Peter V. Brett im Interview über Flammen der Dämmerung, Dämonen und Verfilmungen

Peter V. Brett kam pünktlich zur Veröffentlichung von „Die Flammen der Dämmerung“, dem dritten Band seiner Dämonen-Reihe, nach Deutschland. Auf der Leipziger Buchmesse äußerte er sich gegenüber dem Fantasy-Weblog zu seinem neuen Buch, den Plänen für die Fortsetzungen und die Chancen einer Verfilmung der Dämonen-Reihe.

Weiterlesen

Zehn Jahre Piper-Fantasy – ein Interview mit Programmleiter Carsten Polzin

Vor zehn Jahren kam im Herbst das erste Programm von Piper-Fantasy heraus. Seitdem hat sich der Verlag zu einer festen Größe in der deutschen Fantasy entwickelt. Ein Interview mit Carsten Polzin, seit 2005 Programmleiter von Piper-Fantasy, zur Entwicklung des Programms, der richtigen Länge einer Geschichte und der Bedeutung von E-Books für das Fantasy-Genre.

Herr Polzin, was unterscheidet Piper-Fantasy von den Programmen anderer Verlage?

Zuallererst mal die Bücher. Wir machen andere Bücher als die Konkurrenz – sonst wäre es auch langweilig. Aber im Ernst: Unser Anspruch an Piper-Fantasy ist, für eine hohe Qualität in Inhalt und Ausstattung zu stehen. Wir sind keine Buchmaschine. Neben internationalen Bestsellern wollen wir gerade auch einheimischen Autoren eine Chance geben, eine breite Leserschaft zu finden. Und neben den „großen“ Autoren finden sich auch immer auch wieder besondere Entdeckungen, die es aufgrund ihrer Originalität und ihrer Klasse verdient haben, im Programm eines größeren Publikumsverlags zu stehen. Denn gerade diese Schriftsteller bereichern das Genre und bringen es voran.

Porträt von Carsten Polzin

Carsten Polzin, Programmleiter von Piper-Fantasy
Foto: Anke Gröger

Als Sie 2005 Programmleiter der Fantasy-Sparte von Piper wurden, waren viele Weichen bereits gestellt, etwa Größen von Heyne zu Piper gewechselt. Welche wichtigen Akzente konnten Sie danach setzen?

Zum einen habe ich bereits 2004 bei Piper angefangen, um die übernommenen Heyne-Titel ins Piper-Fantasy-Programm zu überführen, also die Weichen noch selbst gestellt. Zum anderen war es nicht so, dass wir uns danach zurücklehnen und die vorbeirauschenden Züge beobachten konnten, im Gegenteil. Durch die ehemaligen Heyne-Titel hatten wir vor allem eine große Backlist, jedoch nur wenige Autoren bekommen. Also ging die Arbeit für Piper-Fantasy danach erst richtig los. Es war entscheidend, neue Autoren zu holen, das Programm zu einem eigenständigen, zukunftsfähigen Verlag zu machen, bei den Lesern zu etablieren und gegenüber der Konkurrenz zu behaupten. Eine keineswegs einfache, aber hochspannende Aufgabe. Die wichtigsten Akzente, die man als Programmleiter setzt, sind erfolgreiche Autoren. Und da freut es mich, dass die meisten unserer aktuellen Bestsellerautoren in den letzten fünf Jahren original bei Piper-Fantasy gestartet sind, so Michael Peinkofer, Richard Schwartz, A. Lee Martinez, Dan Wells, Alexey Pehov und viele andere.

Bei einem großen Teil der Fantasy-Romane handelt es sich um dicke Wälzer. Wie schaffen Sie da den hohen Anteil von 400-Seiten-Büchern in Ihrem Programm?

Der Eindruck täuscht. Wir haben von 300-1600 Seiten alles im Programm. Es liegt ja nicht am Verlag, wie lang das Buch ist, sondern am Roman. Wenn ein Autor eine bestimmte Story im Kopf hat und fragt, wieviele Seiten er schreiben soll, antworte ich: soviel, wie der Plot braucht. Unnötig in die Länge gezogene Bücher verärgern den Leser ebenso wie unfertig wirkende, zu kurze Romane, die die Geschichte nicht rund erzählen. Bei uns gibt es keine Kürzungen und auch keine Teilungen, bis auf eine Ausnahme wie Robert Jordan, bei dem dies das Taschenbuchformat seit Beginn der Serie vorgibt und wir deshalb auch die ungeteilten Broschurbände veröffentlichen, um den Fans den vollständigen Genuss auf einen Schlag zu bieten.

Welche Bedeutung messen Sie E-Books für das Fantasy-Genre bei?

Eine sehr hohe. Fantasy ist eines der Genres, in dem E-Books bislang am besten funktionieren und die höchsten Wachstumsraten haben, auch bei Piper-Fantasy. Also legen wir besonderen Wert darauf, besondere Angebote für und Aktionen zu E-Books zu machen. Gerade bereiten wir wieder ein sehr spannendes E-Book-Projekt vor, das voraussichtlich im Dezember starten wird (Es handelt sich um E-Books zu den Albae von Markus Heitz).

Piper hat mit IVI ein neues All-Age-Label geschaffen. Ist es ein Trend, Programme auf Zielgruppen zuzuschneiden und nicht mehr nach Genres zu ordnen?

