Highfire – König der Lüfte von Eoin Colfer

Highfire König der Lüfte von Eoin Colfer
In „Highfire“ von Eoin Colfer ist ein Drache der König der Lüfte. Zumindest zeitweise. Foto: Jörn Käsebier

Lord Highfire – bei diesem Namen denkt man wahlweise an einen Abgesandten des Teufels oder einen Vertreter der Stahlindustrie. Doch „Highfire – König der Lüfte“ von Eoin Colfer hat weder mit dem Fegefeuer noch mit einem Hochofen zu tun. Den Namen trägt hier ein Drache. Ein Echsenwesen, das sich allerdings mit Alligatoren in den Sümpfen des heutigen Louisianas herumschlagen muss.

Dass der Drache in Zeiten von Raketenwerfern, Helikoptern und Smartphones nicht das mächtige Geschöpf ist, das er sonst in Fantasy-Romanen mit mittelalterlichem Setting ist, ist das Originelle an diesem Buch. Darüber hinaus mag dieser Drache noch Flashdance und Wodka. Dass er seine Feinde eben doch verbrennen kann, rettet ihn aber davor, eine lächerliche Figur zu sein.

Highfire mit simpler Geschichte

Die Handlung von „Highfire“ ist ansonsten schnell erzählt: Ein Jugendlicher, der die Aufmerksamkeit eines korrupten Polizisten auf sich gezogen hat, stolpert im Sumpf über den Drachen. Die beiden werden bald danach Freunde. Doch der Polizist benutzt den Jungen in seinen Machenschaften mit der Mafia, um den Drachen hervorzulocken. Und dieser erinnert sich daran, welche Kräfte er besitzt. Viel mehr passiert nicht, und von diesem wenigen steht bereits fast alles im Klappentext.

Nun kann aus einer einfachen Geschichte durchaus ein gutes Buch entstehen. Ein paar gute Ansätze gibt es auch, etwa die Szenen mit Begegnungen von Highfire und den Alligatoren oder die Figur des Drachengehilfen, der Drachen und Jungen zusammenbringt.

Aber leider kommen zur simplen Geschichte auch eine simple Figurenzeichnung und simple Sprache. Eoin Colfer ist als Jugendbuchautor bekannt geworden. Vielleicht fiel es ihm daher schwer, sich an ein älteres Publikum zu richten, das komplexere Figuren und nicht solche 08/15-Psychopathen als Bösewicht goutiert. Und nur weil anders als im Jugendbuch auch mehr Schimpfwörter verwendet werden können, muss ein Autor dies nicht ausgiebig tun. Es muss aber auch niemand das Buch lesen.     

Fortsetzung mit Nicolas Cage

Highfire von Eoin Colfer
Eoin Colfer: Highfire – König der Lüfte

Die Handlung ist abgeschlossen, auch wenn sie Raum für eine Fortsetzung mit ein paar der Figuren lässt. Bislang sind dazu aber noch keine Pläne veröffentlicht. Bekannt geworden ist hingegen, dass sich Amazon die Rechte an einer Umsetzung als Fernsehserie gesichert hat. Nicolas Cage soll laut der Meldung von Colfers Website den Drachen sprechen und ist zudem als Produzent mit an Bord. Bei so wenig Handlung im Buch bleibt sicher genügend Raum, um weitere Geschichten rund um die Figuren zu ergänzen.

„Highfire – König der Lüfte“ von Eoin Colfer ist bei Heyne erschienen. Die Klappenbroschur-Ausgabe geht über 448 Seiten und kostet 16,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Marcel Aubron-Bülles.

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