Jon Skovron: Empire of Storms – Pakt der Diebe

Jon Skovron: Empire of Storms - Pakt der Diebe

Jon Skovron: Empire of Storms – Pakt der Diebe

„Pakt der Diebe“ ist der erste Band in der Reihe „Empire of Storms“ von Jon Skovron. Das Fantasy-Buch handelt von zwei Waisen, die in ganz unterschiedlichen Welten aufwachsen, aber beide nicht bereit sind, ihr Schicksal und die gesellschaftlichen Regeln im Reich der Stürme so einfach hinzunehmen.

Red, so genannt wegen seiner roten Augen, wurde nicht im Armenviertel geboren, doch nachdem seine Eltern gestorben sind, muss er lernen sich dort durchzuschlagen. Zu seinem Glück trifft er Sadie die Ziege, die ihn unter ihre Fittiche nimmt. Und mithilfe seines losen Mundwerks macht er sich nicht nur Feinde, sondern auch Freunde. So steigt er in der Paradieskehre, wie das Armenviertel in New Laven spöttisch genannt wird, zu einem mal mehr mal weniger erfolgreichen Dieb auf. Hope wiederum wird von Seeleuten gerettet, nachdem imperiale Biomanten die Bewohner ihres Heimatdorfes umgebracht haben. Sie wächst bei Kriegermönchen auf und erlernt die Fähigkeiten, die sie eines Tages brauchen wird, wenn sie sich an den Biomanten rächen möchte. Dabei wird sie jedoch Hilfe brauchen.

Pakt der Diebe – Pakt der Waisen

Jon Skovron hat vor „Empire of Storms – Pakt der Diebe“ vor allem Jugendbücher verfasst. Sein Fantasy-Werk soll sich vornehmlich an Erwachsene richten, und um dies gleich deutlich zu machen, hat er in den ersten Kapiteln brutale Sequenzen sowie Sexszenen eingestreut und lässt seine Figuren auch deftige Sprache benutzen. Dennoch enthält das Fantasy-Buch viele Elemente eines Jugendbuchs. Da sind die jungen Helden Hope und Red, deren Entwicklung eine wichtige Rolle spielt sowie ihre Auseinandersetzung mit Erlebnissen der Kindheit und dem Schicksal der Familie. Auch die erste Liebe  und die Suche nach einem Platz in der Welt sind wichtige Aspekte der Handlung. So haben wir es beim „Pakt der Diebe“ wohl mit dem zu tun, das gern auch „All-Age-Literatur“ genannt wird. Und es handelt sich weniger um eine Diebesgeschichte wie etwa die Reihe um Locke Lamora von Scott Lynch.

Skovron gestaltet die Handlung nicht sonderlich komplex. Auch hält er sich nicht lange mit einer ausführlichen Weltbeschreibung auf. Das Empire of Storms bleibt dadurch ziemlich konturlos. Am lebendigsten wird noch die Paradieskehre beschrieben, in der Red aufwächst und nach knapp der Hälfte des Buches auf Hope trifft. Das Glossar zu Begriffen aus der Kehre ist aber überflüssig, denn so fremd ist die dort gesprochene Sprache nicht. Der Fokus auf Action und auf die Figuren hält das Buch angenehm kurz (die Printausgabe hätte in anderer Ausführung auch deutlich kürzer ausfallen können) und verhindert, dass es langatmig wird.

Jon Skovron setzt „Empire of Storms“ fort

Abzüge gibt es dafür, dass manche Konstellation in „Empire of Storms – Pakt der Diebe“ arg pädagogisch geraten ist. Vielfalt ist in einem eher konservativen Genre wie der Fantasy besonders zu begrüßen, doch wäre es besser gewesen, zum Beispiel die Transgender-Figur der Brigga Lin eine wichtige Rolle spielen zu lassen, ohne es mit einer moralisch-pädagogischen Botschaft zu verbinden. Und für die Biomanten wäre es gut gewesen, sie nicht so einseitig zu zeichnen, damit ihr Argument, sie verteidigten nur das Imperium, zumindest etwas glaubwürdiger geworden wäre.

Vielleicht kommt das ja in Band 2. Die Geschichte von Red und Hope im Empire of Storms geht nämlich noch weiter. Die Fortsetzung ist im Original für Ende Februar 2017 angekündigt, ob es eine Übersetzung geben wird und wann diese erscheint, hat Heyne noch nicht bekannt gegeben.

„Empire of Storms – Pakt der Diebe“ von Jon Skovron ist bei Heyne erschienen. Die Klappenbroschur-Ausgabe geht über 592 Seiten und kostet 14,99 Euro, das E-Book 11,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Michelle Gyo.

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Ein Gedanke zu „Jon Skovron: Empire of Storms – Pakt der Diebe

  1. Hallo,
    das Buch mich nicht so überzeugt, irgendwie nix halbes und nix ganzes. Ein bisschen Sex und Gewalt, ein bisschen Coming of Age, ein bisschen Moralapostel…aber nix davon wirklich überzeugend,..

    Liebe Grüße
    Matthias

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