Roseanne A. Brown: Die Spiele von Solstasia

Die Spiele von Solstasia
Fantasy mit afrikanischem Setting: „A Song of Wraiths and Ruin – Die Spiele von Solsatasia“ von Roseanne A. Brown. Foto: Jörn Käsebier

Die Spiele von Solstasia werden alle zehn Jahre von sieben Champions bestritten, die jeweils eng mit einer Gottheit verbunden sind. Doch dieses Mal verläuft alles anders. Wie, das schreibt Roseanne A. Brwon in „A Song of Wraiths and Ruins“.

Afrikanische Fantasy-Welt

Das Setting ist ungewöhnlich. Zwar sind in den vergangenen Jahren ein paar Fantasy-Romane erschienen, deren Welten an afrikanische Vorbilder angelehnt sind, wie „Children of Blood and Bone“. Doch diese Geschichten bilden immer noch die Ausnahme. In „Die Spiele von Solstasia“ bringt Brown ihre ghanaischen Wurzeln ein.

Sonande heißt das Königreich, das im Mittelpunkt steht. Ziran ist seine Hauptstadt. Sonande ist ein Imperium, das mit den unterworfenen Völkern nicht gerade sanft umgeht. Es wird regiert von den Nachfahren der Stadtgründerin, die es den Pharaonen in einem langen, auch magisch geführten Krieg, abgetrotzt hat. Dabei spielten wohl Götter beziehungsweise Naturgeister eine wichtige Rolle.

Prinzessin gibt die Spiele von Solstasia vor

Es gibt im Buch zwei junge Hauptfiguren, aus deren Sicht abwechselnd die Handlung geschildert wird. Sie sind als Gegensatzpaar aufgebaut. Auf der einen Seite Karina, Kronprinzessin Solstasias, die ihre Rolle als Herrscherin zunächst nicht annehmen will, dann aber rasch hineinwachsen muss. Sie wird zur Gastgeberin der Spiele und manipuliert die Regeln für ihre Zwecke. Auf der anderen Seite Malik, ein armer Geflüchteter, der mit seinen Schwestern unter falschem Namen in die Stadt gelangt ist.

Um seine kleine Schwester zu retten, nimmt Malik am Turnier teil. Er soll Karina töten. Diese wiederum will den Sieger Solstasias heiraten, um ihn anschließend für einen Zauber zu opfern. Mit der Zeit werden immer mehr die Gemeinsamkeiten zwischen Karina und Malik betont, schließlich sollen die beiden sich näherkommen, um daraufhin ihre Pläne infrage zu stellen.

Mehr Jugendbuch als Fantasy für Erwachsene

Die Geschichte ist ansonsten wenig komplex. Das gilt sowohl für die Intrige gegen die Herrscherinnen Solstasias, als auch für die Verbindungen zur Götterwelt. Bei den Spielen schöpft Roseanne Brown auch nicht das Potenzial aus – die Aufgaben für die Turnierteilnehmer spielen nur am Rande eine Rolle. Wer hier also so etwas wie „Die Tribute von Panem“ erwartet, wird enttäuscht.

Vielleicht liegt es daran, dass sich „A Song of Wraiths and Ruin“ mehr an eine junge Leserschaft richtet, dass Brown die Handlung eher simpel hält und auf plötzliche Überraschungen setzt. Vielleicht muss sie sich in diesem Punkt aber auch als Autorin noch weiterentwickeln. Ihre Stärken liegen bislang in der Entwicklung ihrer Hauptfiguren, deren Gefühlswelt sie gut und ausführlich beschreibt und die durch ihre Schwächen sehr menschlich geraten sind.

Roseanne A. Brown bleibt in Solstasia

A Song of Wraiths and Ruin
Roseanne A. Brown: Die Spiele von Solstasia

Auch wenn die Spiele von Solstasia enden, ist die Geschichte noch nicht vorbei. Es wird noch eine Fortsetzung geben. „A Psalm of Storms and Silence“ heißt sie im Original und der Übersetzung, bekommt da aber noch den deutschen Untertitel „Die Magie von Solstasia“. Der zweite Band erscheint hierzulande im August. Es wird erneut eine schmucke Ausgabe, dieses Mal mit rot-braunem Buchschnitt, anstelle von grün-gold.

„A Song of Wraiths and Ruin – Die Spiele von Solstasia“ von Roseanne A. Brown ist bei Knaur erschienen. Die Taschenbuchausgabe geht über 512 Seiten und kostet 16,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Diana Bürgel.

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