Es gibt ja seit jeher Erwachsenen-, Jugend- und Kinderbuchverlage, die sich statt bestimmten Genres allgemeinen Altergruppen verschreiben. Bei IVI tun wir aber beides: Wir wenden uns an eine Zielgruppe ab etwa 16 Jahren. Und wir haben den Fokus auf bestimmte Genres, nämlich Fantasy/Phantastisches und Thriller.

Wie wollen Sie das Fantasy-Programm weiterentwickeln, wird es etwa neben den Romanen von Alexey Pehov mehr russische Fantasy bei Piper geben?

Russische Fantasy ist als solches ein schwieriges Etikett. Sergej Lukianenko, Dmitry Glukhovsky und Alexey Pehov sind russische Fantasy, aber unterscheiden sich inhaltlich so deutlich, dass man kaum eine gemeinsame Zielgruppe für sie ausmachen kann, nur weil sie gleicher Herkunft sind. Wir werden natürlich auch weiterhin Romane russischer Autoren machen, wenn sie uns inhaltlich überzeugen. Das ist das entscheidende Kriterium – auch für die sonstige Weiterentwicklung des Programms.

Tobias Meißner gewährt Einblicke – sein etwas anderer Werkstattbericht

Tobias Meißner schreibt Fantasy-Geschichten mit Bezug zu großen Themen. So will er seinen Roman „Die Soldaten“ als Parabel auf den Bundeswehreinsatz in Afghanistan verstanden wissen. Wer zu seinen Werken einen Kalppentext schreiben soll, hat es da nicht leicht. Jüngstes Beispiel ist das im April erschienene Buch „Barbarendämmerung“ – eine Zivilisationskritik, deren Kapitel Parabelcharakter haben und nur lose miteinander verbunden sind. Wie Meißners Schreiballtag in Berlin-Neukölln sich gestaltet verrät er in „Einblicke“.

1. Was ist Ihre Lieblingszeit zum Schreiben?

Da ich am Tag nur etwa drei bis vier Stunden konzentriert arbeiten kann, gönne ich mir den Luxus, keine feste Arbeitszeit zu haben. Fühle ich mich morgens schon inspiriert, erledige ich mein Tagessoll morgens. Ich kann es aber auch bis in die Nacht hinein aufschieben.

2. Welches ist Ihr Lieblingsgetränk während des Schreibens?

Wasser oder Limonade.

3. Auf welcher Sitzgelegenheit sitzend schreiben Sie am liebsten?

Im Sommer auf einem wackeligen Stuhl am Wohnzimmertisch, im Winter gerne im Bett mit reichlich Kissen unterm Rücken, den Laptop auf einem Frühstückstischchen quer überm Bauch.

4. Worin besteht die größte Versuchung, um während der Arbeit abgelenkt zu werden?

Vieles kann mich ablenken. Der Anruf einer schönen Frau. Ein Vogel in den Zweigen des Baumes vor dem Fenster. Aber in der Regel ist das kein Problem, weil ich mich ja nur wenige Stunden am Tag aufs Schreiben konzentrieren muss.

Porträt Tobias Meißner

Fantasy-Autor Tobias Meißner; Foto: Melanie Köcher/Studioline

5. Wie viele Wörter schreiben Sie am Tag?

Eine einzige DIN-A4-Seite, die allerdings fertig ist, das heißt, kaum noch überarbeitet zu werden braucht.

6. Drucken Sie Texte noch zum Korrekturlesen aus?

Nein. Da ist dann nur noch so wenig zu tun, das kann ich auch am Bildschirm machen.

7. Wer darf eine neue Geschichte zuerst lesen?

Wenn ich bereits einen Vertrag habe: mein Stammlektor. Wenn ich mit einem Projekt noch auf Verlagssuche bin: die jeweiligen Kontaktpersonen in den Verlagen.

8. Welchen Platz bekommen die eigenen Bücher zu Hause?

Es gibt natürlich ein repräsentatives Regal mit jeweils einem Exemplar jedes Buches, aber dann stapeln sich noch überall Kisten mit Belegexemplaren, die eigentlich in den Keller gehören. *räusper*

9. Kann man als professioneller Schreiber noch mit Vergnügen das Werk anderer Autoren lesen?

Auf jeden Fall! Ich behaupte sogar, dass man noch mehr herauslesen kann aus den Texten Anderer als jemand, der nicht selbst schreibt. So, wie Musiker ja auch Musik mit geschulten Ohren besser wahrnehmen können.

10. Welchen magischen Trick würden Sie gern selbst beherrschen?

Ich mag alles, was der Entfesselungskünstler Harry Houdini konnte. Wobei es sich genau genommen nicht um Tricks handelte, sondern um extreme Körperbeherrschung, aber genau das fasziniert mich so daran. Ich betrachte meine Bücher nämlich gerne als entfesselte Kunst.

11. Wie viel Internet darf es am Tag sein?

Wenig. Ich finde, es ist nach wie vor ein eher flaches Medium, das immer noch in den Kinderschuhen steckt. Ich bin ein ganz altmodischer Tageszeitungsleser.

12. Brauchen Autoren Haustiere?

Nicht jeder Autor braucht ein Haustier, aber jedes Haustier könnte einen Autoren brauchen.

Weitere Teile der Serie „Einblicke“:

Einblicke, der etwas andere Werkstattbericht: Torsten Fink

Torsten Fink wurde 1965 geboren und lebt in Mainz. In seiner dortigen Wohnung entstehen Fantasy-Romane wie „Drachensturm“. Bei Blanvalet ist Mitte April sein neuestes Werk „Der Prinz der Schatten“ erschienen.

1. Was ist Ihre Lieblingszeit zum Schreiben?

Früher mal der Abend, inzwischen habe ich da eigentlich keine Präferenz mehr.

