Düsterer Ruhm – Licht-Saga 5 von Brent Weeks

Brent Weeks: Düsterer Ruhm - Licht-Saga 5

Brent Weeks: Düsterer Ruhm – Licht-Saga 5

Mit „Düsterer Ruhm“ biegt Brent Weeks langsam auf die Zielgeraden seiner Licht-Saga ein. Die Handlungsstränge wollen verknüpft und zu einem Ende gebracht werden. Doch so richtig beginnt er damit erst gegen Ende dieses in der Übersetzung fünften Bandes. Aber der Reihe nach …

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Fantasy: Frühjahrsprogramm 2017 von Blanvalet und Penhaligon

Blanvalet und Penhaligon hatten es zuletzt schwer, sich im Kampf um die Aufmerksamkeit zu behaupten. Fischer Tor und Knaur brachten sich im Herbst mit neuen Fantasy-Programmen ins Gespräch. Mit dem Frühjahrsprogramm 2017, das von Mai bis Oktober geht, will zumindest Blanvalet zeigen, dass es nicht immer nur George R.R. Martin sein muss.

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Vorschau: Blanvalet- und Penhaligon-Fantasy-Programm im Herbst und Winter 2016/2017

Das Fantasy-Herbstprogramm 2016 von Blanvalet hält nur wenige Überraschungen bereit. Der Verlag setzt etwa nach dem Serien-Erfolg von Shannara und der Ankündigung einer zweiten Staffel auf eine Neuausgabe der Bücher von Terry Brooks. Neues gibt es hingegen von Brent Weeks und Steven Erikson. Doch der Reihe nach.

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Schattenblender von Brent Weeks – Rezension von Licht-Saga 4

Schattenblender von Brent Weeks

Brent Weeks: Schattenblender

Was treibt Andross Guile für ein Spiel? Kip versucht verzweifelt, hinter die Pläne seines Großvaters zu kommen und diese zu durchkreuzen. Doch ohne seinen Vater Gavin steht Kip auf verlorenem Posten. Zu allem Überfluss trachten ihm noch andere nach dem Leben, Feinde, die Kip mehr fürchten, für das, was er werden könnte, als für das, was er ist. Da ist es gut, dass er sich auf seine Freunde bei der Schwarzen Garde und seine magischen Fähigkeiten verlassen kann.

Schattenblender in der Licht-Saga

„Schattenblender“ ist der zweite Teil von „The Broken Eye“ und in der Übersetzung Band 4 der Licht-Saga. Das ist auch an der Dramaturgie ablesbar. „Schattenblender“ ist viel stärker verdichtet als der Vorgänger „Sphären der Macht“. Das heißt nicht, dass sich eine Action-Szene an die nächste reiht, auch nicht, dass es am Ende zu einer großen Entscheidungsschlacht kommt. Doch so manche Intrige und manches Rätsel werden gelöst. Und dass Brent Weeks ein paar Fäden entknotet, aber nicht alle, und dass er den Überblick über viele Details behält, macht die Lektüre befriedigend. Wer die Schatten-Trilogie gelesen hat, kann nachvollziehen, wie die Schreibfähigkeiten von Brent Weeks gestiegen sind und wie sein Stil gereift ist.

Bei den Hauptfiguren haben sich die Anteile verschoben. Gavin Guile bekommt immer weniger Raum, während sein Sohn Kip und seine Frau Karris mehr in den Mittelpunkt rücken. Aus Teias Perspektive werden in „Schattenblender“ ebenfalls mehrere Kapitel erzählt, und ihre Arbeit als Spionin dürfte auch künftig wichtig bleiben. Mit Aliviana (Liv) Danavis gibt es noch eine Stimme aus dem Lager des Farbprinzen. Dieser spielt jedoch nur am Rande eine Rolle, dementsprechend klein fällt auch Livs Beitrag aus.

Brent Weeks schreibt weiter

Alle Hauptfiguren stehen in Licht-Saga 4 vor wichtigen Entscheidungen. Das hält die Spannung hoch und sorgt dafür, dass man als Leser das Buch bis zum Ende nicht weglegen möchte. Zusammen stellen „Sphären der Macht“ und „Schattenblender“ das beste Werk dar, das Brent Weeks bislang geschrieben hat.

Mit den Entscheidungen auf der Chromeria sind die Weichen für den letzten Band gestellt. Dieser trägt den Titel „The Blood Mirror“ (Der Blut-Spiegel) und erscheint im Original voraussichtlich im Herbst 2016. Ein Veröffentlichungstermin für die deutsche Übersetzung ist daher auch noch nicht bekannt. Es könnten aber erneut zwei Bände in der Übersetzung werden. Update: „Düsterer Ruhm“ lautet der deutsche Titel von Band 5, und es werden am Ende sechs Bücher sein.

