John Gwynne: Macht – Die Getreuen und die Gefallenen 1

John Gwynne: Macht - Die Getreuen und die Gefallenen 1

John Gwynne: Macht – Die Getreuen und die Gefallenen 1

Macht – so mancher Mensch ist schon ihren Verlockungen erlegen. In den Verfemten Landen liegt die Macht in der Hand von Königen. Die Königreiche der Menschen leben miteinander im Frieden, von ein paar Grenzkonflikten abgesehen. Doch am Vorabend des Götterkriegs brechen auch Konflikte zwischen Königen aus, nehmen die Zusammenstöße mit Giganten zu und die Überfälle von Briganten bedrohen ganze Ortschaften. In „Macht – Die Getreuen und die Gefallenen 1“ legt John Gwynne die Saat für einen großen Konflikt.

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Tom Lloyd: Söldnerfluch – eine Rezension

Tom Lloyd: Söldnerfluch

Tom Lloyd: Söldnerfluch

Die Fantasy-Literatur ist voll von Söldner-Figuren. Sie kämpfen für Geld, verraten ihre Auftraggeber oder werden von diesen verraten und stehen am Ende oft mit leeren Händen da. Wie es den bezahlten Kämpfern in „Söldnerfluch“ von Tom Lloyd ergeht, müssen Leser selbst herausfinden. Die Rezension zeigt zumindest, ob sich die Lektüre lohnt.

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Originelle Originale: Mark Charan Newton – Drakenfeld

Mark Charan Newton: Drakenfeld

Mark Charan Newton: Drakenfeld

Mit „Drakenfeld“ spricht Mark Charan Newton Leser an, die Detektivgeschichten in einem fantastischen Setting mögen. Den erste Fall seines Ermittlers Lucan Drakenfeld verknüpft der britische Fantasy-Autor mit der Biographie seiner Hauptfigur. Eine deutsche Fassung ist bislang leider nicht erschienen.

Nach Jahren des Dienstes für das Sun Chamber wird Lucan Drakenfeld zurück in seine Heimatstadt Tryum gerufen. Drakenfeld erhält die Nachricht, dass sein Vater Calludian, der in der Hauptstadt Detratas dem Sun Chamber diente, gestorben ist. Drakenfeld tritt ein doppeltes Erbe an: Nicht nur bekommt er das Haus und die Sachen seines Vaters, er folgt ihm auch als ranghöchster Vertreter des Sun Chamber in Tryum nach. Seine erste Aufgabe ist es, die Umstände des Todes seines Vaters zu untersuchen. Doch bevor er richtig damit beginnen kann, werden Drakenfeld und seine Assistentin Leana in den Königspalast gerufen: Die Schwester des Königs wurde ermordet, und Drakenfeld gerät im Laufe der Untersuchungen in einen Sumpf politischer Intrigen.

Mark Charan Newton mit Fantasy-Detektivgeschichte

Mit der „Legende der Roten Sonne“ hatte Mark Charan Newton eine Fantasy-Reihe vorgelegt, die mit einem mutigen und außergewöhnlichen Setting bestach: Magische Artefakte gehörten genauso dazu, wie verschiedene und originelle Rassen sowie gar Raumschiffe. Mit „Drakenfeld“ beschreitet Newton einen völlig entgegengesetzten Weg – es geht um Menschen verschiedener Königreiche, und Magie spielt, zumindest im ersten Buch, keine Rolle. Es handelt fast um einen historischen Roman, sind doch viele Parallelen zur Geschichte klar erkennbar: Das Alte Rom steht Pate für Tryum und das Vereinigte Vispasian. An der Spitze des Staates Detrata steht ein Monarch, doch muss sich dieser die Macht mit einem Senat teilen. Pferderennen dienen der Volksbelustigung, öffentliche Bäder halten den Hygienestandard hoch. Und Lucan Drakenfeld leidet unter epileptischen Anfällen, wie es wohl auch Caesar tat. Die Anlehnung an die Geschichte, besonders die der römischen Republik, sind unübersehbar, doch gibt es auch große Abweichungen. So ist die Sklaverei etwa stark eingeschränkt und haben Frauen große Macht. In Detrata können sie zum Beispiel im Senat sitzen.

Im antiken Rom haben bereits verschiedene Autoren ihre Figuren ermitteln lassen: John Maddox Roberts, Steven Saylor und Lindsey Davis etwa schickten Quintus Caecilius Metellus Celer, Gordianus der Sucher und Marcus Didius Falco auf Spurensuche. Lucan Drakenfeld befragt wie sie Betreiber von Tavernen, ermitteln in Bordellen und auf der Straße, befragt aber hoch hochstehende Persönlichkeiten wie Senatoren und Priester und muss sich diverser Anschläge auf sein Leben erwehren. Wie jeder gute Detektiv sammelt er Beweise und sucht die Unterstützung von Experten wie Ärzten und Apothekern. An klassische Detektivgeschichten angelehnt ist schließlich der Mordfall: Er wurde in einem geschlossenen Raum verübt.

Ein neuer Fall für Drakenfeld

Dieses berühmte Motiv, das Edgar Allan Poe berühmt machte, variiert Newton gekonnt und auch so, dass die Regeln dafür nicht gebrochen werden. Dennoch enttäuscht das Ende von „Drakenfeld“, fällt es Lucan doch zu leicht, den Täter zu überführen. Zu den weiteren Schwächen zählt das Konstrukt des Sun Chambers, einer Art Bundesbehörde mit eigenen Truppen, die von den Herrschern finanziert wird, aber auch gegen diese vorgehen kann. Das ist doch wenig glaubwürdig und zu konstruiert. Gelungen ist hingegen die Figur des Lucan Drakenfeld mit ihren Stärken und Schwächen – als Ich-Erzähler gewährt der Ermittler tiefe Einblicke in seine Gedankenwelt. Und die Variante einer Assistentin und Leibwächterin ist originell und modern.

Wem die erste Drakenfeld-Geschichte gefallen hat, braucht nicht lange auf eine Fortsetzung zu warten. Mit „Retribution“ ist bereits der zweite Band erschienen. Außerdem gibt es bei E-Book-Anbietern mit großem englischen Bestand die Kurzgeschichte „The Messenger“.

„Drakenfeld“ von Mark Charan Newton ist bei Tor Books erschienen. Die Taschenbuchausgabe geht über 428 Seiten kostet rund 12 Euro. Das E-Book gibt es für 7 bis 8 Euro.