2. Welches ist Ihr Lieblingsgetränk während des Schreibens?

Kaffee, der aus irgendeinem Grund immer zu schnell kalt wird.

3. Auf welcher Sitzgelegenheit sitzend schreiben Sie am liebsten?

Auf einem knarrender blauem Schreibtischstuhl, den ich seit ungefähr einem Jahr austauschen will, eben weil er knarrt. Aber vielleicht würde mir ohne das Geräusch etwas fehlen.

4. Worin besteht die größte Versuchung, um während der Arbeit abgelenkt zu werden?

Im Internet. Es gibt schließlich immer etwas, das recherchiert, nachgelesen, überprüft werden muss. Und dann gibt es da meist verlockende Querverweise in die Tiefen des Netzes …

5. Wie viele Wörter schreiben Sie am Tag?

Ich zähle die Wörter nicht, ich rechne da eher in Seiten. In der Schreibphase sollten es mindestens vier pro Tag sein (Seiten, nicht Worte).

Fantasy-Autor Torsten Fink

Torsten Fink am Rhein in Mainz (Foto: privat)

6. Drucken Sie Texte noch zum Korrekturlesen aus?

Jein. Bei der letzten Korrektur schon, bei Zwischenkorrekturen inzwischen nicht mehr.

7. Wer darf eine neue Geschichte zuerst lesen?

Eine gute Freundin, die das Pech hat, auch zwischendurch Korrekturlesen dürfen zu müssen.

8. Welchen Platz bekommen die eigenen Bücher zu Hause?

Ein ganz profanes Bücherregal im Arbeitszimmer, aber da die oberste Reihe.

9. Kann man als professioneller Schreiber noch mit Vergnügen das Werk anderer Autoren lesen?

In der Schreibphase will ich nach „Feierabend“ eigentlich keine Buchstaben mehr sehen. Aber sonst, ja, ein gutes Buch macht immer noch Spaß.

10. Welchen magischen Trick würden Sie gern selbst beherrschen?

Schwierige Frage. Vielleicht Fliegen. Außerdem würde ich gerne Bilder im Kopf meiner Leser erzeugen.

11. Wie viel Internet darf es am Tag sein?

Morgens bringe ich mich online auf den neuesten Stand des Weltgeschehens. Dann gibt es, wie schon erwähnt, zwischendurch immer etwas zu recherchieren, nachzulesen, zu stöbern …

12. Brauchen Autoren Haustiere?

Bestimmt, ja, aber in meiner Stadtwohnung wäre das Halten von Katze oder Hund nicht gerade artgerecht, und anderes Viehzeug will ich nicht haben. Aber vielleicht ziehe ich mal aufs Land, dann will ich ein Huhn für die Frühstückseier und eine rot gestromte Katze, die meine Manuskripte zerreißt.

Weitere Teile der Serie „Einblicke“:

Falko Löfflers etwas anderer Werkstattbericht: Einblicke

Falko Löffler ist seit 2003 freier Autor. Neben Roman verfasst er auch Drehbücher und vor allem Texte für Computerspiele. Er ist außerdem Aufsichtsratmitglied der Stiftung Phantastische Bibliothek Wetzlar. Löffler ist auf vielen Kanälen im Netz vertreten, erste Anlaufstelle ist die Homepage.

1. Was ist Ihre Lieblingszeit zum Schreiben?

Während meiner Zeit als Angestellter habe ich an meinen Romanen meist werktags von 6 bis 9 Uhr morgens gearbeitet. Das war definitiv nicht meine Lieblingszeit, aber es hat funktioniert. Jetzt, als freier Autor habe ich eigentlich völlig freie Zeiteinteilung. Doch zum einen ist das Schreiben von Romanen nur einer von vielen Autorenjobs (hauptsächlich schreibe ich Texte für Computerspiele) und die haben alle ihre eigenen lustigen Deadlines. Außerdem gibt das Familienleben einen gewissen Rhythmus vor, in den die Kreativität gepresst werden muss.

2. Welches ist Ihr Lieblingsgetränk während des Schreibens?

Kaffee. Danach etwas Kaffee. Dann Wasser (frisch aus der Leitung – Vorteil des Landlebens). Experimente mit Alkohol haben nur zu nicht verwertbaren Ergebnissen geführt.

3. Auf welcher Sitzgelegenheit sitzend schreiben Sie am liebsten?

Ein ICE-Sitz gehört zu meinen liebsten Sitzgelegenheiten – dreistündige Zugfahrt sind perfekt, um effizient zu arbeiten. Das geht aber nur mit Kopfhörern. Meist sitze ich aber auf einem Bürostuhl der preislichen Mittelklasse in meinem Souterrain-Büro mit Blick auf den Apfelbaum. Wenn ich von Äpfeln die Schnauze voll habe, bewege ich mich mit dem Notebook ins nächste Café.

4. Worin besteht die größte Versuchung, um während der Arbeit abgelenkt zu werden?

E-Mail, Twitter, Facebook. Oder die begrüßenswerten Anrufe von Thomas Plischke. Und Joggen – aber dazu muss ich mich oft genug zwingen.