„Schattenblender“ von Brent Weeks ist bei Blanvalet erschienen. Der vierte Band der Licht-Saga geht über 640 Seiten. Die Klappenbroschur-Ausgabe kostet 14,99 Euro, das E-Book 11,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Michaela Link.

Sphären der Macht – Band 3 der Licht-Saga von Brent Weeks

Brent Weeks: Sphären der Macht

Brent Weeks: Sphären der Macht

Ursprünglich sollte eine Licht-Trilogie auf die Schatten-Trilogie von Brent Weeks folgen. Doch je mehr der amerikanische Fantasy-Autor seine Geschichte weiterentwickelte, desto epischer wurde sie. Die Folge: Aus der Licht-Trilogie wird die Licht-Saga. Und da „The Broken Eye“, der dritte Original-Band, bereits sehr lang wurde, teilte ihn der deutsche Blanvalet-Verlag in der Übersetzung auf zwei Bücher auf – mit „Sphären der Macht“ liegt Band 3 der Licht-Saga vor.

Er setzt fast nahtlos dort ein, wo der Vorgänger aufhörte: Gavin Guile, das Prisma und Hoffnungsträger der Chromeria im Kampf gegen den Farbprinzen, ist von einem Piraten gefangengenommen worden und seiner magischen Kräfte beraubt. Damit ist der mächtigste Wandler aus dem Spiel. Zwar sucht sein Sohn Kip nach ihm, doch Gavins Vater Andross scheint andere Pläne zu verfolgen und zieht Kip immer tiefer in den Machtkampf innerhalb der Chromeria hinein. In diesem muss auch Karris Weißeiche ihre neue Rolle finden – als Wandlerin fast ausgebrannt, ihres Mannes beraubt und mit dem Wissen, den Krieg mit dem Farbprinzen mit verschuldet zu haben.

Die Sphären der Macht zeigen sich

„Sphären der Macht“ ist als Band 3 der Licht-Saga ein weiterer Zwischenband. Die ersten Höhepunkte mit den Schlachten um Garriston und Ru sind vorbei, die Helden müssen sich erst einmal von den Rückschlägen erholen und neue Kräfte sammeln, ehe es zum entscheidenden Kampf kommt. Das mag zunächst so farblos klingen, wie die Sicht des Prismas geworden ist, erweist sich aber als wohltuend. Denn im Vergleich zur Schatten-Trilogie hat sich Brent Weeks als Autor weiterentwickelt. Er arbeitet nicht mehr so sehr auf Kämpfe und Schlachten hin, in denen die Helden Superkräfte einsetzen, sondern lässt den Figuren mehr Zeit und Raum zur Entwicklung. Für Gavin heißt dies, dass er von seinem hohen Ross geholt wird und für Kip, dass er reifer und erwachsen werden kann. Aber auch das Sklavenmädchen Teia entwickelt sich weiter, ebenso die Gruppe angehender Schwarzgardisten, zu der sie und Kip gehören. „Sphären der Macht“ ermöglicht Brent Weeks aber auch, näher auf die verschiedenen Parteien einzugehen, die in der Chromeria um Einfluss ringen. Der Fantasy-Autor spinnt hier mehrere Intrigen weiter, die er in den ersten Bänden, „Schwarzes Prisma“ und „Die blendende Klinge„, angerissen hatte und die die Handlung spannender und komplexer machen.

Diese Zwischenschritte, mit denen Brent Weeks die Figurenentwicklung vorantreibt und die Intrigen weiter ausführt, haben den Nachteil, dass der große Spannungsbogen leidet und ein wenig der Fokus verloren geht, da die Handlungsstränge mehr parallel laufen und nur wenig verbunden sind. Bei dieser Bewertung darf man aber nicht vergessen, dass es sich nur um den ersten Teil eines Buches handelt, der für „Sphären der Macht“ übersetzt wurde, das Buch im Original also eine andere Dramatik gewinnen kann.

Brent Weeks und die Licht-Saga 4 und 5

Auf den nächsten Teil der Licht-Saga müssen die deutschen Leser jedoch nicht mehr lange warten. Bereits Mitte November soll der vierte Band erscheinen. Er wird den Titel „Schattenblender“ tragen. Doch danach dürfte es mit der Fortsetzung ein wenig dauern. Brent Weeks geht davon aus, dass der vierte Originalband, „The Blood Mirror“, frühestens im Herbst 2016 herauskommt. Mit der nächsten deutschen Übersetzung ist somit nicht vor dem Winter 2016/2017 zu rechnen. Und es könnte gut sein, dass es erneut zu einer Teilung kommt und die zweite Fantasy-Reihe von Brent Weeks am Ende sechs deutsche Bände haben wird.

