Höllenkönig von James Abbott – eine Rezension

Höllenkönig von James Abbott

James Abbott: Höllenkönig

Der „Höllenkönig“ von James Abbott beginnt als Gefängnisroman, entwickelt sich zu einer Rachegeschichte mit einigen kleinen Überraschungen und endet wenig märchenhaft.

Xavir ist aus Überzeugung ins Gefängnis gegangen. Die Gefangenschaft in der Höllenfeste meint er verdient zu haben. Von seinem alten Status hat er jedoch so viel erhalten, dass er unter den Gefangenen als der Höllenkönig gilt. Nur ein Mitgefangener könnte ihm die Herrschaft streitig machen. Doch die beiden halten Frieden. Solange, bis Landril in der Feste ankommt. Der ehemalige Meisterspion legt dem Höllenkönig Belege vor, nach denen er hereingelegt wurde. Der Höllenkönig schwört Rache und stellt sich seiner Vergangenheit. Zuerst muss er jedoch ausbrechen und dabei die magischen Barrieren der Hexen um die Höllenfeste überwinden …

James Abbott ist ein Pseudonym

Hinter dem Pseudonym James Abbott verbirgt sich der britische Fantasy-Autor Mark Charan Newton. Dieser hatte mit der „Legende der Roten Sonne“ eine Reihe vorgelegt, die durch ihr Setting und ihren Genremix hervorstach. So spielten etwa technologisch überlegene Invasoren aus einer anderen Welt eine Rolle und gab es im ersten Band einen Kriminalfall. Erzählerisch und bei der Figurenentwicklung holperte die Geschichte hingegen, die bislang nicht vollständig übersetzt wurde.

Mit zwei „Drakenfeld“-Bänden folgten Fantasy-Krimis, die in einer an die Antike angelehnten Welt spielen. Magie suchte man in ihr vergeblich. Newton zeigte jedoch, dass er  sich in der Handlungsführung und vor allem der Figurenzeichnung weiterentwickelt hatte. Leider wurden sie bislang nicht ins Deutsche übersetzt.

Höllenkönig ohne Tiefe

So gesehen stellt „Höllenkönig“ einen Rückschritt dar. Die Figuren sind holzschnittartig geworden. Das gilt sowohl für den titelgebenden Höllenkönig, als auch für die Protagonistin Elysia und den Spion Landril, aus dessen Sicht ebenfalls einige Kapitel erzählt sind. Dieser geht so wenig subtil vor, dass er sich auch gleich als Agent zu erkennen geben könnte. Xavir und die junge Hexe Elysia wiederum bleiben völlig blass. Das Bemerkenswerteste an ihnen ist, wie viele Auseinandersetzungen sie überleben und wie wenig ihnen dabei das Töten ausmacht.

Die Beziehungen der Figuren untereinander werden einmal verdeutlicht, danach mehrfach wiederholt, verändern sich aber allenfalls geringfügig. Auch an anderen Stellen nerven die Wiederholungen von Motiven und Gedanken der Hauptfiguren.

Kritik an der Wissenschaft

Die Setting eines Gefängnisses ist verschenkt. James Abbott hält die Beschreibung der Welt kurz, nach wenigen Kapiteln sind die wichtigsten Gefangenen geflohen – ohne nennenswerten Widerstand. Danach wird eine Rebellenarmee aufgestellt, deren Hauptquartier verraten wird, noch ehe überhaupt eine Streitmacht steht, die diesen Namen verdient hätte. Das beste, was man über dieses Buch sagen kann, ist, dass Abbott/Newton auf eine seiner früheren Ideen zurückgreift. Der Feind besteht nämlich aus einer fremdländischen Macht, die technologisch überlegen ist. In ihren menschenverachtenden Experimenten kann man zumindest eine Wissenschaftskritik ablesen.

Die Handlung von „Höllenkönig“ kommt zu einem Abschluss. Insofern steht das Buch für sich. James Abbott lässt jedoch Raum für eine Fortsetzung, indem er nicht alle Geheimnisse lüftet. Nähere Informationen über einen möglichen zweiten Band gibt es jedoch noch nicht.

„Höllenkönig“ von James Abbott ist bei Penhaligon erschienen. Die Klappenbroschur-Ausgabe geht über 608 Seiten und kostet 16 Euro, das E-Book 12,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Ole Johan Christiansen.

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Ein Gedanke zu „Höllenkönig von James Abbott – eine Rezension

  1. Oh schau an. Dass es ein Newton ist, ist mir bisher entgangen, aber den Autor habe ich eigentlich gern gelesen bisher. Ja, er war nicht perfekt, aber mal ein bisschen anders. Das Buch selbst habe ich dann doch nicht angeschafft, weil mir schon klar war, dass das Cover die falsche Zielgruppe anziehen wird. Dass es aber tatsächlich Mist ist, hätte ich nicht vermutet. Schade. Aber immerhin die richtige Entscheidung getroffen 🙂

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