Porträt Falko Löffler

Autor Falko Löffler, Foto: Alina König

5. Wie viele Wörter schreiben Sie am Tag?

An einem durchschnittlichen Tag sind es irgendwo zwischen 1.000 und 2.000 Wörter An einem guten Tag werden es 4.000 oder mehr. An einem schlechten Tag gar nichts. An einem sehr schlechten Tag Minus 2.000 bis Minus 3.000 (Schrott löschen, Selbstzweifel). Bei mir ist das Plotten und das Schreiben nicht streng voneinander getrennt – ich versuche einen Mittelweg zwischen Planung und Schreiben aus dem Bauch heraus zu finden. Selbst ein Tag ohne echten Wordcount kann deswegen produktiv sein.

6. Drucken Sie Texte noch zum Korrekturlesen aus?

Nein. Eigene Manuskriptfassungen lese ich zunächst ganz normal am Bildschirm, dann auf einem Lesegerät (Kindle und/oder iPad). Da selbst Druckfahnen inzwischen als PDF kommen, muss ich nicht einmal im letzten Arbeitsschritt zu Papier greifen, was mir persönlich entgegenkommt. Meine ersten Geschichten habe ich auf einen Commodore-Monitor getippt, warum sollte ich auf meine alten Tage zum Papier zurückkehren?

7. Wer darf eine neue Geschichte zuerst lesen?

Kommt auf die Geschichte an. Ich kann meine Testleser inzwischen recht gut einschätzen und weiß, wer eher auf Handlung achtet, wer auf Charakterzeichnungen ein Auge hat, wer Logiklöcher findet. Da, wo ich selbst die Schwächen sehe, wähle ich entsprechend die Testleser im Bekanntenkreis aus, aber meistens bin ich selbst der kritischste Testleser – ich muss die Geschichte nur lange genug liegen lassen (siehe mein seit drei Jahren in Arbeit befindlicher Politthriller *hüstel*).

8. Welchen Platz bekommen die eigenen Bücher zu Hause?

Die haben einen Regalplatz im Büro. Dort sammeln sich auch andere Sachen an, die ich verfasst habe wie Zeitschriftenartikel oder Spiele. Jedenfalls wird das Material nicht pompös ausgestellt, sondern gestapelt.

9. Kann man als professioneller Schreiber noch mit Vergnügen das Werk anderer Autoren lesen?

Damit habe ich kein Problem – ich kann mein Hirn in den „Konsum“-Modus schalten und einen Text einfach nur lesen und genießen. Wäre auch ein Verlust, wenn es anders wäre – dank E-Book-Reader habe ich meistens 30 ungelesene Bücher dabei. Wenn ich einen Autor entdecke, durch dessen Roman ich nur so durchhechele, bin ich immer noch so begeistert wie vor 25 Jahren. Wie Autoren nicht lesen können, ist mir daher ein Rätsel, und ich halte es mit Stephen King: „If you want to be a writer, you must do two things above all others: read a lot and write a lot.“

10. Welchen magischen Trick würden Sie gern selbst beherrschen?

Im Boden versinken. Ich war oft genug in der Situation, in der so etwas sehr hilfreich gewesen wäre. Ich arbeite dran.

11. Wie viel Internet darf es am Tag sein?

Zu viel. Als dienstleistender Miet-Autor kann ich mich sowieso nicht tagelang ausklinken. Und Twitter möchte ich nicht missen. Einerseits, um mit einem Blick zu sehen, was gerade in diesem Moment in der Welt und im Bekanntenkreis passiert. Außerdem: Diese Möglichkeit, eine Albernheit sofort rausposaunen zu können – gern auch mit Bild untermalt – ist unbezahlbar. Bei mir, und da muss ich ehrlich sein, ist nicht die Frage, wie viel Internet es am Tag sein darf, sondern: Nehme ich den Desktop, das Notebook, das iPad oder das iPhone?

12. Brauchen Autoren Haustiere?

Das halte ich für eine Legende, die von der Haustier-Lobby initiiert wurde. So ein Quatsch. Autoren sind Eremiten und brauchen nichts um sich herum außer ihren Gedanken! Ich, ähm, habe zwei Katzen.

Weitere Teile der Serie „Einblicke“:

Markus Heitz: Einblicke – der etwas andere Werkstattbericht

Markus Heitz stürmt mit seinen Fantasy- und Horror-Romanen über Zwerge, Albae und Vampire regelmäßig die Bestsellerlisten. Einmalig erfolgreich ist er auch beim Deutschen Phantastik Preis, den er 2011 zum neunten Mal gewann. Nachdem er sich zuletzt vor allem den Albae gewidmet hat, geht es im nächsten Buch von Markus Heitz um Ereignisse, die in der realen Welt spielen. Im Mai 2012 erscheint der Horror-Thriller „Oneiros – Tödlicher Fluch“ bei Droemer Knaur.

Porträt Markus Heitz auf Thron

Fantasy-Autor Markus Heitz (Foto: Bernd Schuhmacher/Anhur.de)

1. Was ist Ihre Lieblingszeit zum Schreiben?

Gibt es keine. Ich kann zu jeder Zeit des Tages schreiben, und meistens tue ich das auch. Dabei kann man auch den Tag zur Nacht machen. Und umgekehrt.

2. Welches ist Ihr Lieblingsgetränk während des Schreibens?

Schwarztee. Assam. Keine Kindertees wie Weißer Tee oder Roibusch. An kühlen Tagen auch gerne selbst gemachten Chai (Nelken, Zimtstangen, schwarzer und grüner Kardamom, Honig, Milch, schwarzer Tee).

3. Auf welcher Sitzgelegenheit sitzend schreiben Sie am liebsten?

Stühle sind sehr gut geeignet, Kakteen und heiße Herdplatten weniger.

