Die Stadt aus Messing von S. A. Chakraborty

Die Stadt aus Messing
Mit „Die Stadt aus Messing“ beginnt S. A. Chakraborty ihre Daevabad-Trilogie. Foto: Jörn Käsebier

Nahri lebt im von napoleonischen Truppen besetzten Kairo. Sie schlägt sich mit Trickbetrügerei und Einbrüchen herum. Dabei nutzt sie ihr intuitives Wissen über den Gesundheitszustand anderer Menschen. Woher es stammt, weiß sie nicht ­– bis sie unerwarteterweise eine Verbindung zur Welt der Dschinn herstellt. Der Krieger Dara, bringt sie in eine Parallelwelt, in der unterschiedliche Dschinn-Stämme leben und in der Menschen nicht hoch angesehen sind. Nahri gelangt nach Daevabad – in die Stadt aus Messing.

Zentrale Figuren in „Die Stadt aus Messing“

Shannon Chakraborty wählt zwei Erzählstimmen, die durch die Handlung führen. Nahri ist diejenige, die die Perspektive der Neuen, die sich in Daevabad und der Welt der Dschinn nicht auskennt, einnimmt. Ihr gegenüber steht Ali, Prinz der Herrscherfamilie der Metropole, der viele Gegensätze in sich vereint. Er ist religiös, was sich nicht gut mit dem pragmatischen Regieren seines Vaters vereinen lässt. Er schätzt die Menschen, obwohl diese die politischen Verhältnisse ändern wollen.

Sowohl Nahri als auch Ali sind junge Erwachsene und mächtiger als sie glauben. Die junge Frau ist durch ihre Erfahrungen mit dem Leben auf den Straßen Kairos jedoch viel weniger naiv und längst nicht so idealistisch wie er. Beide machen Fehler und wachsen daran.

Sie bewegen sich überwiegend durch Daevabad. Auf diese Stadt konzentriert sich Shannon Chakraborty beim Weltenbau. Über die anderen Regionen erfahren wir nur wenig. Es fehlt auch an Erklärungen, wie die Parallelwelt der Dschinn mit der Menschenwelt verbunden ist. Zudem wird nicht deutlich, warum der Ausgangspunkt der Geschichte im späten 18. Jahrhundert liegt.

Diskriminierung als zentrales Thema

Faszinierend ist jedoch die Historie der Dschinn-Stämme. Über diese wird im Laufe der Handlung immer mehr enthüllt. Dadurch werden die Wurzeln der verschiedenen Konflikte offengelegt. Eine zentrale Auseinandersetzung ist der Umgang zwischen Dschinn (Daeva) und Menschen. Chakraborty thematisiert in ihrem Roman verschiedene Arten der Diskriminierung: soziale, religiöse und ethnische.

„Die Stadt aus Messing“ ist ein Buch, das Lust auf mehr macht. Man möchte mehr über das Schicksal der Hauptfiguren, die Konflikte zwischen den Dschinn-Stämmen und die Welt jenseits von Daevabad erfahren. Es erweitert sehr gut das Angebot an Fantasy-Büchern mit orientalischem Setting und Wüstenwelten, zum Beispiel von Saladin Ahmed und Bradley Beaulieu.

Daevabad: Trilogie von S. A. Chakraborty

Daevabad 1 von S. A. Chakraborty
S. A. Chakraborty: Die Stadt aus Messing

Die gute Nachricht: Die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende erzählt. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, handelt es sich doch bei Daevabad um eine Trilogie. Band 2 trägt den Titel „Das Königreich aus Kupfer“ und erscheint im Februar 2022. Band 3 wird „Das Imperium aus Gold“ heißen und voraussichtlich im Herbst 2022 herauskommen.

„Die Stadt aus Messing“ von S. A. Chakraborty ist bei Panini Books erschienen. Die Klappenbroschur-Ausgabe von „Daevabad 1“ geht über 608 Seiten und kostet 17 Euro. Die Übersetzung stammt von Kerstin Fricke.

3 Gedanken zu „Die Stadt aus Messing von S. A. Chakraborty

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