Das neue Gesicht von Otherworld

Die Umgestaltung von Otherworld nimmt Formen an. Nachdem der ebenfalls in Österreich beheimatete Verlag Ueberreuter das Fantasy-Label übernommen hatte, war viel über das neue Programm und seine Ausrichtung spekuliert worden. All-Age-Fantasy war mal wieder das Stichwort. Jetzt steht das erste Programm (für Herbst 2009) – Zeit sich näher mit Otherworld zu befassen.

Rein äußerlich fällt auf, dass der Schriftzug „Otherworld“ nicht verändert wurde, also die alten Fans und Leser nicht vergrault werden sollen. Die Covergestaltung der insgesamt neun Bücher erinnert ein wenig an Bastei-Lübbe. Vorbei ist es wohl mit den Low-Fantasy-Covern des alten Otherworld, die oft recht martialisch aussahen, sich jedoch stark abhoben von den glatten Computergrafiken vieler Randomhouse-Produkte.

Inahltlich setzt das neue Label vor allem auf Nachwuchsautoren, darunter auch deutsche. Als Zugpferd gilt der Massenschreiber Wolfgang Hohlbein mit „Elfenblut“, dem Auftakt zu „Chroniken der Elfen“. Hohlbein und Ueberreuter vergeben gemeinsam einen Förderpreis, weshalb es nicht verwundert, dass zwei Preisträger beim neuen Label veröffentlichen: Brigitte Melzer (Edit: Sie war lediglich Teilnehmerin, gewann jedoch nicht. )und Bernd Rümmelein. Rümmelein erhielt den Wolfgang-Hohlbein-Preis in diesem Jahr. Mit gleich drei „Kryson“-Romanen steht er besonders im Mittelpunkt des Herbstprogramms. Während Rümmelein eher klassische Fantasy anbietet, gibt es auch Horror (oder Urban-Fantasy) im Angebot sowie Mystery und  Thriller. Ob und wie sich da das neue Label von den übrigen Marktteilnehmern abheben kann, bleibt abzuwarten. Ab September sind die ersten Bücher im Handel.

Preis für Fantasy Nachwuchs-Autor Rümmelein

Wolfgang Hohlbein dürfte mit rund 35 Millionen verkauften Büchern der meistgelesene deutsche Fantasy-Autor sein. Er selbst wurde bekannt, als er 1982 einen Schreibwettbewerb gewann (mit „Märchenmond“). Stifter war der österreichische Ueberreuter Verlag mit dem Hohlbein mittlerweile selbst den Nachwuchs prämiert. In diesem Jahr erhält der Stuttgarter Bernd Rümmelein den mit 10 000 Euro dotierten Wolfgang-Hohlbein-Preis. Hohlbein selbst wird die Ehrung auf der Leipziger Buchmesse 2009 vornehmen und den Preis zum insgesamt fünften Mal überreichen.

Für Rümmelein (geboren 1966) sind dies große Vorschusslorbeeren, denn bislang ist er kaum durch Veröffentlichungen aufgefallen. Lediglich zwei Kurzgeschichten beim Arcanum-Fantasy-Verlag lassen die Qualität seiner Arbeit erahnen – mit „Des Kriegers Herz“ kam Rümmelein beim Deutschen Phantastik Preis 2008 auf den 3. Platz. Den Wolfgang-Hohlbein-Preis bekommt der Vater von zwei Söhnen allerdings für sein Romandebüt „Kryson“. Dabei handelt es sich um den Auftakt zu einer sechsteiligen deutschen Fantasy-Reihe, das die Leser jedoch erst im Herbst 2009 zu sehen bekommen. Dann erscheint Band 1 bei Otherworld, dem Fantasy-Label von Ueberreuter. Der Verlag kündigt bereits jetzt etwas vollmundig „das größte deutschsprachige Fantasy-Epos“ an.