4. Worin besteht die größte Versuchung, um während der Arbeit abgelenkt zu werden?

Eine solche Versuchung gibt es nicht. Ehrlich. Wenn ich am Schreiben bin, bin ich am Schreiben …

5. Wie viele Wörter schreiben Sie am Tag?

Die Zahl der Wörter weiß ich gar nicht, aber es sind 5 DinA4 Seiten. 12er Schrift, Times New Roman, einzeiliger Abstand.

6. Drucken Sie Texte noch zum Korrekturlesen aus?

Nein. Geschieht am Bildschirm, später sind dann noch die Druckfahnen an der Reihe.

7. Wer darf eine neue Geschichte zuerst lesen?

Die bewährten Testleser, die alle gute Freunde von mir sind.

8. Welchen Platz bekommen die eigenen Bücher zu Hause?

Inzwischen habe ich auf Drängen von Freunden einen Schrank im Wohnzimmer damit bestückt – jedenfalls mit ausländischen Exemplaren.

9. Kann man als professioneller Schreiber noch mit Vergnügen das Werk anderer Autoren lesen?

Sicher. Man muss nur wissen, was man liest.

10. Welchen magischen Trick würden Sie gern selbst beherrschen?

Fliegen wäre gut. Das erleichtert das Reisen ungemein.

11. Wie viel Internet darf es am Tag sein?

So viel, wie ich brauche und möchte.

12. Brauchen Autoren Haustiere?

Wozu?

Weitere Teile der Serie „Einblicke“:

Bernhard Hennen: Einblicke – der etwas andere Werkstattbericht

Bernhard Hennen hat sich in den vergangenen Jahren als Fantasy-Autor vor allem mit den Elfen der Albenmark beschäftigt. Mit „Drachenelfen“ hat er eine neue Saga begonnen, die vor den bisherigen Elfen-Romanen spielt und neben den Drachen auch den Zwergen viel Raum gibt. Über Neuigkeiten hält Hennen seine Leser auf Facebook und auf seiner Homepage auf dem Laufenden.

1. Was ist Ihre Lieblingszeit zum Schreiben?

Meine kreativsten Arbeitszeiten liegen in den Nachtstunden. Wenn keine Anrufe mehr kommen und keine Mails, kann ich ganz und gar in meinen Geschichten versinken..

2. Welches ist Ihr Lieblingsgetränk während des Schreibens?

Ich trinke relativ viel Tee. Earl Grey ist meine bevorzugte Sorte. Und leider trinke ich allzu oft auch eine Cola light.

3. Auf welcher Sitzgelegenheit sitzend schreiben Sie am liebsten?

Auf einem gemütlichen Ledersessel, der jede meiner Bewegungen mit einem Knarzen kommentiert. Ich benutze nur diese eine Sitzgelegenheit, denn ich schreibe fast nur an meinem PC im Büro.

4. Worin besteht die größte Versuchung, um während der Arbeit abgelenkt zu werden?

Auf Platz Nummer 1 liegt das Internet. Es ist nur einige Klicks entfernt und eine wahrlich facettenreiche Versuchung. Ansonsten lasse ich mich sehr gerne von meinen Kindern ablenken und im Gegensatz zu den Internetbesuchen tut mir diese Ablenkung nie leid.

Bernhard Hennen

Fantasy-Autor Bernhard Hennen (Foto: Dirk Hallecker)

5. Wie viele Wörter schreiben Sie am Tag?

Das variiert stark. Inzwischen ist die Schreibarbeit „nebenbei“ fast so umfassend wie die Arbeit an den Romanen. Jeden Tag kommt eine wahre Flut von Mails. Ich versuche fünf Seiten pro Tag zu schreiben, aber allzu oft klappt das nicht.

6. Drucken Sie Texte noch zum Korrekturlesen aus?

Heute nicht mehr. Es kommen ohnehin noch verschiedene Korrekturdurchgänge, wenn der Roman „fertig“ ist. Meist lese ich meine Texte aber am Tag, nachdem ich sie geschrieben habe, noch einmal laut und bearbeite holprige Stellen. Früher habe ich dabei an Ausdrucken gearbeitet, heute mache ich das am Computer.

7. Wer darf eine neue Geschichte zuerst lesen?

Ein kleiner Stab an Korrekturlesern, mit dem ich inzwischen schon seit vielen Jahren zusammenarbeite. Das hat sich sehr gut bewährt, und ich bin immer wieder überrascht, bei was für Fehlern ich ertappt werde, insbesondere, wenn es um Szenen mit Pferden geht. Da ich gegen Pferde allergisch bin, habe ich nur sehr wenige Erfahrungen als Reiter und bin darauf angewiesen, dass andere meine gröbsten Schnitzer aufspüren.

8. Welchen Platz bekommen die eigenen Bücher zu Hause?

Den gleich links neben der Tür zum Wohnzimmer. Allerdings stapeln sich die Belegexemplare inzwischen an jedem freien Platz, den ich finden kann, was meine Frau gelegentlich zur Verzweiflung treibt.

9. Kann man als professioneller Schreiber noch mit Vergnügen das Werk anderer Autoren lesen?

Unbedingt! Ich lese anders als früher, weil ich inzwischen viele der Tricks kenne, mit denen man Leser einfängt. Wenn ein Buch aber wirklich gut ist, dann verliere ich nach ein paar Seiten den analytischen Blick und lasse mich ganz und gar von der Geschichte einfangen.

10. Welchen magischen Trick würden Sie gern selbst beherrschen?

Manchmal würde ich gerne die Zeit anhalten können, um ganz in Ruhe zu schreiben und mich danach mit derselben Ruhe all den alltäglichen Dingen zu widmen, die in ihrer Summe ein Leben ausmachen.

