Brandon Sanderson: Schatten über Elantel – eine Rezension

Brandon Sanderson: Schatten über Elantel

In „Schatten über Elantel“ dürfen Wax und Wayne eine Revolution in der Stadt Elantel verhindern, die die Welt in ihren Grundfesten erschüttern würde. Doch es dauert, ehe die beiden erfahren, wer hinter den Plänen steckt. Und dann müssen sie ihren Gegenspieler noch finden und unschädlich machen.

Was mit „Kinder des Nebels“ bei Heyne begann, geht im fünften Nebelgeborenen-Roman bei Piper weiter. Das bedeutet eine neue Aufmachung (was schade ist), neue Titelstruktur (nicht mehr XXX der/des YYY, was nicht weiter stört) und eine neue Übersetzung (was glücklicherweise kaum zu merken ist). Da das Original aber immer noch aus der Feder von Brandon Sanderson stammt, überwiegen die Kontinuitäten.

Actionlastiger Nebelgeborenen-Roman

Im Gegensatz zu „Jäger der Macht“, in dem Wax und Wayne eingeführt wurden, sind die Western-Elemente in „Schatten über Elantel“ jedoch deutlich zurückgefahren. Lediglich zum Auftakt gibt es eine Rückblende in Rauland-Zeiten, die Handlung beschränkt sich ansonsten auf Elantel. Der Fokus hat sich auch von Recht und Zivilisation hin zu sozialen Fragen verschoben. Elantel ist eine Stadt vergleichbar mit westlichen Städten am Ende des 19. Jahrhunderts und ihren Problemen mit Industrialisierung, Armut und Versorgung der Bevölkerung. Hinzu kommt der Topos der korrupten Elite, die sich auf Kosten der Mehrheit bereichert. Doch auch Glaubensfragen spielen eine Rolle, denn Wax hadert mit dem Unsterblichen und der Rolle, die dieser ihm in Elantel zugewiesen hat.

Gleich geblieben ist, dass Sanderson die neuen Nebelgeborenen-Romane kürzer hält und sich mehr auf die actiongeladenen Szenen konzentriert. Wayne dient erneut als Figur des weisen Narren, und Marasi hat ebenfalls einen großen Part. Sie dient inzwischen bei der Polizei von Elantel und hat dort gegen das männerdominierte Polizeicorps zu kämpfen.

Die Wendungen in der Handlung sind vielfach vorhersehbar und die Intrigen weniger kunstvoll als bei Sondersons Kollegen Ken Scholes und David Anthony Durham. Die Mischung aus Gangster- und Superheldengeschichte sowie Detektiv- und Fantasyroman ist aber insgesamt gelungen und kurzweilig. Das Buch ist zwar nicht eine direkte Fortsetzung von „Jäger der Macht“, da die Geschichte in sich abgeschlossen war. Als Einstieg ist „Schatten über Elantel“ dennoch nicht zu empfehlen, da man ohne die Vorgeschichte der ersten Trilogie den Grundkonflikt nicht versteht. Wer es aber wagt, wird sich über den umfangreichen Anhang mit Erläuterungen zum Magiesystem freuen.

Fortsetzung für „Schatten über Elantel“

Piper hätte die deutschen Rechte sicher nicht erworben, wenn es nur um einen Band ginge. Mit „The Bands of Mourning“ wartet bereits ein weiterer Nebelgeborenen-Roman auf seine deutsche Fassung. Darin werden Wax und seine Helfer erneut in den Kampf mit Onkel Edward und dessen Gangster-Freunden des Kreises verwickelt. (Update April 2017: Im Oktober wird „Bänder der Trauer“ bei Piper erscheinen. „Es wird ein Indiana-Jones-Abenteuer, fröhlicher und hoffnungsvoller als „Schatten über Elantel“, sagte Brandon Sanderson auf der Leipziger Buchmesse.) Und auch danach ist Brandon Sanderson mit Elantel und den Nebelgeborenen noch nicht fertig. Derzeit (März 2017) arbeitet er zwar noch am dritten Band der Sturmlicht-Chroniken und hat bereits den fünften Band der Alcatraz-Reihe fertig, doch Wax und Wayne werden ihn weiter beschäftigen. Band 4 mit ihnen soll im Original 2018 herauskommen und die Reihe abschließen.

„Schatten über Elantel“ von Brandon Sanderson ist bei Piper erschienen. Die Klappenbroschur-Ausgabe geht über 528 Seiten und kostet 16,99 Euro, das E-Book 14,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Karen Gerwig.

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