„Sphären der Macht“ von Brent Weeks ist bei Blanvalet erschienen. Band 3 der Licht-Saga geht über 608 Seiten. Die Klappenbroschur-Ausgabe kostet 14,99 Euro, das E-Book 11,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Michaela Link.

Blanvalet und Penhaligon: Fantasy-Frühjahrsprogramm 2015

Der Winter naht – Zeit für das Frühjahrsprogramm von Blanvalet und Penhaligon. Während das Penhaligon-Programm dünn bleibt, ist bei Blanvalet das Fantasy-Angebot etwas größer. Dazu gehört etwa die im Mai erscheinende Anthologie „Königin im Exil“, die 21 Kurzromane enthält. Als Zugpferde dienen George R.R. Martin und Gardner Dozois. Außerdem enthält die Sammlung Geschichten von Joe Abercrombie und Brandon Sanderson (die sonst bei Heyne erscheinen) sowie von Diana Gabaldon.

Fantasy von Blanvalet im Frühjahr 2015

Ebenfalls im Mai kommt die Fortsetzung von „Der Tänzer der Schatten“ heraus. Dass es bei David Dalglish und „Der Tänzer der Klingen“ um düstere Helden-Fantasy geht, versteht sich bei den Titeln von selbst. Ebenfalls im Wonnemonat bleibt Torsten Fink in der Welt seines Schattenprinzen, beginnt mit „Der Erbe des Skorpions“ jedoch eine neue Geschichte. Man darf gespannt sein, wie er die Geschichte um einen Leibwächter, der die Seiten wechselt, spinnt.

Fantasy aus dem Emsland? Warum nicht. Doch ob Bernhard Trecksel wirklich zum neuen Star der deutschen Fantasy avanciert, wollen wir mal abwarten. Blanvalet untermauert diese Ankündigung mit dem Juni-Titel „Nebelmacher“, einem Fantasy-Roman um einen Assassinen, der Körper und Seele töten kann. Außerdem erscheint im Juni mit „Der Wille des Drachen“ der dritte und letzte Band  von Cinda William Chimas Trilogie um Jack, den letzten Krieger.

Brent Weeks, Jim Butcher und Mark Barnes

Im Juli wagt Blanvalet einen Neuanlauf in der High Fantasy. Daniel Arenson beginnt sein Drachenlied mit „Der Atem des Feuers“. Klingt zunächst konventionell, allerdings soll der kanadische Autor als Self-Publisher sehr erfolgreich gewesen sein. Exotischer ist „Die Fäden der Zeit“, das Debüt von Lori M. Lee, das in einem Slum angesiedelt ist und sich um ein Geschwisterpaar dreht.

Auf die Fortsetzung der Licht-Trilogie haben Fans von Brent Weeks lange warten müssen. Doch es hat seinen Büchern gut getan, dass er sie nicht in so kurzem Abstand wie bei der Schatten-Trilogie schreiben musste. Und so darf man gespannt sein, wie er die Geschichte um Gavin Guile, seinen Sohn Kip und die anderen weiterführt. Mitte August kommt „Sphären der Macht“ heraus. Und Band 4 steht noch aus.

Und im September können alle, die den Codex von Alera mögen oder nach neuem Stoff suchen, sich mit Jim Butcher auf Luftschiffe wagen. „Windjäger“ heißt der erste Band einer neuen Reihe um das Luftschiff mit Namen Jäger. Wer sich von einigen Unzulänglichkeiten in Mark Barnes‘ Geschichte nicht hat abschrecken lassen, kann sich zudem auf „Die Säulen aus Sand“ freuen. Auf Band 3 prangt ein Löwen-Wappen.

Penhaligon mit Martin und David Hair

Der Star im Frühjahrsprogramm 2015 von Penhaligon ist sicherlich George R.R. Martin mit seinem Bildband „Westeros“. Doch das ist nicht der einzige Fantasy-Titel in der Liste. Ende Juni kommt der dritte Teil der „Brücke der Gezeiten“. In „Die scharlachrote Armee“ setzt David Hair seine Geschichte um die beiden Kontinente fort, die nur während der Mondflut durch eine Brücke verbunden sind. Wie alle Leser der ersten Bände wissen, ist nun die Zeit des Krieges gekommen. Und da ein Originalband auf zwei deutsche Bücher aufgeteilt wird, dürfte bereits ein Titel für das Herbstprogramm feststehen. Im Juni erscheint neben „Brücke der Gezeiten 3“ noch „Nachtmahr – Die Schwester der Königin“ von Ulrike Schweikert.