11. Wie viel Internet darf es am Tag sein?

Es ist immer ein wenig zu viel, es sei denn ich bin im Urlaub an einem Ort, an dem ich keinen Internetzugang habe.

12. Brauchen Autoren Haustiere?

Ich hätte nicht die Muße, mich um ein Haustier zu kümmern, genieße aber, dass es zwei Kater in der Nachbarschaft gibt, die sehr regelmäßig zu Besuch kommen und sich auch schon mal zu einem Mittagsschlaf auf unserem Sofa einladen.

Weitere Teile der Serie „Einblicke“:

Thomas Plischke gewährt Einblicke – der etwas andere Werkstattbericht

Thomas Plischke und sein Co-Autor Ole Christiansen haben mit den „Zerrissenen Reichen“ eine Fantasy-Welt jenseits aller Klischees erschaffen. Auch die „Zombies“ drehen sich nicht um Untergangsszenarien à la „Resident Evil“. Über die aktuellen Projekte informiert Plischke „Im Blogschke“.

1. Was ist Ihre Lieblingszeit zum Schreiben?

Ich arbeite zu relativ normalen Zeiten. Ich stehe gegen 8 Uhr auf, dann trinke ich auf dem Sofa meinen ersten Kaffee und rauche meine erste von täglich viel zu vielen Zigaretten. Danach setze ich mich an den Rechner und schaue mir die Nachrichten im Internet an. Um 9 Uhr geht es dann meist los mit dem Tippen, und gegen 18 Uhr wird die Kiste ausgeschaltet, damit ich mich mit einem guten Buch oder bei einer guten Fernsehserie auf der Couch entspannen kann. Nachtschichten kommen gerade zum Ende eines Buches oder bei dringenden Projekten auch mal vor – früher habe ich generell lieber nachts geschrieben, aber man wird eben nicht jünger.

Der Autor Thomas Plischke

Fantasy-Autor Thomas Plischke Foto: Isa Scharfenberg

2. Welches ist Ihr Lieblingsgetränk während des Schreibens?

Kaffee, Kaffee und nochmals Kaffee. Übrigens gerne auch kalt, wenn ich vor lauter Schreiben manchmal das Trinken vergesse. Für etwas Abwechslung sorge ich ab und zu mit exotischen Fruchtsäften oder einer Cola.

3. Auf welcher Sitzgelegenheit sitzend schreiben Sie am liebsten?

Meist sitze ich auf einem handelsüblichen Bürostuhl ohne jeglichen Firlefanz. Manchmal nehme ich mir aber auch das Netbook oder einen guten alten Block und schreibe auf dem Sofa sitzend. Sehr viel bequemer, aber dafür ist man natürlich viel öfter abgelenkt.

4. Worin besteht die größte Versuchung, um während der Arbeit abgelenkt zu werden?

Die größte Ablenkung sind sicher die alltäglichen Dinge wie Einkaufen, Essen und sich nutzlos im Internet rumtreiben. Dicht danach kommen die lieben Kollegen: Das Autorengeschäft kann ja ein einsames sein, also pflege ich regen Kontakt zu anderen Autoren. Das sind gewissermaßen Telefonfreundschaften – und so ein Gespräch kann schon mal ein Stündchen dauern.

5. Wie viele Wörter schreiben Sie am Tag?

Ich zähle nicht meine geschafften Wörter, sondern die Seiten. Wie viele Seiten ich am Tag schaffe, schwankt aber stark, je nachdem, in welcher Phase eines Projekts ich gerade bin: Die Spannbreite reicht von 5 bis 20 Seiten. Aber natürlich gibt es auch Tage, an denen man gar keine Seite schafft, sondern nur plant, oder die richtig geilen Tage, an denen man wie im Rausch zwölf Stunden schreibt und dann 30 Seiten hat – wie viele dieser 30 Seiten dann die Korrektur überleben, steht auf einem vollkommen anderen Blatt …

6. Drucken Sie Texte noch zum Korrekturlesen aus?

Nein, ich lese und arbeite immer am Bildschirm, und wenn man sich daran gewöhnt hat, ist das bei den modernen Flachbildschirmen eigentlich auch ganz angenehm.

7. Wer darf eine neue Geschichte zuerst lesen?

Mein Co-Autor Ole Christiansen natürlich, denn der begleitet mich ja direkt beim Schreiben und liest so gut wie jeden Abend, was ich tagsüber so verbrochen habe. Im Anschluss gibt es dann gerne mal eine heftige, aber produktive Auseinandersetzung über Details und den weiteren Fortgang der Handlung. Das Motto lautet hier zweifelsohne: Sie küssten und sie schlugen sich.

8. Welchen Platz bekommen die eigenen Bücher zu Hause?

Keinen besonderen ehrlich gesagt. Bei uns im Hause gibt es um die 5000 Bücher. Mein Ego ist nicht groß genug, um bei all diesen Schätzen ausgerechnet den Büchern aus meiner Tastatur einen Sonderplatz einzuräumen. Einen Ehrenplatz haben stattdessen all die signierten Bücher, die ich mit anderen Autoren getauscht oder geschenkt bekommen habe.

