Die erlösende Klinge von Adrian Tchaikovsky

Die erlösende Klinge
Nach dem Krieg geht das Leben weiter. Aber wie? Adrian Tchaikovsky gibt in „Die erlösende Klinge“ eine Antwort. Foto: Jörn Käsebier

Was nach dem Krieg passiert, mit den Überlebenden auf beiden Seiten, ist das Thema von „Die erlösende Klinge“ von Adrian Tchaikovsky. Celestaine ist eine der Heldinnen des Krieges gegen den Blutschlächter. Sie weiß, wie es mit diesem zu Ende ging und durch wessen Hilfe er besiegt werden könnte. Daher bemüht sie sich, Vorurteile gegen ehemalige Anhänger des Schlächters abzubauen und Wunden zu heilen, die der Krieg schlug. Dabei hilft es, dass sie über die titelgebende Klinge verfügt, die alles durchschneidet ­– selbst die Schwertscheide.  

Was im Frieden aus Feinden wird

Es ist eine originelle Idee, eine Geschichte nach dem großen Konflikt einsetzen zu lassen. Und eine spannende. Denn Frieden zu erhalten und etwas aufzubauen, ist schwerer als einen Krieg zu beginnen und zu zerstören. Dadurch, dass es sich aber um Folgen eines vergangenen Konfliktes dreht, müssen wichtige Ereignisse aus diesem Konflikt vorgestellt werden. Das führt zu vielen Rückblicken. Tchaikovsky muss oft weiter ausholen, ehe er die Geschichte voranbringt.

Das fängt bei Celastaines Gruppe an, die aus zwei Yorughan besteht, ehemaligen Elitekriegern des Blutschlächters. Es führt weiter über einen Prinzen, für dessen Volk die Protagonistin etwas erreichen möchte und geht bis zu allen Schauplätzen des Buches. Der britische Science-Fiction- und Fantasy-Autor erzählt seine Geschichte ansonsten ziemlich geradlinig nach dem Muster einer klassischen Quest.

Humor und kreative Kreaturen

Die Gruppe um Celestaine folgt den Spuren des mächtigen Artefakts und überwindet die auftauchenden Hindernisse. Dabei kommt es zu ein paar Überraschungen, die Leserinnen und Lesern teilweise schon vorher erahnen, weil sie aus der Perspektive anderer Figuren bereits davon erfahren haben oder sich bestimmte Entwicklungen abzeichnen. Das mindert aber nicht die Freude an diesem kompakten und unterhaltsamen Roman.  

Zu dem hohen Unterhaltungswert trägt der Schwarze Humor viel bei. Auch die beiden Nebenfiguren Catt und Fisher bringen Lustiges und Absurdes in die Geschichte hinein. Der Weltenbau ist hingegen reduziert gehalten. Allerdings merkt man Tchaikovsky, der neben Psychologie auch Zoologie studierte, die Freude daran an, neue Kreaturen zu schaffen. Es ist eine hohe Kunst, wie er hier verschiedene bekannte Arten kombiniert, abwandelt und neu zusammensetzt.

Nach dem Krieg geht es weiter

Die erlösende Klinge
Adrian Tchaikovsky: Die erlösende Klinge

Mit „Die erlösende Klinge“ ist die lose Reihe „Nach dem Krieg“ noch nicht vorbei. Der Panini-Verlag wird auch den zweiten Band herausbringen. Er trägt den Titel „Feuer der Erlösung“, stammt aber nicht von Tchaikovsky. Die Britin Justina Robson darf ihre Geschichte in dieser Welt ansiedeln. Auch in ihrem Buch geht es um Geschehnisse nach der Vernichtung des Blutschlächters, dem Verschwinden der Götter und den Verlusten der Wächter. Er steht ansonsten aber genauso für sich und kann einzeln gelesen werden.

„Die erlösende Klinge“ von Adrian Tchaikovsky ist bei Panini Books erschienen. Die Klappenbroschur-Ausgabe von Band 1 der Reihe „Nach dem Krieg“ geht über 412 Seiten und kostet 17 Euro. Die Übersetzung stammt von Kerstin Fricke.

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