Brent Weeks: Die blendende Klinge – Band 2 der Licht-Trilogie

Cover von Die blendende Klinge

Brent Weeks: Die blendende Klinge

Die blendende Klinge hat Gavin Guile getroffen und ihm die Farbe Blau genommen. Doch dass er kein vollständiges Prisma mehr ist, verschweigt Lord Prisma selbst seinen engsten Freunden und Beratern. Er klammert sich an die Hoffnung, dass ihm noch genügend Macht und Zeit bleibt, den Farbprinz und seine Armee zu vernichten und so die Sieben Satrapien vor dem Chaos zu retten. Und tatsächlich hat der Krieg des Frabprinzen mehr mit Gavens Vergangenheit und der seines gefangenen Bruders zu tun als das Prisma ahnt …

Brent Weeks setzt auf Artefakte wie die blendende Klinge

In „Das schwarze Prisma“ hatte Brent Weeks Gavin als mächtigen Superhelden eingeführt, dem dank seiner vollkommenen Farbmagie keine Aufgabe zu groß oder zu schwer war. Doch das Helden-Image bekam Risse, als es dem Prisma nicht gelang, den Farbprinzen zu besiegen. Durch den Verlust einer Farbe wird er in „Die blendende Klinge“ (The Blinding Knife) elementar geschwächt – und muss lernen, mit dieser Situation umzugehen. Zumal mit Blau auch die Farbe der Vernunft verschwunden ist. Gavin wird durch seinen Machtverlust nur menschlicher – und ein Charakter, mit dem Leser mitleiden und -fühlen können.

Während Gavin Macht verliert, entdeckt sein Bastard-Sohn Kip, dass er mächtiger ist als gedacht. Was ihm fehlt: Hilfe bei der Beherrschung seiner Kräfte und vor allem Selbstvertrauen. Als Mitglied der Leibwächtertruppe Schwarze Garde soll er sich letzteres erarbeiten.

Über die Figur Kip erweitert Brent Weeks zudem sein Magie-System der Licht-Trilogie. Denn die blendende Klinge ist nicht das einzige mächtige Artefakt. Es gibt auch Tarnmäntel und vor allem Karten des Spiels Neun Könige, die es erlauben, die Gedanken der abgebildeten Person zu erkunden. Außerdem kommen weitere Farben des Farbspektrums hinzu, die sich magisch nutzen lassen – in der Farblehre der Chromeria aber keine Rolle spielen dürfen.

Dunkle Momente der Licht-Trilogie

Durch die Karten und anderen Farben bringt Brent Weeks neue Spieler in die Handlung und verkompliziert den Kampf um die Vorherrschaft in den Sieben Satrapien. Vordergründig ging es um den Kampf zweier Systeme: dem der Ordnung der Chromeria auf der einen Seite und dem des Chaos und der Freiheit des Farbprinzen auf der anderen. Doch dahinter kommen ältere Konflikte um die Vorherrschaft zum Vorschein. Ähnliches hatte Weeks bei der Schatten-Trilogie getan, in der der Konflikt auf immer größere Dimensionen einnahm, bis es zu einer Entscheidungsschlacht kam, die die Züge eines schlechten Blockbusters trug. Bleibt zu hoffen, dass er sich für die Licht-Trilogie eine andere Form der Entscheidung überlegen wird.

Ideen dazu müsste Weeks haben, schafft er es doch an anderer Stelle, seine Leser mit originellen Einfällen und Wendungen zu überraschen. Auch wird „Die blendende Klinge“ über die fast 1000 Seiten nie langweilig – zu geschickt zieht Weeks das Erzähl-Tempo an, um dann sich und seinen Lesern ein wenig Ruhe und Entspannung, durch komische Szenen, zu gönnen. Und geschickt spielt er mit der Hoffnung, dass die Geschichte ein gutes Ende für die wichtigsten Figuren nehmen werde, nur um diese Hoffnung dann erst einmal wieder zu zerstören. Denn Weeks weiß: je dunkler die Aussichten, desto heller wird am Ende der Lichtbringer  scheinen.

Die blendende Klinge„, Band 2 der Licht-Trilogie, von Brent Weeks ist bei Blanvalet erschienen. Die Paperback-Ausgabe umfasst 960 Seiten und kostet 15 Euro. Die Übersetzung stammt von Hans Link und Clemens Brumm.

Update: Im Original ist Band 3 erschienen und trägt den Titel „The Broken Eye“. Einen deutschen Veröffentlichungstermin gibt es noch nicht, doch dürfte es 2015 werden.