9. Kann man als professioneller Schreiber noch mit Vergnügen das Werk anderer Autoren lesen?

Aber selbstredend! Und warum sollte man auch nicht? Meiner Meinung nach muss man sich als Autor an anderen Büchern reiben, sich mit ihnen auseinandersetzen und auch mal denken „Das ist super gelungen!“ bzw. „Das hätte ich vollkommen anders gemacht.“ Die Liebe zum Lesen hat mich ja erst zum Schreiben gebracht, und seine erste Liebe vergisst man eben nie …

10. Welchen magischen Trick würden Sie gern selbst beherrschen?

Teleportieren in irgendeiner Form fände ich extrem praktisch: Ich verreise prinzipiell gerne, nur die eigentliche Fahrt oder der Flug schrecken mich. Am liebsten wäre ich in Windeseile direkt am Ziel – etwa indem ich einfach meine Haustür aufmache und dann aus der Klotür bei Brigitte Melzer oder Falko Löffler heraustrete.

11. Wie viel Internet darf es am Tag sein?

Ziemlich viel, ehrlich gesagt. Das Internet ist ja heute nicht mehr nur für Pornos da, sondern bietet unglaublich viele Infos, Neuigkeiten und destilliertes Wissen. Und da ich dazu neige, gar nicht so wenig zu recherchieren – angefangen beim Kampfsport Krav Maga über die Bauweise mittelalterlicher Festungen bis zur deutschen Schreibung der Namen altägyptischer Gottheiten -, ist das Internet eine große Hilfe. Manchmal lenkt es aber auch ab, wenn man nur kurz mal irgendwo reinschauen möchte und sich spontan an einem misslungenen Essay oder einen spannenden Blogbeitrag festliest.

12. Brauchen Autoren Haustiere?

Nein, nicht zwingend, aber sie brauchen Gesellschaft. Ich habe ja meinen Co-Autor, der auch mal scherzhaft „unser Mops“ genannt wird. Der reicht mir. Im Unterhalt nicht ganz billig, aber immerhin stubenrein und wohlerzogen.

Weitere Teile der Serie „Einblicke“:

Einblicke – der etwas andere Werkstattbericht: Christoph Hardebusch

In „Einblicke – der etwas andere Werkstattbericht von Fantasy-Autoren“ beantworten Fantasy-Autoren zwölf Fragen zu ihrem Schreiballtag. Im zweiten Teil der Serie äußert sich Christoph Hardebusch, der mit den „Trollen“ bekannt wurde, sich jedoch auch mit Werwölfen befasste und für sein neuestes Werk viel mit seinen Lesern kommunizierte. „Smart Magic“ erscheint am 12.12.2011 bei Heyne als Hardcover.

1. Was ist Ihre Lieblingszeit zum Schreiben?

Morgens bin ich sehr produktiv, nachts kommen die abgefahreneren Ideen, nachmittags kann man sich schon auf den Feierabend freuen … eine richtige Lieblingszeit habe ich nicht. Aus Notwendigkeit schreibe ich meist zu normalen Arbeitszeiten, mit der einen oder anderen Nachtschicht, wenn es nötig wird. Irgendwann im Schreibprozess werden Wochenenden auch zur Arbeitszeit, und wenn man nicht schreibt, denkt man ohnehin viel an das Buch.

2. Welches ist Ihr Lieblingsgetränk während des Schreibens?

Schnödes Wasser. Morgens Kaffee oder Tee, je nach Stimmung. Alkohol mixt sich bei mir nur selten gut mit dem Schreiben.

Porträt Christoph Hardebusch

Der Fantasy-Autor Christoph Hardebusch (Foto: Casjen Klosterhuis)

3. Auf welcher Sitzgelegenheit sitzend schreiben Sie am liebsten?

Wenn man viel Zeit vor dem Computer verbringt, lernt man einen ordentlichen Stuhl mit Rückenstütze zu schätzen.

4. Worin besteht die größte Versuchung, um während der Arbeit abgelenkt zu werden?

Im Internet, das unglücklicherweise auch noch durchgehend verfügbar ist.

5. Wie viele Wörter am Tag schreiben Sie?

Ich beginne jeden Schreibtag mit dem Ziel, ein bestimmtes Pensum zu schaffen. Das ist nicht in Wörtern gerechnet, sondern in Szenen, die ich schreiben will. Das kann mal kurz sein, mal lang, aber die Anzahl der Wörter hat eigentlich keine Auswirkung auf die benötigte Zeit oder die Schwierigkeit.

6. Drucken Sie Texte noch zum Korrekturlesen aus?

Selten. Ich bekomme den Text noch zweimal auf Papier, bevor das Buch in den Druck geht, einmal das bearbeitete Manuskript von meiner Lektorin, einmal die bereits gesetzten Fahnen. Das reicht mir für alle Nicht-am-Monitor-lesen-Ansprüche.

7. Wer darf eine neue Geschichte zuerst lesen?

Meine Frau, die hauptberuflich Literaturagentin ist und lange Erfahrung als Lektorin hat. Sie ist meine erste Leserin, schärfste und beste Kritikerin und der Garant der Qualität meiner Texte.

8. Welchen Platz bekommen die eigenen Bücher zu Hause?

Ich habe ein Regal in meinem Arbeitszimmer, in dem ich die Erstausgaben sammle. Da man als Autor aber recht viele Exemplare bekommt, liegen meist noch welche in Kartons im ganzen Haus verteilt.

9. Kann man als professioneller Schreiber noch mit Vergnügen das Werk anderer Autoren lesen?

Sicherlich kann man das. Ein gutes Buch zieht mich immer noch so in seinen Bann, wie das vor meiner ersten Veröffentlichung der Fall war.

