Das Verschwinden der Wintertocher – Riyria-Chroniken 4

Das Verschwinden der Wintertochter veranlasst ihren Vater Gabriel Winter Hadrian und Royce zu engagieren. Sie sollen sie entweder zurückbringen oder die für ihr Verschwinden Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Es versteht sich von selbst, dass auch in Riyria-Chroniken 4 die Vorstellungen des Duos auseinandergehen. Michael J. Sullivan hat sie schließlich als Gegensatzpaar angelegt.

Wie schon beim Vorgängerband „Der Anschlag auf Dulgath“ führt uns Sullivan wieder in ein neues Reich. Alburn heißt dieses Königreich ohne König. Der amtierende Herrscher ist auf See verschollen, und zu den möglichen Nachfolgern zählt der Herzog von Rochelle. Ob ihm das Verschwinden seiner Frau allerdings dabei nützt, ist unklar. Zumal er schon mit der Verwaltung und Modernisierung seines Herzogtums überfordert wirkt.

Minderheiten im Fokus

Soziale Fragen spielen eine große Rolle im Buch. Im konservativen Rochelle sind Zwerge, Elben und Mischlinge nur Untertanen zweiter Klasse. Ihre Bemühungen, dies zu ändern, wurden in der Vergangenheit vereitelt – nicht zuletzt durch die Kirche Novrons. Hadrian und Royce bekommen es also mal wieder mit ihren großen Gegenspielern zu tun, auch wenn diese mehr im Hintergrund bleiben.

Royce muss sich aber auch wieder mit seinem eigenen Erbe beschäftigen – seit Band 3 weiß er ja, dass er von Elben abstammt. Er mit einigen Mir (mit dem Wort „Frieden“ hat es wohl nichts zu tun) Bekanntschaft, die von Elben und Menschen abstammen. Aber auch Hadrian bekommt es mit seiner Vergangenheit als Soldat zu tun.

Sullivan setzt auf Action und Witz

Politik und gesellschaftliche Fragen sind aber nur ein Teil des Buches. Michael Sullivan bringt auch wieder den typischen Witz unter. Humorvolle Szenen gibt es dabei nicht nur zwischen den beiden Hauptfiguren, sondern auch zwischen den beiden und ihrer Vermieterin in Rochelle. Außerdem sind immer wieder actionreiche Kapitel untergestreut, bei denen sowohl Hadrian als auch Royce im Mittelpunkt stehen. Dabei spielt Magie eine größere Rolle als sonst in den Riyria-Chroniken (aber nicht mehr als in der Riyria-Reihe).

„Das Verschwinden der Wintertochter“ ist vielleicht das stärkste Buch der Chroniken. Das Tempo, die Abwechslung und die Mischung aus Spannung und Witz stimmen. Auch passt die Handlung für einen Fantasy-Roman, der in sich abgeschlossen und ohne Vorkenntnisse zu den Figuren in der Welt zu lesen ist. Mehr Freude macht es allerdings, wenn man Verweise auf andere Werke Sullivans versteht.

Riyria-Chroniken abgeschlossen?

Das Verschwinden der Wintertochter
Michael Sullivan: Riyria-Chroniken 4

Enden mit Band 4 die Riyria-Chroniken? Seit mehreren Jahren kündigt Michael J. Sullivan bereits Band 5 an. Doch immer wieder verschiebt er das Projekt. Wollte er es zunächst nach der First-Empire-Reihe schreiben, stellt er es nun hinten an, um zunächst seine neueste Reihe zu beenden. „The Rise and Fall“ dreht sich um den Aufstieg und Fall des Ersten Imperiums. In einem oder zwei Jahren könnte im Original aber noch Band 5 herauskommen. „Drumindor“ ist der Arbeitstitel. Darin will Sullivan schildern, wie es Hadrian und Royce das erste Mal in diese Zwergen-Festung verschlägt.

„Das Verschwinden der Wintertochter“ von Michael J. Sullivan ist bei Klett-Cotta erschienen. Die Klappenbroschur-Ausgabe geht über 464 Seiten und kostet 17 Euro. Der Preis des E-Books beträgt 13,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Wolfram Ströle.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.