Die Schwingen der Dunkelheit von Steven Erikson

Die Schwingen der Dunkelheit Steven Erikson
Die Ödlande, beschrieben in „Die Schwingen der Dunkelheit“ von Steven Erikson, bringen Kreaturen in ungewöhnlichen Größen hervor. Foto: Jörn Käsebier

Beim Spiel der Götter waren die Einsätze von Beginn an hoch. Doch nun tritt das Spiel in seine entscheidende Phase. Die Armee der Knochenjäger ist mittendrin, den eigenen Untergang vor Augen. Eine wichtige Rolle werden Licht und Dunkel spielen, zumal das Dunkel mit Draconus einen Spieler auf den Schwingen der Dunkelheit in die Welt gleiten lässt.

„Die Schwingen der Dunkelheit“ knüpft direkt an seinen Vorgänger „Die Flucht der Kinder“ an. Wie dieser Band ist auch „Das Spiel der Götter 17“ in vielen Handlungssträngen eine Exposition. So bringen sich die älteren Götter in Position und versuchen, wieder ihre alte Bedeutung zurück zu gewinnen. Die jüngeren Götter und die Aufgestiegenen spielen ihr eigenes Spiel in der Auseinandersetzung mit dem Verkrüppelten Gott. Unklar ist, welche Rolle Draconus spielen wird, die geflügelte Dunkelheit, die dem Band den Namen gibt.

Steven Erikson ist dicht an seinen Figuren

Die Knochenjäger ziehen derweil weiter in Richtung der Ödlande. Was sie dort erwartet, ob und wann es zur Schlacht kommt und gegen wen, ist offen. Diese Ungewissheit setzt den Soldaten zu. Steven Erikson zeigt hier erneut, wie meisterhaft er die Stimmung in einer Armee schildern kann. Auf jeder Hierarchiestufe gibt es Figuren, aus deren Perspektive wir auf diese zusammengewürfelte Truppe blicken.

Der daneben wichtigste Handlungsstrang befasst sich mit den T’lan Imass. Neben den Malazanern und sind sie vielleicht das wichtigste Volk in der Fantasy-Reihe. Eigentlich sind die Imass so gut wie ausgestorben. Doch durch ein magisches Ritual hatte sich die Mehrzahl der Stämme gebunden, um ihren Kampf gegen ihre Feinde fortsetzen zu können (und wurden so zu den untoten T’lan Imass). Gab es bislang in der Reihe viel Verständnis für die Imass, hohlen sie in „Die Schwingen der Dunkelheit“ ihre Sünden der Vergangenheit ein. Ein weiterer Beleg dafür, wie bei Steven Erikson nicht Schwarz und Weiß, sondern das Grau dazwischen Bedeutung hat.

Das Spiel der Götter geht zu Ende

Das Spiel der Götter 17
Steven Erikson: Das Spiel der Götter 17

Das Spiel der Götter nähert sich seinem Finale – doch noch ist es ein langer Weg. Und es ist längst nicht klar, wer von den vielen Figuren ihn bis zum Ende gehen wird. Die gute Nachricht: Die beiden letzten deutschen Bände sind bereits übersetzt und erscheinen 2021. Im Mai „Die gläserne Wüste“ und im August „Der verkrüppelte Gott“. Nach knapp über 20 Jahren kommt dann eine der komplexesten und literarisch reichhaltigsten Fantasy-Serien zum Abschluss.

„Die Schwingen der Dunkelheit“ von Steven Erikson ist bei Blanvalet erschienen. „Das Spiel der Götter 17“ geht in der Taschenbuch-Ausgabe über 880 Seiten und kostet 12 Euro. Das E-Book kostet 9,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Tim Straetmann.

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