10. Welchen magischen Trick würden Sie gern selbst beherrschen?

Nicht unbedingt magisch, aber eine Meditation zur höchsten Konzentration wäre gut, um gegen jedwede Ablenkung gefeit zu sein.

11. Wie viel Internet darf es am Tag sein?

Es sollte weniger sein, als es normalerweise ist …

12. Brauchen Autoren Haustiere?

Um einen großen Humoristen zu paraphrasieren: Ein Leben ohne Haustiere ist möglich, aber sinnlos. Wir haben zwei Katzen, und es gibt wenig, was in Schreibkrisen beruhigender ist, als ein sanftes Schnurren.

Neueste Meldungen von Christoph Hardebusch über Twitter.

Weitere Serienteile von „Einblicke“:

Einblicke – der etwas andere Werkstattbericht von Fantasy-Autoren

„Einblicke – der etwas andere Werkstattbericht von Fantasy-Autoren“ ist eine neue Serie, in der Fantasy-Autoren zwölf Fragen rund um ihren Schreiballtag beantworten. Zum Auftakt gewährt Susanne Gerdom, die die Fantasy um so wundervolle Werke wie „Die Seele der Elben“, „Elidar“ und „Der Nebelkönig“ bereicherte, Einblicke.

1. Was ist Ihre Lieblingszeit zum Schreiben?
Die Nacht, wenn alles ruhig ist, kein Telefon klingelt, nichts anderes mehr getan werden muss. Oder der ganz frühe Morgen – dann ist alles noch frisch und blank und ich habe aus dem Aufwachen ein paar Ideen mitgenommen.

2. Welches ist Ihr Lieblingsgetränk während des Schreibens?
Kaffee, Kaffee sowie … Kaffee.

3. Auf welcher Sitzgelegenheit sitzend schreiben Sie am liebsten?
Auf meinem Sitzpilz. Ein Hocker mit Rollen darunter. Ich mag keine Rücken- oder Armlehnen beim Schreiben.

4. Worin besteht die größte Versuchung, um sich während der Arbeit ablenken zu lassen?
Das Internet. Facebook. E-Mails. Ein bisschen Recherche, die dann zwei Stunden später an einem völlig irrelevanten Punkt endet.

5. Wie viele Wörter am Tag schreiben Sie?
Ich rechne für mich in Anschlägen oder Seiten. Mein Tagespensum sind im Moment sieben Manuskriptseiten/10500 Anschläge, also um die 1700 Wörter. Ich habe aber auch Tage, an denen ich das Doppelte schreibe.

6. Drucken Sie Texte noch zum Korrekturlesen aus?
Nein. Ich drucke aus, weil ich schon mal eine komplette Tagesproduktion im digitalen Orkus verloren habe und weil meine familiären Betaleser gerne Papier haben. Ich selbst lese und korrigiere ausschließlich am Bildschirm, auch am Schluss den Umbruch, den ich vom Verlag bekomme.

Porträt der Autorin Susanne Gerdom

Fantasy-Autorin Susanne Gerdom (Foto: PicturePeople)

7. Wer darf eine neue Geschichte zuerst lesen?
Meine Familie. Die bekommen sogar meine Tagesproduktion zu lesen, was ich sonst mit fast niemandem exerziere. Dann habe ich ein paar Autorenkolleginnen, die im laufenden Prozess mitlesen, wenn ihre eigene Produktion ihnen die Zeit dazu lässt. Das ist sehr schön, von da kommt dann auch gerne mal etwas härtere Kritik.

8. Welchen Platz bekommen die eigenen Bücher zu Hause?
Ein kleines Fach in meinem Billy. Na gut, inzwischen sind es zwei kleine Fächer. Und einen großen Platz im Arbeitszimmerregal – da stehen all die Rezensionsexemplare, die ich im Laufe der Zeit verschicke.

9. Kann man als professioneller Schreiber noch mit Vergnügen das Werk anderer Autoren lesen?
Ja, wenn das Buch gut ist. Nein, wenn es … weniger gut ist. Dann setzt die innere Autorin ein und mäkelt. 🙂 Wenn ein Autor mich einfängt und mitnimmt, lese ich genauso “naiv” wie ich das früher getan habe.

10. Welchen magischen Trick würden Sie gern selbst beherrschen?
Das Gedankentippen. Ich habe gerade einen Schreibmarathon hinter mir, weil ich ein Projekt dringend fertig bekommen wollte, und jetzt tun mir die Finger weh. Man wird ja auch nicht jünger … Es hätte was, wenn sich die Tastatur per Gedankenfunk bedienen ließe. Nein, ich mag nicht diktieren. Dann störe ich mich selbst beim Denken.

11. Wie viel Internet darf es am Tag sein?
OMG! Wer liest das hier mit? 🙂 Ich bin ein Internet-Junkie. Als wir frisch umgezogen waren, aus Düsseldorf aufs platte Land, hat uns die Telekom zehn ganze Tage ohne Telefon (das war mir egal) und ohne Internetanschluss hier sitzen lassen – irgendeine Leitung war hin. Ich bin die Wände hochgegangen! Kappt mir meinen Netzanschluss, und ich garantiere für gar nichts mehr.

12. Brauchen Autoren Haustiere?
Ja. Uneingeschränkt: Ja. Und zwar Katzen. Vier mindestens. Die halten einen nämlich auf Trab und verhindern wirkungsvoll, dass man auf seinem Sitzpilz anwächst. Übrigens, ich muss jetzt los. Neben mir sitzt Kater Max und verlangt sein Essen.

Mehr zu Susanne Gerdom auf Ihrer Homepage.