die Magie des „Liedes von Elenet“ zu begegnen versucht. Auch ihre Schwester Mena ist in ihrem Auftrag unterwegs – sie soll die „Übeldinge“ töten, die sich durch magische Verwerfungen gebildet haben.

Wie bereits im Vorgänger „Acacia – Macht und Verrat“, dürfen sich die Leser jedoch auf einige Überraschungen gefasst machen. Durham nutzt die Gelegenheit, die Fernen Lande näher vorzustellen, entwickelt aber gleichzeitig die aus dem ersten Band bekannten Charaktere weiterzuentwickeln.

„Acacia – Die Fernen Lande“ ist in der Übersetzung von Tim Straetmann bei Blanvalet erschienen. Das Fantasy-Buch mit seinen 784 Seiten kostet 15 Euro.

Edit: Die ausführliche Rezension ist erschienen.

M.D. Lachlan: Wolfskrieger und Wikinger

Cover von Wolfskrieger

M.D. Lachlan: Wolfskrieger

„Wolfskrieger“ von M.D. Lachlan basiert auf der Welt nordischer Sagen. Der Wikinger-König Authun überfällt mit den Mannschaften seiner Drachenboote ein Dorf der Angel-Sachsen. Eine Prophezeiung besagt, dass er hier ein Kind finden wird, das er dieses Kind großziehen und als Erben einsetzen soll – dann werde es seinem Volk Ruhm und Ehre bringen.

Doch das Schicksal spielt Authun einen grausamen Streich. Er findet zwei Kinder, Zwillinge, in dem Dorf. Auf den Rat von Hexen hin, setzt er einen der Jungen in einer Wolfshöhle aus und nimmt den anderen an seinen Hof.

„Wolfskrieger“ – erster Band einer neuen Saga

M.D. Lachlan beginnt mit „Wolfskrieger“ – seinem Fantasy-Debüt – eine neue Reihe. Nichts weniger als den Werwolf-Mythos will der britische Autor neu erzählen. Die Geschichte soll nicht nur auf das frühmittelalterlicher Europa beschränkt bleiben, sondern sich über mehrere Jahrhunderte erstrecken. Der zweite Band trägt im Original den Namen „Fenrir“ – und wer der Fenriswolf ist, gegen wen er am Ende antreten muss, steht bereits in den nordischen Sagen. Warum allerdings Thors Hammer auf dem deutschen Cover ist, weiß wahrscheinlich nur der Heyne-Verlag.

„Wolfskrieger“ (Wolfsangel) ist bei Heyne im broschierten Taschenbuch erschienen und kostet 15 Euro. Der Fantasy-Roman umfasst 560 Seiten. Die Übersetzung stammt von Jürgen Langowski, der unter anderem bereits die Raben-Romane von James Barclay übersetzt hat.

Lara Morgan: Der Verrat der Drachen

Cover von Der Verrat der Drachen

Lara Morgan: Der Verrat der Drachen

Mit „Der Verrat der Drachen“ ist die Fortsetzung von Lara Morgans „Der Herr der Drachen“ nun auch auf Deutsch erschienen. Die australische Autorin schildert darin den Kampf der Zwillinge Shaan und Tallis gegen Azoth, den Herrn der Drachen.

Azoth hat die Drachen um sich geschart, die bislang treu den Menschen in Saranthium gedient hatten. Durch den Verrat der Drachen ist deren Verteidigung arg geschwächt. Die Herrscher in der Hauptstadt Salmut misstrauen zudem Shaan, die die Unterstützung der unterdrückten Wüstenstämme sucht – Verrat scheint auch hier in der Luft zu liegen. Das Thema spiegelt sich nicht nur im deutschen Titel wider, auch die Originalausgabe ist mit „Betrayal“ überschrieben.

Der zweite Teil der Trilogie um die Zwillinge aus Saranthium ist bei Penhaligon erschienen. Die gebundene Ausgabe von Lara Morgans „Der Verrat der Drachen“ mit ihren 560 Seiten (inklusive Glossar und Personenregister) kostet 19,99 Euro. Die Übersetzung stammt dieses Mal von Maike Claußnitzer, die etwa auch „Geschmiedet in Feuer und Magier“ ins Deutsche übertragen hat.

Nachtrag: Die Rezension zum Buch ist ebenfalls online.

Update Mai 2017: Nach Jahren des Wartens erscheint nun doch noch der dritte Band in der Übersetzung. Allerdings läuft die Trilogie bei Blanvalet als Taschenbuch weiter.

Das Flüstern der Nacht schwillt an

Cover von "Das Flüstern der Nacht"

Peter V. Brett: Das Flüstern der Nacht

Lange haben die deutschen Leser von Peter V. Brett auf die Fortsetzung seiner Dämonen-Fantasy-Reihe gewartet. Doch bei 600 Seiten im Original war zu erwarten, dass der zunächst angegebene Veröffentlichungstermin April 2010 für „Das Flüstern der Nacht“ kaum zu halten sein würde. Daher kam die Verzögerung nicht überraschend. Inzwischen ist die deutsche Fassung aber in den Buchläden.

Mehr als 1000 Seiten dick ist „Das Flüstern der Nacht“ (The Desert Spear). Peter Brett scheint also noch ein wenig epischer geworden zu sein, schließlich erreichte „Das Lied der Dunkelheit“ bereits die Marke von 800 Seiten. Doch genug zur Länge.

Das Flüstern der Nacht startet in der heißen Wüste

Brett beginnt die Handlung in Krasia, der Wüstenstadt, in der Arlen den Speer verlor, der Dämonen töten kann, und in der er sich zuvor als Ausländer Anerkennung erworben hatte. Wie gern Brett die Stadt mag, zeigte sich bereits in „Der große Basar“.  In Kraisia begnügt man sich nicht mehr damit, in der Nacht die Dämonen im Labyrinth zu jagen. Vom Süden der Welt aus, sollen alle Menschen von der Bedrohung der Dämonen gerettet werden. Im Norden sieht man die Entwicklung jedoch mit Skepsis und fürchtet um die politische Unabhängigkeit.  Und auch die Dämonen geben den Kampf nicht verloren. An Stelle der Baum-, Wind- und Felsendämonen treten mächtige Fürsten aus der Unterwelt gegen die Menschen an.

Ob das Warten sich gelohnt hat, können die deutschen Leser herausfinden, wenn sie bereits sind für das bei Heyne erschienene Buch 16 Euro auszugeben.

Edit: Die Rezension des „Flüsterns der Nacht“ ist online.