Diebe der Nacht von Thilo Corzilius

Diebe der Nacht von Thilo Corzilius
Diebe der Nacht von Thilo Corzilius spielt in einer Lagunenstadt. Foto: Jörn Käsebier

Diebe der Nacht – das klingt geheimnisvoll. Doch im Stadtstaat Mosmerano haben viele Bewohner Dreck am Stecken, nicht nur die als Schauspieler getarnten Gauner der Herbstgänger. Das müssen die Diebe und Betrüger auf die harte Tour lernen. Dieses Mal geht es um ihre Existenz.

Dieses Buch hat Zutaten, die eine gute Geschichte ausmachen. Es geht um Liebe und Hass, es geht um Helden und Schurken und es geht um eine Gruppe, die sich gegen die große Welt behaupten will. Dieses Buch hat auch große Vorbilder, wie die Gentleman-Ganoven von Scott Lynch und Ryria von Michael Sullivan. Der Hauptort, an dem die Handlung spielt, ist mit der Lagunenstadt Mosmerano passend gewählt. Corzilus verhehlt nicht, dass er sich an Venedig orientiert, und es gelingt ihm auch sehr gut, die Atmosphäre der Stadt einzufangen.

Vorlagen für die Diebe der Nacht

An seine Vorbilder reicht „Diebe der Nacht“ jedoch nicht heran. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen liegt es an der Hauptfigur. Glin Melisma ist ein junges Großmaul, über dessen Herkunft Leser erst spät etwas erfahren. Zu spät, um Sympathie für ihn zu entwickeln. Neben ihm spielt auch Yrrein mit ihrer Erzählstimme eine recht große Rolle. Doch hat sie diese wohl vor allem, um Handlungsstränge zu erzählen, bei denen Glin nicht im Mittelpunkt steht. Als Figur bleibt Yrrein eher blass.

Das trifft auch auf den Rest der Schauspieler-/Diebesfamilie zu. In seltsam gewählten Zwischenspielen wird ihre persönliche Geschichte vertieft. Doch zu dem Zeitpunkt, an dem mehr von ihnen bekannt wird, sind sie längst eingeführt und in ihrer Rolle eingeordnet.

Zum anderen reicht die Komplexität der Handlung nicht an die Vorbilder heran. Eine gute Diebesgeschichte oder Geschichte um Lügner und Betrüger lebt von ihren Wendungen, die sie nimmt und davon, dass die Hindernisse immer größer werden. Und hier bleibt „Diebe der Nacht“ in guten Ansätzen stecken. Ja, es gibt ein paar überraschende Wendungen und es läuft auch nicht so leicht, wie anfangs gedacht. Doch die dann auftauchenden Hindernisse werden letztendlich doch ziemlich leicht überwunden.

Thilo Corzilius mit guten Ideen

Thilo Corzilius: Diebe der Nacht
Thilo Corzilius:
Diebe der Nacht

So bleibt die Geschichte in ihren guten Ansätzen stecken. Zu diesen zählen zum Beispiel die mechanischen Figuren und Tricks sowie die Magie, die Corzilius gut erklärt und begrenzt, ohne ihr den Zauber zu nehmen. Aus diesem Weltenentwurf mit seinen unterschiedlichen Staatsformen, seinen religiösen Ausprägungen und seinen historischen und kulturellen Ideen hätte sich insgesamt aber mehr machen lassen.  

„Diebe der Nacht“ von Thilo Corzilius ist bei Klett-Cotta erschienen. In der gebundenen Ausgabe geht das Buch der Hobbitpresse über 480 Seiten und kostet 22 Euro. Der Preis des E-Books beträgt 17,99 Euro.  

2 Gedanken zu „Diebe der Nacht von Thilo Corzilius

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