Chris Wooding: Das Schwert der Könige – eine Rezension

Chris Wooding Das Schwert der Könige

Chris Wooding beginnt mit „Das Schwert der Könige“ seine Saga von Dunkelwasser. Foto: Jörn Käsebier

Wäre Glutbringer, das Schwert der Könige, nicht in die Hände der Krodaner gefallen – Ossia wäre noch frei und unabhängig. Doch die Waffe fiel in die Hände der Eroberer, die nun mit ihrer Kultur, Sprache und Religion das stolze Ossia dominieren. Der junge Aren wird den neuen Sitten entsprechend erzogen, während sein gleichaltriger Freund Cade die ossianischen Traditionen bewahrt. Das ist nicht der einzige Gegensatz in ihrer Beziehung. Vor allem Arden muss seine Sicht der Dinge schon bald hinterfragen. Sein Glaube an die krodanische Kultur schlägt daraufhin in Hass um …

Das Schwert der Könige in tolkienscher Tradition

„Das Schwert der Könige“ von Chris Wooding ist zunächst eine Coming-Of-Age-Geschichte. Konflikte mit den Eltern, erste Liebe und die Frage nach der eigenen Zukunft bestimmen das erste Drittel des Buches. Dabei werfen allerdings bereits größere Handlungsstränge ihre Schatten voraus. Insgesamt nimmt sich Wooding viel Zeit, um seine Hauptfiguren einzuführen und schließlich zusammen zu bringen.

Danach bekommt das Buch viele Elemente, die an Tolkien erinnern. Dazu gehört die kleine Gemeinschaft, die aus einer magiebegabten Druidin, einem herausragenden Krieger, zwei unerfahrenen Jünglingen sowie speziell begabter Vertreter verschiedener Völker bestehen. Allerdings braucht es nicht die Verlockungen des Rings, um diese Gemeinschaft auseinander zu bringen. Sie sind nicht gleich zu Beginn Gefährten, sondern müssen es erst werden. Verfolgt werden sie von drei finsteren Gestalten, die an die schwarzen Reiter erinnern. Und dann flüchten die Gefährten vor diesen auch noch in eine untergegangene Welt, in der ein Dämon haust. Moria, ick hör dir trapsen …

Anders als bei Tolkien ist jedoch die Mission nicht klar (wem die Wege, nicht ganz klar, sind, findet auf Woodings-Internetseite eine Karte als PDF). Glutbringer, dieses sagenumwobene Schwert der Könige Ossias, soll das Ziel werden. Doch wie sie an die Waffe kommen wollen und was sie mit ihr anfangen möchten, wird erst im letzten Drittel des Buches thematisiert.

Chris Woodings Figuren bleiben blass

Während Aren und Caden klare Hauptfiguren sind, bekommen andere nur einzelne Kapitel, die aus ihrer Sicht erzählt werden. Das erhöht die Zahl der Erzählstimmen und erlaubt Einblicke in die Gedankenwelt mehrerer Personen. Doch da diese dennoch blass bleiben, hätte Wooding auch ohne Verlust darauf verzichten können. Das schlimmste aber ist, dass nicht einmal Aren eine Figur ist, mit der sich Leser leicht identifizieren können, mit der sie fühlen und mitfiebern.

Hinzu kommt, dass Chris Wooding in „Das Schwert der Könige“ zwar so manche Erwartung unterläuft, damit überrascht und eben nicht den einfachen Weg geht. Dafür nimmt er jedoch manchen Umweg in Kauf. Und schließlich reicht es ihm nicht, die Krodaner und Ossianer als Feinde zu haben. Er muss die Krodaner auch noch zu Nazis machen, die sich mit bösen Mächten eingelassen haben. Im krodanischen Reich werden nämlich Angehörige des Volkes der Sarder aus den Ghettos der Städte nach Osten deportiert.

Die Saga von Dunkelwasser

Das Schwert der Könige

Chris Wooding: Das Schwert der Könige

Das ist alles sehr ambitioniert, am Ende jedoch nur überfrachtete Durchschnittskost. So episch wie die Geschichte angelegt ist, kann sie natürlich nicht in einem Buch beendet werden. Chris Wooding hat sie als Trilogie angelegt. Der deutsche Titel ist „Die Saga von Dunkelwasser“. Derzeit schreibt der britische Autor noch am zweiten Band, sodass noch nicht abzusehen ist, wann er veröffentlicht wird.

„Das Schwert der Könige“ von Chris Wooding ist bei Heyne erschienen. In der Paperback-Ausgabe geht das Buch über 992 Seiten und kostet 18,99 Euro. Das E-Book liegt bei 14,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Michael Siefener.

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