Das Reich der Grasländer von Tad Williams – eine Rezension

Tad Williams Das Reich der Grasländer

In das Reich der Grasländer nimmt Tad Williams seine Leser in „Der letzte König von Osten Ard“ mit. Foto: Jörn Käsebier

Prinz Morgan verschwunden, die Nornen auf dem Vormarsch und im Reich der Grasländer braut sich ein Konflikt zwischen Nabban und den Thrithingbewohnern zusammen. Die Aussichten für Miriamel und Simon sind in „Der letzte König von Osten Ard 2“ düster.

Es braucht ein wenig, um nach fast zweieinhalb Jahren wieder in den zweiten Osten-Ard-Zyklus hineinzukommen. Zum Glück ist „Das Reich der Grasländer“ eine Zusammenfassung von „Die Hexenholzkrone 1“ und „Die Hexenholzkrone 2“ vorangestellt. Und zum Glück ist der Autor Tad Williams, der seine Leser gekonnt durch die Handlungsstränge führt. Von diesen gibt es einige.

Tad Williams wählt viele Perspektiven

Miriamel ist in Nabban, wo sie versucht Frieden zu stiften. Jesa, Kindermädchen der Herzogin von Nabban, liefert zusätzlich eine Perspektive auf die Ereignisse im Reich der Intrigen. In Erkynland versucht derweil Hochkönig Simon, sich und sein Imperium auf einen neuen Konflikt mit den Nornen einzustellen und weitere Informationen zu sammeln. Vom Verrat seines Großkanzlers Pasevalles ahnt er nichts, ebenso wenig Simons Freund Tiamak. Im an Nabban grenzenden Grasland treffen sich die Thrithingbewohner. Fremur bleibt an Unver dran (über den wir mehr erfahren). Graf Eolair wird hierhin verschleppt, die Soldaten Levias und Porto suchen nach ihm und Prinz Morgan.

Der Prinz stolpert derweil durch die Wildnis, überlebt mit mehr Glück als Verstand, entwickelt sich aber weiter. Zudem deutet sich an, dass ihm eine Schlüsselrolle im Konflikt zukommen wird. Auf seinen Spuren sind die Qanuc, doch die Trolle müssen sich auch der Nornen erwehren. Denn diese spielen als Feinde weiterhin eine wichtige Rolle. Dank Nezeru und ihrem Vater Viyeki bekommen Leser weiterhin Einblicke in die Pläne, allerdings nur kleine. Nezerus Mutter Tzoja versteckt sich unterdessen in der Hauptstadt der Nornen. Schließlich bekommen wir dank Aelin, dem Großneffen von Eolair, noch Informationen über den Verrat in Rimmersgard und das Vorrücken der Nornen.

Große Kämpfe bleiben aus noch

Allein die schiere Anzahl der Erzählstimmen erschwert es, den Überblick zu bewahren. Dafür sind an den meisten Schauplätzen zumindest zwei Figuren, die aus unterschiedlicher Perspektive berichten. Und nicht jede Stimme hat gleich viel Gewicht. Prinz Morgan zum Beispiel bleibt wie in Band 1 eine der Hauptfiguren. Andere, wie Aelin, bleiben Nebenfiguren. Bei diesen verweilt Williams auch nicht lang, aber lang genug, damit sie mehr als Konturen gewinnen. Als Leser wird man nicht jede Figur mögen, bekommt aber Verständnis für ihre Motive.

So mancher Handlungsstrang kommt allerdings nur schleppend voran. Doch wer die Werke von Tad Williams kennt, weiß, dass sich die Handlung zum Ende hin immer stärker verdichtet. Und auch wenn die großen Kämpfe und Enthüllungen noch ausbleiben, bleibt „Der letzte König von Osten Ard 2“ unterschwellig sehr spannend. Im zweiten Band einer Trilogie ist zudem damit zu rechnen, dass es für einige Figuren schlimm kommen wird.

Teil 2 von „Das Reich der Grasländer“

Der letzte König von Osten Ard 2 von Tad Williams

Tad Williams: Das Reich der Grasländer

Wie das so bei guten Büchern ist, hört es zu früh auf. Die gute Nachricht: „Das Reich der Grasländer 2“ erscheint bereits im Juni. Und damit ist die Geschichte noch nicht vorbei. Der Abschlussband der Trilogie wird im Original „The Navigator’s Children“ heißen. Derzeit überarbeitet Tad Williams noch seinen Entwurf. Vor 2021 ist allerdings nicht mit einer Veröffentlichung zu rechnen und daher auch nicht mit der übersetzten Fassung.

„Das Reich der Grasländer“ von Tad Williams ist bei Klett-Cotta erschienen. In der gebundenen Ausgabe geht „Der letzte König von Osten Ard 2“ mit Anhang über 664 Seiten und kostet 22 Euro. Die Übersetzung stammt von Cornelia Holfelder-von der Tann und Wolfram Ströle.

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